Corona

Lob und Tadel für Maskenpflicht in den Bochumer Stadtteilen

Marion Koch (links) und Silke Kowitz im Gespräch beim Brötchenkauf. Auf Höhe der Bäckerei Koch an der Alten Bahnhofstraße 157 in Bochum-Langendreer gilt noch keine Maskenpflicht. Erst ab der nächsten Hausnummer.

Marion Koch (links) und Silke Kowitz im Gespräch beim Brötchenkauf. Auf Höhe der Bäckerei Koch an der Alten Bahnhofstraße 157 in Bochum-Langendreer gilt noch keine Maskenpflicht. Erst ab der nächsten Hausnummer.

Foto: Klaus Pollkläsener / FUNKE Foto Services

Bochum.  Ab sofort gilt in einigen Bochumer Stadtteilzentren Maskenpflicht. Einige finden die Neuregelung prima, andere jedoch kritisieren die Umsetzung.

Ab sofort gilt wegen der steigenden Zahl an Corona-Infizierten nicht nur in den Bochumer Innenstadt, sondern auch in einigen Stadtteilzentren Maskenpflicht. Heißt: Nicht nur in den Geschäften, sondern auch draußen. Wie gehen die Menschen mit dieser Neuregelung um? Die WAZ hat sich vor Ort in Bochum- Langendree r umgesehen und durchaus Interessantes dabei herausgefunden.

Die Alte Bahnhofstraße in Langendreer wird gleich an zwei Stellen zur Maskenzone: unten im Dorf und oben am Alten Bahnhof. Dort sorgt die Open-air-Maskenpflicht mitunter für Stirnrunzeln. Denn die Stadt scheint beim Eingrenzen der besonders belebten Bereiche eine ebenfalls gut besuchte „Ecke“ vergessen zu haben.

Dort – Hausnummer 157 – ist die Bäckerei Koch beheimatet. Daneben der DHL-Shop/Lotto-Laden Dorau und gegenüber die Sparkasse. „Hier ist viel los“, darum versteht Silke Kowitz nicht, dass in diesem Bereich noch keine Maskenpflicht besteht, wohl aber ab Hausnummer 159, einmal über die Straße. „Das ist doch Blödsinn.“

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Die Maskenpflicht ist auch in der Bäckerei Koch Thema Nummer eins an diesem Tag. „Die meisten finden die Regel verrückt“, fasst Monika Koch aus vielen Gesprächen mit Kunden zusammen. Sie selbst hat überhaupt erst darüber von der Maskenpflicht für den Alten Bahnhof erfahren. Von der Stadt habe es ansonsten keine Informationen gegeben. ­

Jessica Gellenbeck, Angestellte im DHL-Shop nebenan, findet die neue Regelung „verwirrend“. „Dann sollen sie doch lieber gleich für ganz Bochum die Maskenpflicht einführen“, findet sie. „Oder gar nicht.“ Schwierig findet sie vor allem für Schulkinder, nun zu wissen, wo sie Maske tragen müssen und wo nicht.

Viele Bochumer ignorieren die Maskenpflicht

Damit haben allerdings auch so einige Erwachsene ihre Probleme. Geschätzt ein Drittel der Passanten am Alten Bahnhof trägt nämlich auch jetzt keine Maske. Wohl auch aus Unwissenheit. Wie Petra Rehrmann zugibt. „Ich dachte, das gilt nur für die Innenstadt“, sagt sie und setzt sogleich ihre Maske auf. „Ich habe ja immer eine dabei.“

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So wie Inge Altmeyer, die nach eigenen Angaben immer eine Mund-Nase-Schutzmaske trägt. Sie hat in der WAZ von der nun startenden Maskenpflicht in einigen Stadtteilzentren gehört und hält sich daran. „Wie an alle Vorgaben“, beteuert sie. An ihr solle es nicht liegen, wenn die Zahl der Infizierten steigt.

Auch die drei älteren Damen, die an der Haltestelle auf den Bus warten, haben Mund und Nase bedeckt. „Ich finde diese neue Regel sehr gut“, sagt eine von ihnen. „Das ist nur konsequent und gut für alle.“ Eine andere verweist allerdings auf den nahenden Bus, in den sie gleich einsteigen, und ein noch nicht gelöstes Problem: „Die Busse sind wieder zu voll, da kann man kaum den Abstand einhalten.“

Stadt Bochum will Schilder anbringen

Die Stadt hat am ersten Tag der weiterfassenden Maskenpflicht 15 Kräfte des Ordnungsdienstes im gesamten Stadtgebiet zu unterschiedlichen Zeiten im Einsatz. Masken-Muffeln drohen 50 Euro Bußgeld. Dieses werde aber nicht bar einkassiert, heißt es aus dem Rathaus. Und: „In den ersten Tagen der Maskenpflicht werden Belehrungen ausgesprochen, um die Einführung im öffentlichen Raum zu begleiten und die Bevölkerung zu sensibilisieren.“

Die Maskenpflicht beziehe sich „auf Bereiche, in denen sich vermehrt Fußgänger auf engerem Raum begegnen, z.B. in stark frequentierte Fußgängerzonen, oder in Bereichen, in denen nicht immer der Abstand eingehalten werden kann“, erklärt die Stadt. Sprecher Peter van Dyk: „Die Bereiche sind nach bestem Wissen und Gewissen definiert worden. Und nach Rücksprache mit den Bezirksverwaltungsstellen und Ordnungsdiensten.“ Irgendwo müsse man halt einen Schnitt machen, „wir wollen ja mit Augenmaß ins öffentliche Leben eingreifen“.

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Künftig will die Stadt noch besser auf die Maskenzonen hinweisen. Peter van Dyk „Es ist bereits vergangene Woche eine Beschilderung in Auftrag gegeben worden. Sie soll ab Dienstag angebracht werden.“

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