Carsharing

Carsharing soll die große Parkplatznot in Bochum lindern

Projektpartner: Matthias Kall (Stadtmobil Carsharing), Micha Heimbucher (GWV), Susanne Pawlofski (Bogestra) und Christian Knibbe (GWV) stellen die zwei neuen Wagen am Carsharing-Standorte im Ehrenfeld vor.

Projektpartner: Matthias Kall (Stadtmobil Carsharing), Micha Heimbucher (GWV), Susanne Pawlofski (Bogestra) und Christian Knibbe (GWV) stellen die zwei neuen Wagen am Carsharing-Standorte im Ehrenfeld vor.

Foto: Svenja Hanusch

Bochum.   In vielen Stadtteilen wächst der Parkdruck. Autofahrer finden nur schwer einen Parkplatz. Der Gemeinnützigen Wohnungsverein setzt auf Carsharing.

Die ewige Suche nach einem Parkplatz nervt. Auch im Ehrenfeld, zum Beispiel zwischen Bergmannsheil und Schauspielhaus. „70 Prozent unserer Mitglieder in diesem Quartier sind unzufrieden mit der Parkplatzsituation“, weiß Christian Knibbe, Kaufmännischer Vorstand des Gemeinnützigen Wohnungsvereins (GWV).

In anderen Stadtquartieren ähnlich

Auch in anderen Quartieren ist die Situation ähnlich, wie Bochums größte Wohnungsgenossenschaft aus einer Umfrage unter seinen Mitgliedern weiß. „Wir wollen diesem Problem mit einem Carsharing-Angebot begegnen, so Knibbe. Als erstes Wohnungsunternehmen der Stadt hat die Genossenschaft einen Kooperationsvertrag mit dem Anbieter Stadtmobil geschlossen und bietet vier Leihautos, darunter ein E-Mobil, zunächst im Ehrenfeld und an der Haderslebener Straße in der südlichen Innenstadt an. Weitere Standorte sollen folgen. Die Genossenschaftsmitglieder profitieren von einem besonderen Tarif. Nutzen könne die Fahrzeuge aber jeder, der im Besitz eines Führerscheins ist und sich einmalig angemeldet hat.

„Es ist ein Versuch. Aber wir glauben dass wir damit dem Parkdruck mittelfristig entgegenwirken können“, so Christian Knibbe. Laut einer Studie des Bundesverbandes Carsharing ersetzt ein Leihauto fünf bis acht private Pkw. Derzeit sieht die Lage in der Stadt noch so aus: Knapp 195.000 private Pkw sind angemeldet, aber nicht einmal zwei Dutzend Leihautos.

Christian Knibbe glaubt, je mehr Carsharing-Standorte es gebe, desto größer sei die Chance, dass genervte Autofahrer vom privaten Pkw auf ein Leihauto umsteigen. Dabei setzen die Kooperationspartner auch auf den Faktor Zeit: „Wir werden nicht auf Anhieb unsere durchschnittlichen Verleihzeiten von täglich neun Stunden erreichen“, so Stadtmobil-Geschäftsführer Matthias Kall. Aber mittelfristig könne sich das Mobilitätsverhalten spürbar verändern – vor allem in Ballungsgebieten und gerade bei jungen Leuten, denen ein eigenes Auto längst nicht mehr so wichtig sei, so Micha Heimbucher, Technischer Geschäftsführer des Wohnungsvereins.

Offene Türen eingerannt

Bei Simon Zimmer rennt die Genossenschaft mit ihrem Angebot jedenfalls offene Türen ein. Er wohnt an der Rottstraße, kennt die leidige Parkplatzsituation dort und ist ins Ehrenfeld zur Vorstellung des Projekts gekommen, um sich darüber zu informieren, ob und wann es auch in seinem Sprengel ein Carsharing-Angebot gibt. „Ein eigenes Auto zu kaufen, ist für mich kein Thema“, sagt der 25-Jährige.

Und ist damit nicht allein. Katja Sprung hat ihr Auto vor drei Jahren abgeschafft. „Das war nicht einfach“, räumt sie ein. Und die meisten Wege könne sie auch so bewältigen. Aber ab und zu ein Auto nutzen zu können, das quasi vor der Tür steht, das habe etwas. „Ich werde das Angebot auf jeden Fall nutzen“, sagt die 46-Jährige.

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