Ausstellung

Kirchenraum in Bochum wird zum Salon für Kunst

Die ausstellenden Künstler mit der Organisatorin Irene Hausmann und Pfarrer Rottmann (li. hinten) in der Johanneskirche Grumme.

Die ausstellenden Künstler mit der Organisatorin Irene Hausmann und Pfarrer Rottmann (li. hinten) in der Johanneskirche Grumme.

Foto: Morris Willner

Bochum.   Die Ausstellung „Geschichten Über Tage“ präsentiert sieben Bochumer Künstler in der Johanneskirche. Geboten wird ein abwechslungsreicher Mix.

Sieben Künstlerinnen und Künstler haben die Johanneskirche an der Ennepestraße in Grumme in einen Schauraum der Kunst verwandelt. Aus Anlass des Ennepestraßenfestes am Wochenende wurde eine Kunst-Kooperation u.a. mit dem Bochumer Künstlerbund ins Werk gesetzt. „Die Vorbereitung hat fast zwei Jahre in Anspruch genommen“, sagt Mit-Organisatorin Irene Hausmann.

Hausmann ist mit ihrem Atelier „Fabula“ in der Gemeinde im Flüsseviertel eine feste Größe. Auch diesmal hat sich die Künstlerin in die Vorbereitung auf das Fest rund um die 1964 eröffnete Johanneskirche eingeklinkt. „Wir wollten diesmal eine größeres künstlerischer Ausdrucksspektrum zeigen“, sagt Hausmann. Über den Kontakt mit Jacqueline Kraemer, der 1. Vorsitzenden des Bochumer Künstlerbundes, kam die Kreativkooperation schließlich zu Stande. Auch wenn nicht alle ausstellenden Künstler Mitglied im BKB sind.

Motto: Geschichte Über Tage

Die Schau steht unter dem Motto „Geschichten Über Tage“ und ist vor allem eines: abwechslungsreich. Das liegt an den individuellen Ausdrucksweisen der Künstler, aber auch am Mix der Genres: Malerei trifft auf Objektkunst und Fotografie. So regt Renate Schiecks Installation „Erinnerungen“ zum Nachdenken über die ewige und die persönliche Zeit an: Aufgehäuft hat sie in Wachs konservierte Tagebuchblätter – „gefrorene Erinnerungen“, die in Kunst aufgegangen sind.

Uta Hoffmanns großes Einzelbild scheint die Kraft des Malprozesses selbst auszudrücken und wirkt trotz seines ausladenden Formats (2,70 x 2,50 m) auf der hohen Kirchenwand fast schon wieder „klein“. Engels & Kraemer präsentieren leuchtende, verfremdete Fotografien von Pflanzen, die wie abstrakte Gemälde erscheinen. Doris Trzaska zeigt expressive, wie mit „leichter Hand“ gemalte Porträts, und wird auch am Wochenende die Besucher zu Portrait-Sitzungen auffordern.

Blick auf die Zukunft lenken

Kraftvoll und kontemplativ zugleich sind die einnehmenden Landschaftsbilder von Ines Dickerhoff. Sie fangen die Würde und Weite der Natur Islands ein, die sich selbst genug und auf den Menschen nicht angewiesen ist. Außerdem sind Bilder von Daniela Werth und Wibke Brandes zu sehen.

So möchten die Künstler den Blick weiten und auf die Zukunft lenken. „Wie die biblischen Geschichten, die in der Johanneskirche erklingen, wecken die Kunstwerke Gedanken und Gefühle im besonderen Raum der Kirche“, zeigt sich auch Gemeindepfarrer Volker Rottmann zufrieden.

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