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Liedermacher Black hat sich seine Musikalität bewahrt

Lothar Lechleiter, Künstlername Black, freut sich auf seinen Auftritt im Kulturrat.

Foto: Dietmar Wäsche

Lothar Lechleiter, Künstlername Black, freut sich auf seinen Auftritt im Kulturrat. Foto: Dietmar Wäsche

Bochum.  Lothar Lechleiter war in den 1970er Jahren die eine Hälfte des Duos „Schobert & Black“. Sein Markenzeichen war und ist der „Höhere Blödsinn“.

Wer an die 70er Jahre denkt, denkt an TV-Klassiker wie die ZDF-Drehscheibe und Kult-Autos wie den Citroën 2 CV, aber vielleicht auch an Schobert & Black: jenes damals griffig, wenn auch ungenau als „Blödel-Duo“ apostrophierte Gesang/Gitarre-Doppel mit dem langen Schobert (Wolfgang Schulz) und dem bebrillten Black (Lothar Lechleiter).

Einst standen sie in der Ruhrlandhalle auf der Bühne

Mit Liedern wie „Das Schürbeln“, „Beutelgesang“ oder „Olympia 2000“ wurde die Zwei populär. „Wir hatten Auftritt in allen großen Hallen Deutschlands“, sagt Black, heute 74. Auch die Ruhrlandhalle hat das Duo einst bespielt. „Gemeinsam mit Ulrich Roski“. Nun kommt Black wieder nach Bochum, am Samstag gastiert der Bonner Musiker im Kulturrat.

Wieder zurück nach Bochum, müsste man sagen, denn Black/Lechleiter kennt unsere Stadt gut, er hat zeitweilig an der Wittener Straße gewohnt: „Das war zu meiner Zeit als Vertreter für Falk-Straßenpläne“, erinnert er sich. Auch ans Hotel Wiesmann an der Castroper Straße hat Black Erinnerungen: „Da habe ich oft übernachtet.“

Wortakrobatik vom Feinsten war das Markenzeichen

Das war nach dem Ende seiner Musik-Karriere, die 1985 auslief. Schobert, sein kongenialer Partner, starb 1992 mit nur 51 Jahren, und Black hat dann jahrelang das Musizieren aufs heimische Wohnzimmer beschränkt. „Wenn ich spät nach Hause kam, habe ich die Gitarre genommen und ein bisschen für mich gespielt“, sagt er. Das habe sofort Entspannung gebracht. Als er Pensionist war, hat er sich dann doch wieder auf das Auf-Tour-Gehen besonnen. „Es gibt noch genügend Leute, die mich hören wollen“, sagt er. Auch wenn es, altersbedingt, weniger werden.

Sie waren bekannt wie Insterburg & Co.

Ihre Hoch-Zeit hatten Schobert & Black Mitte der 1970er Jahre. Damals kam man kaum an ihnen vorbei, ähnlich wie Insterburg & Co. standen sie für die Sparte „Höherer Blödsinn“, was in etwa meinte, dass zu folkigen Gitarrenklängen Nonsense-Texte vorgetragen wurden. Die aber waren so clever gestrickt, dass sie schon wieder wie Kunstgedichte daher kamen.

Limericks als witzig-skurrile Fünfzeiler

Etwa „Das Holzwollschnitzelwerk“, ein Spottlied auf die seinerzeit grassierende Do-it-yourself-Welle: „Nun mit einer Zange die Kontermutter K/bis zum Anschlag des Gewindes G gedreht,/so dass jetzt der Zapfen der Flügelmutter F/dem Exenter alpha gegenübersteht...“ Auch Limericks waren eine Spezialität von Schobert & Black, skurrile Fünfzeiler, gedrechselt nach dem Motto „Reim dich/oder ich fress dich“: „Auf Hawaii schwamm ein Schwimmer aus Mayen/Direkt in ein Rudel von Haien/Ein alter Hawaiier/Rief: „Fehlt dir was, Maier?“/Der sprach: „Ja, ein Arm und ein Beien!“

Die Zwei waren ein stimmiges Gesamtpaket aus Schnoddrigkeit und Knorrigkeit, sehr sympathisch. Blickt er manchmal wehmütig zurück auf die alten Zeiten? „Nein“, sagt Black, „alles hat seine Zeit, und diese Zeiten sind vorbei.“

Sich zurückzuerinnern ist gleichwohl erlaubt. Und das wird Black, der auch ein guter Geschichtenerzähler ist, im Kulturrat gewiss auch tun. Doch gehören neben den alten Lieder aus der Zeit des Duos auch neue Kompositionen zum Programm. Mit Philipp Roemer hat Black einen versierten Gitarristen an seiner Seite.

>> Infos zum Konzert

Der Black& Philipp Roemer gastieren am Samstag (25.) um 20 Uhr im Kulturrat, Lothringer Straße 36.

Das Konzert hatte eigentlich gemeinsam mit Matthias Bardong an der Gitarre stattfinden sollen, der jedoch im Dezember 2016 unerwartet starb.

Eintritt10/erm. 8 Euro, Kartenreservierung: 0234/86 20 12

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