Flüchtlinge

Kinderheim eröffnet Wohngruppe für minderjährige Flüchtlinge

Die elfjährige Ahed in der neuen Kinderwohngruppe.

Die elfjährige Ahed in der neuen Kinderwohngruppe.

Foto: FUNKE Foto Services / Olaf Ziegler

Bochum.   Das St-Vinzenz-Heim hat in einem Altbau eine Kinderwohngruppe für minderjährige Flüchtlinge eröffnet. Sie sind zwischen sechs und 14 Jahre alt.

Das St.Vinzenz Kinderheim eröffnete vor fünf Jahren die Wohngruppe „Globus“ für 14 bis 18- jährige unbegleitete Flüchtlinge. Nun wurde eine neue Gruppe gegründet: „Orbus“. Im Februar ist diese Kinderwohngruppe in ihr neues Domizil Am Krüzweg 67 eingezogen. Derzeit leben dort sechs Kinder im Alter von 6 bis 14 Jahren.

„Wir haben den Kindern erstmal ein Dach über dem Kopf gegeben“, sagt Carolin Hoffmann, Leiterin von „Orbus“. Die Sozialpädagogin arbeitet zusammen mit fünf weiteren Erziehern im 24-Stundendienst bei den Kindern. „Im Moment leben hier minderjährige Flüchtlinge aus Syrien und Eritrea, die entweder schon ein halbes Jahr hier sind oder erst eine Woche“.

„Die Kinder sollen es hier so angenehm wie möglich haben“

Um so überraschender ist es, wie schnell die Kinder Deutsch lernen. Die Verständigung läuft nur auf Deutsch und mit Händen und Füßen. Bei wichtigen Angelegenheiten ziehen wir einen Dolmetscher hinzu, erklärt die 33-Jährige. Auf drei Etagen gestaltete das Kinderheim die neue Unterkunft, die durch das Jugendamt und Spenden unterstützt wird. Für Neuankömmlinge stehen Kleidung und Willkommenspakete mit Stiften und einem Kuscheltier bereit. „Die Kinder sollen es hier so angenehm wie möglich haben“, so Hoffmann. Ziel sei ist, die Flüchtlinge so schnell wie möglich zu integrieren und ihnen einen Schutz- und Schonraum zu bieten.

Neben der schulischen Anbindung stehen vor allem persönliche, regelmäßige Gespräche im Mittelpunkt des Tagesablaufs im Kinderheim. Bei „Orbus“ gilt das Betreuersystem, bei dem jeweils ein Erzieher für ein Flüchtlingskind zuständig ist. „Es ist uns wichtig, dass jedes Kind Gehör findet und über seine Gefühle reden kann“, betont die leitende Sozialpädagogin. Durch das Engagement von Lehrern, die einmal pro Woche ins Kinderwohnheim kommen, kann der Erwerb der deutschen Sprache auch außerhalb der Schule gesichert werden.

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