Großbrand

Großfeuer auf Bochumer Schrottplatz war keine Brandstiftung

Die Polizei schließt Brandstiftung nach dem Feuer auf dem Schrottplatz in Gerthe aus.  

Die Polizei schließt Brandstiftung nach dem Feuer auf dem Schrottplatz in Gerthe aus.  

Foto: Endemann

Bochum.  Die Polizei hat ihre Ermittlungen zum Großfeuer auf einem Bochumer Schrottplatz abgeschlossen. Demnach liegt keine Brandstiftung vor.

Nach dem verheerenden Großbrand auf dem Gelände eines Autoverwerters im Gewerbegebiet Gerthe-Nord in der vergangenen Woche hat die Polizei nun ihre Ermittlungen zur Brandursache abgeschlossen. Die Brandsachverständigen der Kripo kommen zu dem Ergebnis, dass es sich nicht um eine Brandstiftung gehandelt habe, sondern der Schrott aus anderer Ursache in Brand geriet. „Wie genau das geschah“, so Polizeisprecher Volker Schütte, „lässt sich aufgrund der Auswirkungen der enormen Hitze nicht mehr klären“.

Schwelbrand als wahrscheinliche Ursache

Vielmehr habe es offenbar zuvor einen Schwelbrand gegeben. Als ein Bagger Material angehoben habe, sei Sauerstoff zugeführt worden und habe das Feuer angefacht. Versuche der Mitarbeiter, den Brand mit Handfeuerlöschern noch im Entstehen zu ersticken, waren bekanntlich gescheitert.

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Wie berichtet, kämpften in der Spitze bis zu 200 Feuerwehrleute am Mittwoch und die folgende Nacht gegen ein regelrechtes Flammenmeer. Den Einsatzkräften gelang es immerhin, das Übergreifen des Brandes auf ein benachbartes Chemieunternehmen zu verhindern. Es hat sich dabei um einen der größten Einsätze der Bochumer Feuerwehr der letzen Jahre gehandelt. Nur der folgenschwere Brand im Bergmannsheil mit zwei Toten vor vier Jahren gilt als noch größer.

Bochumer CDU fragt nach Hintergründen

Unterdessen meldet sich die Bochumer CDU zur Wort: Sie fragt, ob die Brände hätten verhindert werden können. Die Feuerwehr sei dort in kürzester Zeit mindestens zwei Mal im Einsatz gewesen. Viele Bürger in Gerthe seien seit langem besorgt. Sowohl der Baudezernent als auch der Chef der Wirtschaftsentwicklung seien in der Vergangenheit durch die CDU insbesondere auf die Notwendigkeit bauaufsichtlicher Kontrollen unter Berücksichtigung des Brandschutzes hingewiesen worden. „Leider muss anscheinend immer erst etwas passieren bevor die Verwaltung aktiv wird“, befürchtet Roland Mitschke, stellvertretender Fraktionsvorsitzender und CDU-Stadtbezirksvorsitzender für den Norden.

Vor diesem Hintergrund hat die CDU für den kommenden Rat eine Anfrage eingebracht, um zu erfahren, wie viele Kontrollen es in den letzten zwei Jahren dort gegeben habe. „Uns interessiert auch, ob den Grundstückseigentümern bzw. den Gewerbetreibenden bestimmte Auflagen gemacht und ob diese auch eingehalten worden sind“, so Roland Mitschke zum Inhalt der Anfrage.

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