Atelierfest

Künstlerinnen öffnen zum kleinen „Jubiläum“ ihre Ateliers

Malerin und Requsiteurin Jessica Cosse zeigt ihre Arbeiten beim Atelierfest der Künstlergruppe 11.

Foto: Ingo Otto

Malerin und Requsiteurin Jessica Cosse zeigt ihre Arbeiten beim Atelierfest der Künstlergruppe 11. Foto: Ingo Otto

Altenbochum.  Zum fünfjährigen Bestehen gewähren die Mitglieder der Altenbochumer „Gruppe 11“ spannende Einblicke in ihre Arbeitswelten. Ein Rundgang.

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Das fünfjährige Bestehen feierte die Künstlertruppe „Gruppe 11“ am gestrigen Sonntag in ihrem Atelierhaus in Altenbochum. Wobei die Gruppe sogar ein paar Monate älter ist, doch die Räumlichkeiten an der Velsstraße wurden exakt vor fünf Jahren bezogen. Dort teilen sich 17 Künstler 15 Ateliers und einen Ausstellungsraum. „Generell gibt es wechselnde Ausstellungen, für heute sind allerdings Werke von uns ausgestellt“, erklärt Daniela Werth, Gründerin und Vorsitzende der „Gruppe 11“.

Eines der Ateliers gehört Jessica Cosse, Requisiteurin der Kammerspiele. Kunst und Arbeit ergänzen sich bei ihr ein wenig. „Ich mache das hier eher für mich, aber man hat beruflich mit vielen Sachen und Materialien zu tun. Das kommt mir natürlich zugute.“ Problematisch ist nur die Zeit. „Ich probiere gerne Dinge aus, zurzeit mit Pappmaché oder Schaumstoff. Tatsächlich gibt es zu viel Angefangenes, ich schaffe es leider nicht, alles fertigzustellen.“

Margret Link ist gelernte Holzbildnerin und Kunsttherapeutin, ihre Kunst bewegt sich zunehmend mehr in Richtung Therapie. „In der Ausbildung habe ich vor allem gelernt, figürlich zu arbeiten. Jetzt löst es sich mehr und mehr auf, wie in der Therapie versuche ich etwas entstehen zu lassen, was im Holz steckt.“

Viele gehen noch einem Beruf nach

Nicht immer so frei ist die Illustratorin Wibke Brandes. „Bei Schulbüchern ist der Kontext manchmal vorgegeben, bei meinen eigenen Bilderbüchern habe ich dafür freie Hand.“ Allerdings hängt es auch vom Fach ab: bei Gedichten in Deutsch sei man in der Illustration freier, als wenn ein Religions-Buch bebildert werden soll.

Der Großteil der Künstler hat noch einen Brotberuf, so auch die Näherin und Malerin Nina Klose. Das ist jedoch ziemlich vorteilhaft: „Ich mache das aus Spaß an der Freude, ich muss damit nicht meinen Lebensunterhalt verdienen. Das ist auch gut so, denn Produktion macht mir keinen Spaß, da geht die Kreativität verloren.“ Ein Einzelstück zu kreieren mache Spaß, jedoch nicht, dieses 20 Mal zu kopieren. „Naja, fünfmal ist noch okay“, ergänzt die Lehrerin lächelnd.

Currywurst mit Heiligenschein

Mit einem echten Bochumer Thema beschäftigt sich Kirsten Mikus: Currywürste. Auf Hoch- oder Tiefdruck bildet sie die lokale Delikatesse ab, zu Weihnachten entstand ein Druck mit Mayonnaise als Heiligenschein der Currywurst. Die Idee kam ihr im Supermarkt: „Ich stand vor einem dieser kommerziellen Microwellencurrywürstchen-Regalen. Und ich kann mich gut künstlich entsetzen“, sagt sie grinsend. Seitdem geht’s um die Wurst. Eine weitere Idee: die ein bis drei Striche der Autobahn-Abfahrtschilder (100 bis 300 Meter) durch Currywürste zu ersetzen. Und in braun, so wie die anderen Sehenswürdigkeiten-Schilder.

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