Jubiläum

Löwen-Apotheke bleibt seit 80 Jahren in der Familie

Apotheker Roman Peus und Mitarbeiterin Astrid Nagel vor ihrer Löwenapotheke, die seit 80 Jahren besteht.

Foto: Gero Helm

Apotheker Roman Peus und Mitarbeiterin Astrid Nagel vor ihrer Löwenapotheke, die seit 80 Jahren besteht. Foto: Gero Helm

Weitmar.   In dritter Generation führt die Familie Peus die Löwen-Apotheke. Doch mit dem jetzigen Besitzer endet wohl die Ära. Er hat keine Nachkommen.

In diesem Jahr gibt es in der Löwen-Apotheke einen Grund, zu feiern. Seit 80 Jahren ist das Geschäft in Familienbesitz. Der jetzige Geschäftsführer Roman Peus leitet die Apotheke mittlerweile in der dritten Generation. Dass es zum runden Geburtstag viel zu erzählen gibt, versteht sich von selbst.

Tatsächlich gibt es die Löwen-Apotheke schon ein wenig länger, seit 1911. Als der damalige Besitzer, Dr. Paul Burgardt, 1936 verstarb, übernahm ein Jahr später Egon H.B.M Peus das Geschäft. Seitdem ist es im Familienbesitz.

Apotheke ist an die Cimbernstraße 2 gezogen

Einmal ist die Apotheke im Laufe der Jahre auch umgezogen, von der Kohlenstraße hin zum heutigen Standort, der Cimbernstraße 2. Der Standortwechsel hatte einen strategischen Hintergrund: Um 1978 ging das Gerücht um, dass eine neue Apotheke plane, sich im Stadtteil niederzulassen. Kurzerhand entschied sich Egon K.M. Peus, also Roman Peus’ Vater, dazu, das Geschäft dorthin zu verlegen, wo die andere Apotheke hätte hinkommen können. „Die frühere Einrichtung existiert noch in den alten Räumen“, erzählt der jetzige Geschäftsführer. Er wohnt am alten Standort, die ursprüngliche Einrichtung aus Eiche dient ihm als eine Art privates Museum. Museumsreif ist die alte Apotheken-Einrichtung vor allem, weil sie eine der wenigen in Bochum ist, die den zweiten Weltkrieg unbeschadet überstanden hat.

Kunde verlangt Tombola-Salbe

In seinen rund 30 Jahren, seit er für die Löwen-Apotheke zuständig ist, hat Roman Peus viel erlebt. Sein besonderes Steckenpferd ist ein Fotoalbum, in dem er originelle Notizzettel sammelt, die er von den Kunden bekommt. „Die sind voller Stilblüten“, sagt der 64-Jährige erfreut. Da gab es beispielsweise den Kunden, der auf dem Zettel nach einer „Tombola-Salbe“ fragte, gemeint war aber die Thrombareduct-Salbe. „Und ein Kunde wollte Fruchtwassertabletten haben. Eigentlich sollte es Fruchtfasertabletten heißen“, so Peus.

Die Veränderungen der letzten Jahrzehnte sind auch an der Löwen-Apotheke nicht vorüber gegangen. Für die Apotheker ist das Leben schwerer geworden, davon weiß das kleine Geschäft im Ortsteil ein Liedchen zu singen. Dass Krankenkassen mittlerweile weniger Geld haben, spüren auch die Apotheken.

Viele Kunden fahren ins Zentrum

Die Konkurrenz macht dem Geschäft ebenfalls zu schaffen. Viele Käufer orientieren sich in die Innenstadt. „Die Vorort-Apotheken werden immer weniger“, weiß der Apotheker. Zuletzt ist es auch der Versandhandel, der weiter zunehmen und den Umsatz minimieren könnte.

Ein Anker sind die Weitmarer Stammkunden. „Von denen kennen wir die Namen und wissen, was für Medikamente sie brauchen“, sagt Peus, der sich zusammen mit einer Mitarbeiterin um die Kunden kümmert. Wenn er in den Ruhestand geht, wird wohl auch die Peus-Dynastie ein Ende haben. Roman Peus ist Junggeselle, einen willigen Nachfolge-Apotheker gibt es also nicht. Noch aber ist der 64-Jährige voll engagiert.

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