Kreißsaal-Check

Kreißsaal-Check: Die Augusta-Kranken-Anstalt in Bochum

In der Augusta-Kranken-Anstalt in Bochum gibt es insgesamt vier Kreißsäle – zwei "normale" Kreißsäle, einen alternativen Kreißsaal und einen Wassergeburtsraum.

In der Augusta-Kranken-Anstalt in Bochum gibt es insgesamt vier Kreißsäle – zwei "normale" Kreißsäle, einen alternativen Kreißsaal und einen Wassergeburtsraum.

Foto: Augusta-Kranken-Anstalt gGmbH

Bochum.   Im Augusta-Krankenhaus in Bochum gibt es einen besonderen Geburtsraum. Was Eltern sonst noch wissen müssen, erfahren Sie im Kreißsaal-Check.

Rund 1000 Baby erblicken in der Augusta-Kranken-Anstalt Bochum jährlich das Licht der Welt. In unserem Kreißsaal-Check beantwortet das Krankenhaus Fragen rund um die Geburt, das Personal vor Ort, einen besonderen Geburtsraum und wie eine normale und selbstbestimmte Geburt gefördert wird:

Wie viele Geburten gibt es pro Jahr?

Im Augusta-Krankenhaus werden im Jahr rund 1000 kleine Jungen und Mädchen geboren.

Wie hoch ist die Kaiserschnitt-Rate?

Die Kaiserschnitt-Rate liegt laut Krankenhaus zwischen 25 und 30 Prozent. Aktuell belaufe sie sich auf 26 Prozent.

Wie viele Hebammen arbeiten in einer Schicht?

In einer Schicht arbeiten den Angaben des Krankenhaus zufolge zwei Hebammen.

Wie viele Ärzte arbeiten in einer Schicht?

Tagsüber sind vier Ärzte für den Kreißsaal im Dienst, nachts sind es zwei Mediziner. Zu dem Team gehören 13 Assistenzärzte, fünf Oberärzte der Frauenklinik und der leitende Arzt der Geburtshilfe.

Wie viele Kreißsäle gibt es? Gibt es eine besondere Ausstattung?

Es gibt insgesamt vier Kreißsäle – zwei "normale" Kreißsäle, einen alternativen Kreißsaal und einen Wassergeburtsraum. Das Krankenhaus bietet nach eigenen Angaben extra breite Entbindungsbetten. In allen Kreißsälen bestehe die Möglichkeit, alternative Geburtspositionen abseits des Kreißbettes einzunehmen – beispielsweise auf einem Hocker, einer Bodenmatte oder Gymnastikbällen. Alle Kreißsäle können verdunkelt werden und es besteht die Möglichkeit, indirektes Licht einzuschalten oder Musik abzuspielen.

In dem alternativen Geburtsraum gebe es kein konventionelles Entbindungsbett. Der Raum sei stattdessen zusätzlich mit einer Bodenmatratze und einer Bodenmatte ausgestattet. Es gebe verschiedene Schaumstoffelemente, Gebärkissen, eine Snackbar mit Tisch und Stühlen, ein Fotoposter mit aufrechten Gebärpositionen, einen Monitor, auf dem man eine DVD mit Naturszenen schauen kann, und eine dimmbare Stehlampe.

Yoga für Schwangere: Verschiedene Übungen zum Nachmachen
Yoga für Schwangere: Verschiedene Übungen zum Nachmachen

Der alternative Geburtsraum werde im Rahmen der "BeUp-Studie" zur natürlichen Geburt verwendet, er werde aber auch nach Abschluss dieser Studien erhalten bleiben. In der Studie werde erforscht, wie der natürliche Geburtsverlauf in einem Krankenhaus unterstützt werden kann. Die Studie wird deutschlandweit in 16 Einrichtungen durchgeführt. Weitere Informationen zur Studie finden Sie hier.

Wie sind die Wöchnerinnen untergebracht? Wie viele Zimmer gibt es?

Die Wöchnerinnen sind in Zweibettzimmern untergebracht. Es gibt 13 Zweibettzimmer und zwei Einzelzimmer. Laut Krankenhaus verfügen alle Zimmer über ein eigenes Bad, ein WC und freies WLAN.

Können Väter mit untergebracht werden?

Ja, die Väter können mit untergebracht werden.

Gibt es Familienzimmer? Wie sind diese ausgestattet? Wie hoch ist die Zuzahlung?

