Weltkatzentag

Katzen werden seit über 30 Jahren am Hellweg versorgt

Ulrike Kappert kümmert sich um kranke Katzen wie Mucki in ihrer Pension am Wattenscheider Hellweg.

Ulrike Kappert kümmert sich um kranke Katzen wie Mucki in ihrer Pension am Wattenscheider Hellweg.

Foto: Gero Helm / FUNKE Foto Services

Bochum-Wattenscheid.  Ulrike Kappert führt das „Katzenhaus Wattenscheid“ als gemeinnützigen Verein. Neue Helfer wäre eine große Unterstützung für die Ehrenamtliche.

Genaue Zahlen sind schwer zu ermitteln, Schätzungen gehen zum Teil in den zweistelligen Millionenbereich und bestätigen: Die Katze ist das beliebteste Haustier in deutschen Haushalten – noch vor dem hechelnden, ewigen Widersacher. Während Hunde als treue Begleiter bekannt sind, wird bei den Stubentigern immer wieder auf den ganz eigenen Charakter und „freien Geist“ hingewiesen: vor allem am Weltkatzentag (8. August). In Wattenscheid kümmert sich Ulrike Kappert seit den späten 1980er an 365 Tagen im Jahr um obdachlose und kranke Samtpfoten.

Ehrenamtliche Helfer könnten entlasten

„Wir könnten ehrenamtliche Helfer gebrauchen“, antwortet Kappert fast zurückhaltend auf die Frage, wie es um ihr „Katzenhaus“ am Wattenscheider Hellweg 241 stehe. Ein wöchentlicher Besuch würde schon viel ausmachen: „Die Katzen mit Futter und frischem Wasser versorgen, das Katzenhaus säubern, einfach einmal durchfegen. Uns würde das sehr helfen.“ Acht Tiere versorgt Kappert aktuell, bei lediglich einem Kater macht sie sich Hoffnungen auf eine Vermittlung: „Die anderen sieben Katzen müssen wir durchziehen, da wir quasi eine Nebenstelle für das Tierheim sind.“

Schwierige Vermittlungen

Zu krank oder auch zu alt seien die meisten Bewohner ihrer Pension. „Wir haben zwei Katzen, die bereits 19 und 20 Jahre alt sind. Ihre ehemaligen Besitzer sind ins Pflegeheim gekommen und konnten die Tiere leider nicht mehr versorgen.“ Bei so einem Alter sei eine Vermittlung fast aussichtslos. Auch bei einem anderen Tier macht sich Kappert wenig Hoffnungen: „Sie hat Epilepsie, muss zweimal täglich jeweils zu den gleichen Zeiten Medikamente bekommen.“ Dafür verlässt Kappert, die im Künstlertreff Wattenscheid aktiv ist, auch schon einmal eine Ausstellungseröffnung verfrüht. Die Versorgung der Katze gehe eben vor, sagt sie ganz selbstverständlich.

Ihre Einrichtung am Wattenscheider Hellweg führt sie seit über 30 Jahren, seit 2001 offiziell als „Katzenhaus Wattenscheid“, das mittlerweile ein eingetragener, gemeinnütziger Verein mit rund 13 Mitgliedern ist: „Wir machen alles ehrenamtlich und bestreiten es mit geringsten Mitteln. Die meisten Mitglieder sind Frauen, die sich für die Tiere engagieren.“ Über neue Aktive würde sich der Verein sehr freuen.

Charlie sucht ein geeignetes Zuhause

Indes hofft Ulrike Kappert, ein geeignetes Zuhause für Charlie zu finden: „Er ist ein junger Wohnungskater, hat schönes schwarzes Fell und ist sehr lieb.“ Einfach nur „vermitteln“ wird sie Charlie jedoch nicht: „Er benötigt natürlich Menschen, die Zeit für ihn haben und sich kümmern möchten.“

Wer dem Verein beitreten oder Charlie kennenlernen möchte, kann Kontakt zum Katzenhaus und zu Ulrike Kappert aufnehmen: Tel. 02327/55 18 4 oder über die Homepage.

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