125 Jahre Kneipp-Verein

Kneipp-Verein Bochum: 125 Jahre die Gesundheit im Blick

Feiern Geburtstag: Mitglieder des Kneipp-Vereins in Bochum (v.l.): Doris Ihlefeldt, Dieter Raffenberg, Marga Kuchinke, Uwe Siebler und Doris Lewitz.

Feiern Geburtstag: Mitglieder des Kneipp-Vereins in Bochum (v.l.): Doris Ihlefeldt, Dieter Raffenberg, Marga Kuchinke, Uwe Siebler und Doris Lewitz.

Foto: Rainer Raffalski / Funke Foto Services GmbH

Bochum.  Seit 1894 führen Mitglieder auch in Bochum die Lehre des Pfarrers Kneipp fort. Es geht um Wasser, Ernährung, Bewegung - kurz: ums Wohlbefinden.

Er hat es bereits im 19. Jahrhundert gesagt, an Aktualität hat es aber nicht verloren: „Wer nicht jeden Tag etwas Zeit für seine Gesundheit aufbringt, muss eines Tages sehr viel Zeit für die Krankheit opfern“, so die Worte des Pfarrers Sebastian Kneipp, der von 1821 bis 1897 lebte. Im Jahr 2019 leben viele Menschen weiterhin nach seinen Lehren samt ihrer fünf Elemente - auch in Bochum.

„Wir sehen Gesundheit mit einem ganzheitlichen Ansatz und richten unsere Vereinsaktivitäten an den Elementen Wasser, Ernährung, Bewegung, Heilpflanzen und Wohlbefinden aus“, sagt Uwe Siebler, in Bochum Vereinsvorsitzender von über 200 Mitgliedern. Dieses Jahr feiert der Verein 125-jähriges Bestehen, eine festliche Infoveranstaltung in der Innenstadt gab es bereits im Mai.

Frauen waten nach dem Gottesdienst durchs Wasser

Kneipp – viele mögen die gleichnamige Firma für Pflegeprodukte kennen - wurde durch eigene Krankheit auf Wasseranwendungen aufmerksam und stieg in die kalte Donau. „Er wurde richtig angefeindet, weil Frauen nach dem Gottesdienst ihre Röcke hochzogen und durchs Wasser wateten. Sogar beim Papst musste er vorstellig werden“, erzählt Doris Ihlefeldt (80) heute lachend.

Sie sei vor über 20 Jahren durch das Gymnastikangebot zum Kneipp-Verein gekommen. „Für die Gesundheit sind Sozialkontakte entscheidend, und die finde ich hier“, so Ihlefeldt.

Viele Kurse und Ausflüge gehören zum Programm

Das Angebot ist abwechslungsreich: Von Kultur-Spaziergängen und Vollwert-Kochkursen über Hatha-Yoga und Wanderungen bis hin zu Rückenfitness und Vorträgen. Bei regelmäßigen Tages- und Bildungsfahrten geht es zu Zielen wie dem Hindu-Tempel in Hamm, ins Freilichtmuseum Hagen oder zur Bundesgartenschau nach Heilbronn.

„Man lernt immer etwas Neues. Die Atmosphäre ist klasse“, schwärmt Marga Kuchinke. Bei einem Kochkurs habe sie gelernt, ein nahrhaftes Risotto zuzubereiten und bei einem Kräuter-Vortrag erfuhr sie, dass es „Unkraut“ eigentlich nicht gibt. Ihr Wohlbefinden und ihr Alter sprechen zumindest für die positive Wirkung der Vereinsaktivitäten: „Ich bin 83 und sehr agil“, so Kuchinke.

Verein vermisst Anlage zum Wassertreten

Was den Bochumer Kneipp-Anhängern jedoch fehlt, ist eine eigene Anlage zum Wassertreten. „Vor Jahren gab es eine Anlage, aber sie wurde geschlossen. Es gab Einbrüche und sie wurde nicht gepflegt“, bedauert Siebler. Nun müssen die Mitglieder nach Duisburg oder Gladbeck fahren.

Doris Lewitz und Dieter Raffenberg wollten in ihrem Ruhestand aktiv bleiben. „Bei unseren 10 Kilometer langen Wanderungen sind viele dabei, die weit über 80 sind“, freut sich Lewitz, die auf Touren im gesamten VRR-Gebiet unterwegs ist. „Wir suchen aber dringend auch jüngeren Nachwuchs“, betont Raffenberg.

Kindergärten lehren nach Kneipp

Bei den ganz Kleinen fängt man damit schon an: Vier Kindergärten in Bochum erziehen nach den Lehren von Kneipp, zwei davon haben sogar ein eigenes Wassertretbecken.

„Wasser steigert als Vermittler natürlicher Lebensreize die Leistungsfähigkeit, stärkt die Selbstheilung und verbessert das Körperbewusstsein“, erklärt Siebler. Einst eine neue Wasseranlage zu bekommen ist der Wunsch des Vereins.

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