Feiertagsgesetz

„Leben des Brian“ am Karfreitag: Sie tun es schon wieder

Der Filmklassiker „Das Leben des Brian“ wird am Karfreitag wie im Vorjahr in der Bermuda-Halle Riff gezeigt: als Protest gegen „religiöse Bevormundung“.

Foto: Dietmar Wäsche

Der Filmklassiker „Das Leben des Brian“ wird am Karfreitag wie im Vorjahr in der Bermuda-Halle Riff gezeigt: als Protest gegen „religiöse Bevormundung“. Foto: Dietmar Wäsche

Bochum.  „Always look on the bright side of life“: Wieder wird am Karfreitag in Bochum mit einer Filmvorführung gegen das NRW-Feiertagsgesetz verstoßen.

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Sie tun es wieder: Zum fünften Mal zeigt die Initiative „Religionsfrei im Revier“ am Karfreitag den Film „Das Leben des Brian“. Wie im Vorjahr kommen die Brian-Jünger dafür in der Bermuda-Halle Riff zusammen.

Mit der Vorführung des Monty-Python-Klassikers setzen die Bochumer Atheisten ihren Feldzug gegen das NRW-Feiertagsgesetz fort. Die Jesus-Satire steht auf dem Index der Filme, die Karfreitag nicht öffentlich vorgeführt werden dürfen. „Eine religiöse Bevormundung“, wettert die Initiative um Bürgerrechtler Martin Budich, die Brian seit 2013 als „bewusste Provokation“ und gezielten Gesetzesverstoß vor Ostern über die Leinwand flimmern lässt.

Gegner des „verordneten Trübsinns“

Für den Filmabend 2014 – damals noch im Sozialen Zentrum – war Budich 2015 vor dem Amtsgericht zu einem Bußgeld über 100 Euro verdonnert worden. Ein Urteil, das den Gegnern des „verordneten Trübsinns“ in die Karten spielte. Sie zogen vor das Oberlandesgericht (OLG) – und verbuchten im vergangenen Jahr auch hier die wunschgemäße Niederlage. Das OLG bestätigte das Bußgeld des Amtsgerichts: wegen „vorsätzlicher Zuwiderhandlung gegen das Feiertagsgesetz“. Weitere Rechtsbeschwerden ließ das Gericht nicht zu. Alle Fragen seien bereits höchstrichterlich geklärt.

„Damit sind die Voraussetzungen für eine Beschwerde gegen das Feiertagsgesetz vor dem Bundesverfassungsgericht geschaffen“, erklärt Budich, der bei der Gesetzgebung „den Mief der 50er Jahre“ wittert. Unterstützung erfährt die Initiative in der Gastronomie. Just das Riff als Brian-Spielort wurde 2016 gleichfalls zu einem Bußgeld (500 Euro) verdonnert, weil die Disko am Gründonnerstag geöffnet hatte. Das gilt als Verstoß gegen das Tanzverbot.

Start des Filmabends am 14. April am Konrad-Adenauer-Platz ist um 19.30 Uhr. Zunächst gibt es Kurzfilme, Musik und Kabarett zum Thema Religion und Kirche (u.a. zu Martin Luther). Um 21 Uhr heißt es: „Always look on the bright side of life.“ Der Eintritt ist frei. Wie vor einem Jahr wird ein volles Haus erwartet.

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