Kunstausstellung

Künstler öffnet Wohnungstür für Ausstellung und Bildverleih

Alle Bilder haben beim besten Willen nicht an die Wände gepasst. Maler Peter Rennschmid, hier mit einer Collage, die er Freunden geschenkt hat, hat einige Werke „zum Durchblättern“ auf den Boden gestellt.

Alle Bilder haben beim besten Willen nicht an die Wände gepasst. Maler Peter Rennschmid, hier mit einer Collage, die er Freunden geschenkt hat, hat einige Werke „zum Durchblättern“ auf den Boden gestellt.

Foto: Olaf Ziegler / FUNKE Foto Services

Bochum-Wiemelhausen.  Künstler Peter Rennschmid aus Bochum-Wiemelhausen stellt seine Bilder bei sich zu Hause aus. Er verleiht Werke mit Bitte um gemeinnützige Spende.

Vielleicht ist es gar nicht schlecht, seine Passion nicht zum Beruf zu machen oder zu „professionalisieren“. Die Malerei begleitet Peter Rennschmid schon sein ganzes Leben lang – ohne, dass er ihr jemals überdrüssig geworden wäre. Im Gegenteil: Seit 2011 ist der ehemalige Deutschlehrer im Ruhestand und seitdem besonders produktiv. „Es haben sich einfach viele Ideen angestaut“, sagt der 70-Jährige. Die hängen nun für alle sichtbar an den Wänden seiner Wohnung, in der er seine eigene Ausstellung konzipiert hat.

Ausstellungsidee kam bei Party zum 70. Geburtstag

Die Idee hierzu kam ihm, als er die Geburtstagsparty zum 70. geplant hat: „Zu diesem Anlass habe ich 90 meiner Bilder ausgewählt und aufgehängt. Außerdem habe ich meine Werke katalogisiert – das war ganz schön viel Arbeit.“ Die Bilder präsentiert Peter Rennschmid in Form der Petersburger Hängung – „das bedeutet, dass die Gemälde sehr dicht beieinander hängen.“

Arbeitszimmer, Küche, Wohn- und Schlafzimmer sind dementsprechend gut ausgefüllt. Was nicht mehr an die Wände passt, steht „zum Durchblättern“ im Arbeitszimmer, an dessen Tür ein „Nichts desto Trotz“ hängt. „So nenne ich mein kleines Atelier. Das fasst ein bisschen zusammen, dass ich eigentlich kein Profi bin, eigentlich zu spät angefangen habe und trotzdem so viel male.“

Nur wenige frühe Werke sind noch erhalten

Wenn Peter Rennschmid durch seine Ausstellung führt, wird schnell klar, dass jedes Bild seine ganz eigene Entstehungsgeschichte hat. Auch die Techniken variieren. An den Wänden hängen etwa einige Batikarbeiten aus den 1990er-Jahren, Abstraktes sowie Konkretes. „Der Entstehungsprozess ist immer unterschiedlich.“ Einen besonderen Wert haben die Werke mit Katalognummer 001 und 002, da sie zu den wenigen gehören, die noch aus Peter Rennschmids Jugend erhalten geblieben sind. Sie hängen über dem Tischchen in der Küche, auf dem Snacks für die Besucher drapiert sind. „Ich habe zwar nie Kunst studiert, aber war immer sehr interessiert. Mein Kunstlehrer hat zum Beispiel Extrastunden zum Malen angeboten oder um Ausstellungen zu besuchen.“ Im Beruf ist er manchmal bewusst nicht in den Urlaub gefahren, um sich einige Wochen lang intensiver der Malerei zuzuwenden.

Rennschmid verleiht seine Gemälde

Hintergrund der Ausstellung ist freilich nicht nur, dass Peter Rennschmid seine gesammelten Arbeiten präsentieren möchte. Er bietet sie auch zum Verleih an. „Verkaufen will ich nicht“, sagt er. „Das wäre zu endgültig.“ Wer ein Werk leiht, wird von ihm jedoch dazu aufgefordert, einen Betrag an eine gemeinnützige Organisation zu spenden. Auch er selber möchte in diesem Jahr Werke für die Amnesty-International-Kunstauktion zur Verfügung stellen. Hierfür hat er ein eigenes Ausleihformular erstellt, in dem etwa Wertorientierungen festgehalten sind und mit dem er sich absichert, dass sein Bild an seinem neuen Platz versichert ist. Die Wohnung auch für Fremde zu öffnen, macht dem Künstler übrigens nichts aus: „Ich habe einen großen Bekanntenkreis und immer viel Besuch.“

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