Mietwohnungen

Mieterschützer: Vonovia jubelt Neumietern Stromvertrag unter

Vonovia steht wegen eines Passus zur Energieversorgung in seinen Mietverträgen für Neumieter in der Kritik.

Vonovia steht wegen eines Passus zur Energieversorgung in seinen Mietverträgen für Neumieter in der Kritik.

Foto: Ingo Otto/FUNKE Foto Services

Bochum/Düsseldorf.  Wer einen Mietvertrag bei Vonovia unterschreibt, aktiviert automatisch einen neuen Energie-Versorgungsvertrag. Mieterschützer kritisieren das.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Mieterschützer haben dem größten deutschen Immobilienkonzern Vonovia vorgeworfen, Wohnungsinteressenten zusammen mit dem Mietvertrag auch gleich weitere Verträge zum Wechsel des Energieanbieters "unterschieben" zu wollen. Neumieter, die den Strom- und Gasbezug der Vonovia nicht wollten, müssten aktiv werden und den entsprechenden Passus im Mietvertrag streichen, hieß es am Donnerstag in einer Mitteilung des Deutschen Mieterbunds und der Verbraucherzentrale.

Der Energieliefervertrag habe eine Mindestvertragslaufzeit von einem Jahr und verlängere sich jeweils ohne Kündigung. Der Tarif für den Strom habe zudem in einem von der Verbraucherzentrale NRW geprüften Fall über dem Durchschnittspreis gelegen.

Klausel im Mietvertrag zum Strom- und Gasanbieter-Wechsel

Neumieter, die den Strom- und Gasbezug dieses Anbieters nicht wollen, müssen den Verbraucherschützern zufolge aktiv werden und den entsprechenden Passus im Mietvertrag streichen. Solch eine Klausel im Mietvertrag, die einen Energieversorgungsvertrag gleich mitaktiviere, sei unwirksam, betonten Verbraucherzentrale und Mieterbund. Eine solche Regelung laufe den üblichen Vereinbarungen zuwider. Laut Verbraucherzentrale ist daher kein Vertrag mit dem Energielieferanten zustande gekommen.

"Mieter müssen nicht damit rechnen, dass sie mit ihrer Unterschrift unter einen Mietvertrag auch noch einen Energieliefervertrag in Gang setzen", erklärte die Verbraucherzentrale. Dadurch würden Mieter unangemessen benachteiligt.

Vonovia: Abschluss des Stromvertrages ist freiwillig

Vonovia wies die Vorwürfe zurück. Der Abschluss des Stromvertrages sei für den Mieter freiwillig. Auch gebe es vorab die die Möglichkeit zum Preisvergleich. Die angebotenen Preise seien zudem günstiger als der Grundversorgungstarif, hieß es.

Erst in der vergangenen Woche hatte der größte deutsche Wohnungsbaukonzern mit Hauptsitz in Bochum für Schlagzeilen gesorgt, als er ankündigte, seinen Gebäudebestand weniger modernisieren zu wollen. Vonovia hatte den Schritt damit begründet, dass die Akzeptanz der Mieter für die Sanierungen fehle. (dpa/epd)

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (4) Kommentar schreiben