Campusmuseum

Kunst-Schenkung für die Bochumer Ruhr-Universität

Claudia Schlieker-Buckup (li.) und Dr. Friederike Wappler, wissenschaftliche Leiterin der Sammlung Moderne.

Claudia Schlieker-Buckup (li.) und Dr. Friederike Wappler, wissenschaftliche Leiterin der Sammlung Moderne.

Foto: Ingo Otto / Funke Foto Services

Bochum.  Claudia Schlieker-Buckup bringt eine Arbeit ihres Vaters Hans-Jürgen Schlieker ein. Er leitete lange die Abteilung Kunst am Musischen Zentrum der RUB.

Die Kunstsammlungen der Ruhr-Universität/Sammlung Moderne sind um ein weiteres hochkarätiges Gemälde reicher: Eine Schenkung von Claudia Schlieker-Buckup, die eine exemplarische Arbeit ihres Vaters Hans-Jürgen Schlieker einbrachte, machte es möglich.

„Hänner“ Schlieker (1924-2004) gehörte zu den profiliertesten Künstlern der Region, seine gestischen Abstraktionen, die kraft- und würdevoll und verinnerlicht zugleich sind, haben bis heute ihre suggestive Bildmächtigkeit bewahrt.

Enge Verbindung zur Uni

Lange Jahre war Schlieker für die Abteilung Kunst im Musischen Zentrum zuständig; der Gründungsordinarius des Kunstgeschichtlichen Instituts, Prof. Max Imdahl, hatte Schlieker ab 1968 für diese kultur/ästhetische Aufgabe an der neuen Ruhr-Uni gewonnen. „Der 50. Geburtstag der RUB gab den Anlass für die Schenkung“, sagt Claudia Schlieker-Buckup. Damit solle die enge Verbindung, die zwischen ihrem Vater und der Bochumer Alma Mater bestand, unterstrichen werden.

Bei dem besagten Schlieker-Gemälde mit dem Titel „Juni 83/3“ handelt es sich um ein kontemplatives Triptychon. Die drei Bildtafeln hängen nach Anweisung des Künstlers mit nur geringem Abstand nebeneinander. Zwei der Tafeln werden von abgeknickten Linien, wie von gebrochenen Ästen, durchzogen. Der Bilduntergrund ist stark strukturiert, es sind tonige, graublaue, bewegte Farbschichtungen, die das Auge gefangen nehmen. Das wandfüllende Gemälde ist ein eindringliches, gegenstandsloses Werk. Und doch kann man in seiner Betrachtung die Natur in ihrem Werden und Vergehen empfinden.

Fragen der nachmalerischen Abstraktion

„Schlieker entwickelte seine Bildsprache in den 1950er/60er-Jahren. Ein Gemälde, das bereits 1969 in die Kunstsammlung eingegangen ist, zeigt, wie er sich mit Fragen der gestischen Abstraktion auseinandergesetzt hat. Wir sind froh, dass wir nun ein weiteres seiner Werke präsentieren können“, so Dr. Friederike Wappler, wiss. Leiterin der Sammlung Moderne.

Anlässlich der Schenkung ist im Campusmuseum die Ausstellung „Gestische Abstraktionen. H.-J. Schlieker in_und die Sammlung Moderne“ organisiert worden. Sie zeigt bis zum 24. April anhand der beiden Bestände und anhand von Leihgaben, wie sich der Künstler in seinem Werk mit Fragen der nachmalerischen Abstraktion auseinandergesetzt hat. Im Zusammenspiel mit Arbeiten aus den Gründungsjahren der Sammlung Moderne wird deutlich, welche Bedeutung gerade die informelle Bildsprache für die Entwicklung der Kunst in Deutschland nach 1945 hatte.

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