Kommentar

Kulturentwicklungsplan: Jeder darf sich angesprochen fühlen

Jürgen Boebers-Süßmann

Jürgen Boebers-Süßmann

Foto: WAZ

Bochum stellt einen Kulturentwicklungsplan auf. WAZ-Kulturredakteur Jürgen Boebers-Süßmann findet: Das Vorhaben ist überfällig.

Der Kulturentwicklungsplan ist überfällt, gut, dass der Prozess jetzt auf den Weg kommt.

Die Kulturstadt Bochum hat sich in der Vergangenheit „wild“ entwickelt, eins kam zum anderen, vor 100 Jahren das Schauspielhaus und die Symphoniker, in den 60er Jahren das Museum, in den 70er und 80er Jahren die freien Theater und die Uni sowie wichtige soziokulturelle Player wie der Bahnhof Langendreer. Die Entwicklung gipfelte in dem Ruf als „DIE“ Kulturstadt im Revier, worauf Bochum zu Recht stolz sein darf.

Gerade deshalb ergibt es Sinn, die weitere Entwicklung nicht dem Zufall zu überlassen. Gestaltung heißt auch, dass Stärken gestärkt und Schwächen aufgepäppelt werden. Dabei geht es nicht nur ums Verteilen von Geld (das eh’ nie reicht). Sondern um den Aufbau einer Struktur, durch die Wachstum aus sich selbst entsteht.

Kultur ist kein Spekulationsobjekt oder Luxusgut

Politik, Verwaltung, Bürgerschaft machen, neben den Kreativen , die BO-Kultur aus. Deren Wert zu mehren, hat nicht in erster Linie mit „Gewinnmachen“ zu tun. Kultur ist kein Spekulationsobjekt und auch kein Luxusgut, „das man sich leistet“. Sondern der geistige Boden, der die Überlebensfähigkeit eines jeden Gemeinwesens sichert.

Der Kulturentwicklungsplan trägt dem Rechnung. Wir alle sind gefordert, ihn mit Leben zu füllen.

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