Ferienangebot

Kinder werden in Graffiti-Workshop zu Street-Art-Künstlern

Beim Graffiti-Workshop entwerfen die Teilnehmer zunächst ihre Motive, bevor sie mit der Sprühdose umgesetzt werden,

Beim Graffiti-Workshop entwerfen die Teilnehmer zunächst ihre Motive, bevor sie mit der Sprühdose umgesetzt werden,

Foto: Ingo Otto

Querenburg.   Das Querenburger Freizeithaus „HuTown“ bietet einen Graffiti-Workshop an. Tag für Tag geht es vom Zeichnen über den Entwurf bis hin zur Sprühen.

Sprühdosen stehen herum, vorgezeichnete Muster liegen verstreut auf den Tischen, dazwischen Bücher mit Fotos von Graffiti. Mittendrin sitzt Amina (12) und zeichnet ihren neusten Schriftzug. Einmal radiert sie noch, dann sieht das „W“ so aus, wie sie es sich vorgestellt hat. „Das wird mal das Wort „Wow!““, verrät sie. Bis so ein Graffito an der Wand prange, sei ganz schön viel Vorarbeit nötig.

Umwelt mitgestalten

„Im Workshop lernen wir alles Schritt für Schritt“, sagt Amina und schaut sehnsüchtig auf die noch weiß lackierte Holzwand. „Bevor es ans Sprühen geht, lernen wir Zeichentechniken und entwickeln eigene Schriftzüge“, so die Zwölfjährige. Sie kenne jetzt auch alle Fachbegriffe wie „Outline“ oder „Background“. Gemeinsam mit zehn anderen Kindern zwischen zehn und 14 Jahren nutzt Amina die Ferientage für einen Graffiti-Workshop im Jugendfreizeithaus „HuTown“.

Während Aylin ihren Entwurf farbig ausmalt, zieht Acelya die Bleistiftlinien mit Filzstift nach. „Jeder hat sich einen Künstlernamen überlegt, meiner ist Alea“, sagt die Neunjährige. Sie sehe Graffiti immer an den U-Bahnen, es selbst nachzumachen sei ihr aber nie gelungen. „Man kann echt kreativ sein“, sagt Aylin. Mit der Sprühdose zu arbeiten sei etwas ganz anderes, als den altbekannten Pinsel zu schwingen. „Jeder hat einen eigenen Style“, erklärt Mirco, um Schmierereien handele es sich sicherlich nicht. „Das ist Streetart!“, so der Zehnjährige. Einen Platz weiter übt sich Mahmoud in 3-D-Effekten, David lässt seine Buchstaben besonders zackig aussehen und Marcel wagt sich gar an chinesische Schriftzeichen. „Später gestaltet jeder eine große Holzwand, meine werde ich in meinem Zimmer aufhängen“, weiß Mirco schon. Kursleiter Kevin Schott freut sich über die werkelnden Kinder. „Graffiti haben einen hohen gestalterischen Wert, aber sie sind nicht so zugänglich – man braucht jemanden, der die Techniken erklärt.“ Nicht nur deshalb sei es ihm eine Freude, die Streetart an die Kinder weiterzugeben. „Es ist toll, an einem längeren Projekt zu arbeiten und seine Umwelt draußen mitzugestalten“, sagt Schott, der seit 2011 in der Streetart-Szene aktiv ist. Neben den Holztafeln wird er gemeinsam mit den Kindern auch eine Außenseite des Freizeithauses gestalten. „Vielleicht wird’s eine Unterwasserwelt“, so Schott. Wer demnächst am „HuTown“ vorbeifährt, der wird es ja sehen.

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