Laut Krankenhaus können alle Patientinnenzimmer in Familienzimmer umfunktioniert werden. Die Zimmer sind ausgestattet mit einer Sitzecke, Fernseher, freiem WLAN, Dusche und WC im Raum. Die Zuzahlung für das Familienzimmer beläuft sich auf 51 Euro.

Wie ist die Verpflegung?

Es gibt ein täglich wechselndes Wahl-Menü vom Chef des Cuisine R. Meyer, so das Krankenhaus.

Gibt es eine Neugeborenenstation?

Nein, es gebe ein Neugeborenenzimmer und ein Stillzimmer. Das Baby ist bei seiner Mutter im Patientenzimmer untergebracht. Im Neugeborenenzimmer erfolgen laut Krankenhaus:

  • die täglichen Untersuchungen durch einen Kinderarzt (U2)
  • Osteopathie bei Neugeborenen
  • Hüftultraschall zweimal pro Woche durch einen Orthopäden
  • Stoffwechseltest
  • Hörscreening
  • Möglichkeit zur Phototherapie bei Neugeborenengelbsucht
  • Es gibt eine Kooperation mit der angrenzenden Neonatologie im Elisabeth-Krankenhaus.

Ist das Krankenhaus Perinatalzentrum? Wenn ja, welche Stufe?

Nein, es handelt sich um eine Geburtsklinik. Das Augusta-Krankenhaus verweist an dieser Stelle auf seine Kooperation mit der angrenzenden Kinderklinik des Elisabeth-Krankenhauses. "Durch die Vorhaltung eines breiten Fachabteilungsspektrums ist die Mutter bei uns bestens versorgt im Falle von Komplikationen."

Weitere Besonderheiten, wie beispielsweise Infoabende:

Im Augusta-Krankenhaus will man eine normale und selbstbestimmte Geburt fördern. Daher nimmt das Krankenhaus an der "BeUp-Studie" teil (siehe oben). Außerdem ist eine Telemetrie zur Herztonableitung (CTG) für die Bewegungsfreiheit in der Geburt möglich. Nach eigenen Angaben führt das Krankenhaus keine unnötigen Dammschnitte durch, die Rate liege seit Jahren bei zwei bis drei Prozent der Geburten. Die äußere Wendung bei Beckenendlage und eine spontane Beckenendlagengeburt seien möglich. Es gebe Beleggeburten in Kooperation mit der Hebammenpraxis ISIS. Das Bonding nach der Geburt – auch nach Kaiserschnitten – werde gefördert. Homöopathie und Akupunktur unter der Geburt seien möglich. Auch eine TENS-Therapie zur Geburtserleichterung werde angeboten.

Auch die Förderung der Stillens hat sich das Krankenhaus auf die Fahne geschrieben. So gebe es ausgebildete Laktationsberaterinnen, Kolostrumgewinnung bei Gestationsdiabetes, einen wöchentlichen Stilltreff und eine Stillambulanz.

Darüber hinaus werden angeboten: Geburtsvorbereitungskurse, Wassergymnastik für Schwangere, Hebammensprechstunde, geburtsvorbereitende Akupunktur, Hebammenambulanz im Wochenbett, Babymassagekurse.

Infoabende gibt es zweimal im Monat, donnerstags um 17.30 Uhr. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Individuelle Kreißsaalführungen sind nach Voranmeldung möglich. Informationen gibt es auf der Internetseite des Augusta-Krankenhauses oder unter 0234/517-2711.

Das Augusta-Krankenhaus ist eine Kooperations- und Ausbildungsklinik des Hebammenstudiengangs der HSG Bochum.

Ist eine Anmeldung für die Geburt möglich/nötig? Und wann sollte man sich anmelden?

Eine Geburtsplanung in der circa 36 Schwangerschaftswoche ist erwünscht. Eine Anmeldung ist nur bei der Hebamme möglich.

Die Adresse des Krankenhauses: Bergstraße 26, 44791 Bochum. Telefon: 0234/517-2711. E-Mail: kreisssaal@augusta-bochum.de.

