Ferien-Aktion

Kinder suchen bei Exkursion im Weitmarer Holz Lebewesen

Jürgen Heuser erklärt den Kindern, welche Lebewesen sie im Weitmarer Holz entdeckt haben.

Foto: Gero Helm

Jürgen Heuser erklärt den Kindern, welche Lebewesen sie im Weitmarer Holz entdeckt haben. Foto: Gero Helm

Bochum.   Der Leiter der Biologischen Station Östliches Ruhrgebiet findet faszinierende Winzlinge im Waldboden. Nicht alle sind harmlos.

Manche dieser Kreaturen sind kaum zu sehen. Entweder sie verstecken sich in ihrem Lebensraum, der Erde des Weitmarer Holzes. Oder aber sie sind so klein, dass nur ein konzentrierter Blick sie erhaschen kann. An diesem Morgen trifft sich eine Gruppe Naturentdecker, um sie zu finden.

Diplom-Biologe Jürgen Heuser schickt die drei Mädchen und zwei Jungs zwischen sechs und zwölf Jahren auf die Suche ins Unterholz. Geduldig schaben sie mit Stöcken in der Erde, heben Laub zur Seite und bringen erste Lebewesen zurück zum Basislager im Wald: Regenwürmer, Nacktschnecken, Kellerasseln. Jedes Tier ist ein Triumph.

Wurm mit UV Schutz

Greta entdeckt einen Krabbler, der aussieht wie ein heller dünner Wurm mit hauchdünnen Beinchen, die erst mit Hilfe der Becherlupe zu sehen sind. „Das ist schon was Besonderes“, sagt Jürgen Heuser. Noch am nächsten Tag führt sich die Sechsjährige ihren Fund vor Augen „Was habe ich da noch mal gefunden?“ Einen Erdläufer.

Doch wie sieht es aus mit einem Steinkriecher, Saftkugler, Springschwanz oder Moosskorpion? Der Leiter der Biologischen Station Östliches Ruhrgebiet weckt erneut den Ehrgeiz der Gruppe und buddelt für sie in Laub und Erde. Ein Käfer flüchtet. „Das ist ein Laufkäfer, die rennen durch die Gegend und fressen kleinere Tiere“, sagt Heuser.

In der festen Erde kommt ein fast weißer Wurm zum Vorschein. „Die Regenwürmer, die an die Oberfläche kommen, sind braun-rot und haben einen eingebauten UV-Schutz“, erläutert der Biologe. Dieser hier unten braucht das nicht. Der Regenwurm hat sowieso einiges, mit dem man nicht unbedingt rechnet. Er kommt zum Beispiel vorwärts, weil er über Borsten verfügt, mit denen er sich am Boden festhält. Die Kinder forschen gebannt mit, die Erwachsenen staunen über ihre Geduld.

Hundertfüßer kann Haut verletzen

So weit, so gut – aber was ist jetzt mit dem Steinkriecher? Unter einem morschen Holzstück wimmelt es. „In den ersten Sekunden sieht man am meisten“, weiß Heuser. Denn, husch, husch, dann ist die Hälfte der Gesellschaft schon abgehauen. „Ich würde euch zu gern den gefährlichen Steinkriecher zeigen.“ Außer einem Kurzflügelkäfer, Springschwanz und jeder Menge Milben taucht dann wirklich ein Hundertfüßer auf, der „kleine Bruder“ des Steinkriechers, wie Heuser sagt.

Dieser hier würde mit seinen Kieferklauen die Haut des Menschen nicht durchstoßen können. Spritzt der größere Steinkriecher allerdings sein Gift in die Haut, kann das auch für den Menschen schmerzhaft werden. Durch die Becherlupe betrachtet sieht sein kleiner Bruder aber auch nicht harmlos aus.

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