„Katholikentagssiedlung“

„Katholikentagssiedlung“ in Bochum-Harpen besteht 70 Jahre

Auf 70 Jahre blickt die Siedlergemeinschaft Am Schleipweg in Harpen zurück. Bekannt ist das Viertel auch als „Katholikentagssiedlung“.

Auf 70 Jahre blickt die Siedlergemeinschaft Am Schleipweg in Harpen zurück. Bekannt ist das Viertel auch als „Katholikentagssiedlung“.

Foto: Socrates Tassos / FUNKE Foto Services

Bochum-Harpen.  Siedlergemeinschaft am Schleipweg in Harpen feiert ihr 70-jähriges Bestehen. Markenzeichen ist die gute Nachbarschaft. Eine Erfolgsgeschichte.

Mit einem Jubiläumswochenende im Zeichen von Begegnung und Musik feierte die Siedlergemeinschaft Am Schleipweg ihr 70-jähriges Bestehen. Die Häuser rund um die Heilig-Geist-Kirche und den Apostelplatz sind bundesweit unter dem Namen „Katholikentagssiedlung“ bekannt.

Beim Katholikentag wurde für die Siedlungs gesammelt

In seinem Festvortrag erinnerte Historiker Hans H. Hanke an das „Stundenlohnopfer“, welches die Teilnehmer des Katholikentages 1949 in Bochum für den Bau neuer Siedlungen und Kirchen gestiftet hatten. „Der Lohn betrug damals 1,60 DM und es wurden insgesamt 100.000 DM gesammelt.“ Diese Spende hat aus Sicht von Hans H. Hanke als „Anschubfinanzierung und dem Impuls zur Selbsthilfe“ für die Siedler Am Schleipweg gedient.

76 Häuser für 500 Personen sind entstanden

Insgesamt hat der Bau des Katholikentagsdorfes 2 Millionen DM gekostet, wobei die Siedler 300.000 DM und jeweils bis zu 2.800 Arbeitsstunden selbst erbrachten. 76 Häuser für 500 Personen sind dabei zwischen 1950 und 1953 in Harpen entstanden.

Gute Nachbarschaft ist Markenzeichen

„Heute feiern wir mehr als die Errichtung von Steinen und Häusern vor 70 Jahren, denn die Siedlung in Harpen zeigt, welche Impulse vom Katholikentag in Bochum bis heute spürbar sind“, betonte Oberbürgermeister Thomas Eiskirch (SPD). „Die gute Nachbarschaft ist bis heute das Markenzeichen der Siedlung“. Auch Vertreter des Siedlerbundes sowie der evangelischen und katholischen Kirchen, Pfarrer Pater David Ringel, Superintendent Gerald Hagmann und Pfarrer Michael Dettmann, würdigten in ökumenischer Verbundenheit und das Engagement und den Mut der Siedler.

Grundstein für eine Erfolgsgeschichte

„Vor 70 Jahren wurde der Grundstein für eine Erfolgsgeschichte und eine Gemeinschaft gelegt, die sich kümmert und achtet. Ich danke allen Siedlern, die im großen Maße am Aufbau der Heilig-Geist-Kirche und des Gemeindelebens beigetragen haben“, überbrachte Gemeindeleiterin Sabine Pappert Glückwünsche der Heilig-Geist-Gemeinde.

Siedler halfen beim Bau der Heilig-Geist-Kirche

Denn der Bau der Heilig-Geist-Kirche, des Pfarrhauses und des Kindergartens Monikastraße waren mit tatkräftiger Hilfe der Siedler entstanden. Auch die Namen der Straßen in der Siedlung – an Heiligen angelehnt – schlagen die Brücke zum Katholikentag 1949.

Seit Oktober 1952 lebt Günter Reimann in der Katholikentagssiedlung. Vater August Reimann hatte als Siedler zum Ende des zweiten Bauabschnitts in Harpen gebaut. „Als Schüler habe ich Steine geputzt und dafür 50 Pfenning bekommen“, erinnert sich Günter Reimann an die Unterstützung für den Aufbau der Siedlung Am Schleipweg.

Geist der Siedlung aufrecht erhalten

Er wohnt gerne hier und war viele Jahre Vorsitzender der Siedlergemeinschaft, der er bis heute eng verbunden ist. So präsentierte Günter Reimann beim Jubiläumswochenende eine Ausstellung zur Geschichte der Siedlung und des Katholikentages 1949 im Jugendheim am Apostelplatz. „Mir ist es wichtig, dass der Geist der Siedlung aufrechterhalten bleibt. Damals haben wir uns immer gegenseitig geholfen und angepackt.“ Jetzt gelte es, neue Generationen für die Fortführung der Siedlung zu gewinnen, blickt Günter Reimann voraus.

Ideen für die Zukunft

Für ein gutes Zusammenleben und eine gute Gemeinschaft am Schleipweg engagiert sich besonders der Vorstand der Siedlergemeinschaft: „Wir möchten den begonnenen Weg weitergehen, zusammenhalten und uns beistehen. Dabei möchten wir alle Altersklassen ansprechen und habe schon einige Ideen für die Zukunft“, betonte die Vorsitzende Sabine Majcen.

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