Kunst

Kunstmuseum Bochum überrascht mit zwei Ausstellungen

Museumsdirektor Hans Günter Golinski erläutert die Bildbeiträge der Ausstellung „Zuhause“ im großen Ausstellungssaal im 1. Stock.

Museumsdirektor Hans Günter Golinski erläutert die Bildbeiträge der Ausstellung „Zuhause“ im großen Ausstellungssaal im 1. Stock.

Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Services

Bochum.  Bis 25. August sind die „Haustier“-Ausstellung und die Preisträgerschau des Vonovia Awards zu sehen. Skurrile Exponate treffen auf Fotografie.

Im Kunstmuseum gehen zwei große Ausstellung in die letzten zwei Ausstellungswochen. Noch bis zum 25. August können die Schau „Das Haustierprojekt – eine Ausstellung zum Verhältnis Mensch/Tier“ und die Fotoausstellung zum Vonovia Award besucht werden.

„Das Haustierprojekt“ ist eine weitere Kooperation des Museums mit der Evangelischen Hochschule EvH eine Zusammenarbeit, die vor einigen Jahren festgeschrieben und seitdem immer wieder neu belebt wurde.

Tiermasken und Aktionen

Diesmal hat EvH-Professorin Helene Skladny unter Mitwirkung zahlreicher Studierender sich des Themas „Unsere Lieblinge“ angenommen. In Seminaren der EvH haben sich für „Das Haustierprojekt“ Studenten mit dem Verhältnis Mensch/Tier beschäftigt und dazu Arbeiten erstellt: Skulpturen, Filme, Fotoserien, Sozial- und Naturstudien, Verhaltensforschung, Tiermasken und Aktionen.

Eine Auswahl aus dieser Fülle an Ergebnissen wird, kuratiert vom Künstler Mattias Schamp, im Museum zu einem raumgreifenden Environment: ein Kunst-Karneval der Tiere.

Fotowand der Tierwelt

So zeigt eine Fotowand, wie präsent die Tierwelt einerseits in unserem Leben ist: als Werbeträger für Produkte, als Zeichentrickfiguren, als Glücksbringer, kuschelige Tröster oder Porzellanfigürchen-Nippes. Andererseits erinnern künstliche Spinnennetze auf Nagelbrettern daran, wie schnell Menschen bereit sind, nicht ganz so kuschelige Tierarten zu bekämpfen. Und am Schimpfwort-Telefon können sich die Museumsbesucher anhören, wie kreativ Tiernamen zur Verunglimpfung benutzt werden.

Subjektive Interpretationen

Die zweite große Ausstellung widmet sich dem Vonovia Foto Award 2018 und versammelt ausgewählte Einreichungen und die Preisträgerarbeiten des mit 42.000 Euro dotierten Preises für Fotografie. Das Bochumer Wohnungsunternehmen hatten die Auszeichnung 2017 ins Leben gerufen, sie stieß sogleich auf großes Interesse. Der Award bietet einen fokussierten Blick auf die Möglichkeiten der Fotografie heute. Zwischen Street Photography, Dokumentarfotografie und künstlerischen oder konzeptionellen Ansätzen gibt das vorgegeben Thema „Zuhause“ den Rahmen ab für vielfältige und subjektive Interpretationen und Darstellungen.

„Zuhause“, das ist immer auch eine individuelle Interpretation. Für den Einen ist das Schützenfest auf dem Land ein Stück Heimat, für Heranwachsende das Jugendheim, für sehr viele Menschen sind es die anonymen Hochhausblöcke, die überall zwischen der Hustadt und Hongkong zu finden sind.

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