Alles zum Kreißsaal-Check

Diese Krankenhäuser in der Region haben im Kreißsaal-Check unsere Fragen beantwortet:

Bocholt

Kreißsaal-Check: Das St. Agnes-Hospital in Bocholt

Bochum

Kreißsaal-Check: Die Augusta-Kranken-Anstalt in Bochum

Kreißsaal-Check: Das St. Elisabeth-Hospital in Bochum

Bottrop:

Kreißsaal-Check: Das Marienhospital in Bottrop

Dinslaken:

Kreißsaal-Check: Das St. Vinzenz-Hospital in Dinslaken

Duisburg:

Kreißsaal-Check: Das Bethesda Krankenhaus in Duisburg

Kreißsaal-Check: Die Sana Kliniken in Duisburg

Kreißsaal-Check: Das Krankenhaus St. Anna in Duisburg

Kreißsaal-Check: Die St. Johannes Klinik in Duisburg

Düsseldorf:

Kreißsaal-Check: Das Evangelische Krankenhaus in Düsseldorf

Kreißsaal-Check: Das Sana Krankenhaus in Düsseldorf-Benrath

Kreißsaal-Check: Das Florence-Nightingale-Krankenhaus Düsseldorf

Essen:

Kreißsaal-Check: Das Elisabeth-Krankenhaus in Essen

Kreißsaal-Check: Das Marienhospital in Essen-Altenessen

Kreißsaal-Check: Das Universitätsklinikum in Essen

Kreißsaal-Check: Das Alfried Krupp Krankenhaus in Essen

Geldern:

Kreißsaal-Check: Das St.-Clemens-Hospital in Geldern

Gelsenkirchen:

Kreißsaal-Check: Das Marienhospital in Gelsenkirchen

Kreißsaal-Check: Sankt Marien-Hospital Buer in Gelsenkirchen

Herne:

Kreißsaal-Check: Das Marien Hospital in Herne

Kreißsaal-Check: Das St. Anna Hospital in Herne

Kleve:

Kreißsaal-Check: Das St. Antonius-Hospital in Kleve

Moers:

Kreißsaal-Check: Das Krankenhaus Bethanien in Moers

Kreißsaal-Check: Das St. Josef Krankenhaus in Moers

Mülheim:

Kreißsaal-Check: Das Evangelische Krankenhaus in Mülheim

Oberhausen:

Kreißsaal-Check: Das Evangelische Krankenhaus in Oberhausen

Kreißsaal-Check: Das Katholische Klinikum in Oberhausen

Velbert:

Kreißsaal-Check: Das Helios Klinikum Niederberg in Velbert

Wesel:

Kreißsaal-Check: Das Marien-Hospital in Wesel

Witten:

Kreißsaal-Check: Das Marien Hospital in Witten

Kreißsaal-Check: Unsere weitere Berichterstattung zum Thema:

  • Die Stadt Hattingen hat seit 2007 keine Geburtsstation mehr. Werdende Eltern sollten die Entbindung und Betreuung durch eine Hebamme sehr früh planen. Lesen Sie hier mehr.
  • Hebamme Regine Hoffmann aus Witten begleitet bis zu 300 Schwangere jährlich – seit mehr als 40 Jahren. In ihren Vorbereitungskursen räumt sie mit längst überholten Weisheiten auf: „Hecheln ist mega-out!“ Lesen Sie hier mehr.
  • In Dortmund und Duisburg können werdende Mütter ihren Nachwuchs im Fußball-Kreißsaal auf die Welt bringen. Die Nachfrage bei den Fans ist groß. Lesen Sie hier mehr.
  • Adina Stracke ist Hebamme in Sprockhövel. Sie erklärt, warum es immer weniger freiberufliche Hebammen gibt und wie Eltern die Bürokratie spüren. Lesen Sie hier mehr.
  • Eine Hebamme erklärt, warum der Babyblues nicht ungewöhnlich, eine Wochenbett-Depression aber gefährlich ist. Lesen Sie hier mehr.
  • Das Baby von BVB-Star Marco Reus kam in Witten zur Welt. Ein BVB-Fan tröstet sich damals im April 2019 so: „Solange sie nicht in Gelsenkirchen geboren ist, ist alles gut. Hauptsache, im Meisterschaftsjahr.“ Lesen Sie hier mehr.
  • Die Elternschule Essen hat in Rüttenscheid Räume gefunden. Die hohe Kurs-Nachfrage zeigt: Auch in Essen gibt es einen Hebammenmangel. Lesen Sie mehr.
  • Im Marienhospital Bottrop bahnt sich ein Geburtenrekord an. Schon im Oktober zählte das Krankenhaus die 1000. Geburt am MHB. So lautet seine Prognose für 2019.
  • In Deutschland sind Hausgeburten eher Ausnahme als Norm, in den Niederlanden sind es hingegen 13 Prozent. Warum Hausgeburten in den Niederlanden beliebter sind.

Kreißsaal-Check: Geburtsstationen aus der Region:

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