Kreativität

Kinder erschaffen in Bochum imposante Bauten aus Holzklötzen

Mit seinen Holzbausteinen will der neunjährige Jonathan den Pariser Eiffelturm nachbauen. Später wird es dann doch die Tower Bridge.

Mit seinen Holzbausteinen will der neunjährige Jonathan den Pariser Eiffelturm nachbauen. Später wird es dann doch die Tower Bridge.

Foto: Socrates Tassos

Bochum.   Mit 45.000 Bausteinen entstehen im Haus Lobetal Brücken, Türme und Tiere. Kinder versinken für ein paar Stunden in einer Phantasiewelt aus Holz.

Es müssen hunderte, wenn nicht sogar tausende Bauklötze sein. Das Gebäude mit Kuppel sieht nahezu perfekt aus. Die Holzsteine sind akkurat nebeneinander aufgereiht, versetzt in regelmäßigen Abständen. Bei den Holzbautagen der Landeskirchlichen Gemeinschaft im Haus Lobetal in Gerthe haben die Kinder Zugriff auf insgesamt 45.000 rechteckige Holzplättchen in den Maßen dreimal zwölf Zentimeter.

Katrin Boedeker vom Rheinisch-Westfälischen Jugendverband „Entschieden für Christus“ hat 70 Kisten für diese besondere Aktion mitgebracht. 60 sind am Ende verbaut. „Für die Kinder ist es eine schöne Erfahrung, festzustellen: Ich kann etwas bauen, was so hoch oder breit ist. Ich kann mich sogar einbauen“, so die 40-Jährige.

Was einstürzt, wird neu gebaut

Die siebenjährige Clara sitzt derweil wirklich in einem Turm, den sie gemeinsam mit Johanna um sich herum wachsen lässt.

Was hier alles entsteht! Eine Giraffe, ein Elefant, ein Fernsehturm, ein Monster in einer Höhle. Emma (9) und Paulina (10) tüfteln an einer Sportanlage: ein Stadion mit Brücke, die durch eine Arena führt bis zu einem großen Gebäude: „Dort kann man essen und sich umziehen“, erklärt Paulina. Plötzlich klappert es laut. Ein Bauwerk ist teilweise eingestürzt. „Wir arbeiten mit Holz, da knallt es schon mal“, schmunzelt Emma.

Wenn es kracht, taucht keine Wut in den Kindergesichtern auf – allenfalls ein Hauch Enttäuschung. Meist aber nehmen die Kinder das Missgeschick gelassen hin, lächeln und fangen wieder von Neuem an. „Ich hätte gedacht, wir müssen schon mal die Taschentücher bereithalten, wenn die Bauwerke wieder zerstört werden. Aber die Kinder haben richtig Spaß daran, hinterher zu sehen, wie es wieder zusammenfällt“, so Annette Salberg (54) vom Haus Lobetal. Denn am Ende des Tages macht jeder sein eigenes Werk dem Erdboden gleich. Ein Schubs, ein Stups und schon prasseln unzählige Holzklötze auf den Boden.

Fasziniert von Architektur

An diesem Samstag versinken über zehn Kinder zwischen sechs und zehn stundenlang in der Holzbauwelt. Das Material, so simpel es ist, lässt ihnen größtmögliche Freiheit, die sie sichtlich genießen. Doch nicht nur die eigene Idee bestimmt das Spiel, weiß Henry, der mit seinen sechs Jahren der Jüngste hier ist: „Man darf nicht zu schnell arbeiten, sondern muss das ganz in Ruhe machen.“

Jonathan ist fasziniert von Architektur. Erst widmet er sich dem Eiffelturm, doch kapituliert schließlich vor der Höhe. Dann versucht es der Neunjährige mit der Tower Bridge. Ein Foto dient ihm als Vorlage. „Es ist eine ungewöhnliche Brücke, die zwei Türme hat, normalerweise haben Brücken ja nur Stäbe“, sagt er. Am Ende stellt er die Holzplättchen senkrecht aneinander angelehnt auf, um die Turmspitzen sichtbar zu machen. Es ist eines der kleineren Bauwerke an diesem Tag. Aber es sieht ungemein pfiffig aus.

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