Kanal marode

Kanalbruch in Bochum-Nord stellt Tiefbauamt vor ein Problem

Die Heinrichstraße ist im oberen Abschnitt nach Kanalbrüchen gesperrt und muss auf ganzer Länge saniert werden.

Die Heinrichstraße ist im oberen Abschnitt nach Kanalbrüchen gesperrt und muss auf ganzer Länge saniert werden.

Foto: Svenja Hanusch / FUNKE Foto Services

Bochum-Gerthe.  In der Heinrichstraße in Gerthe brach die Fahrbahn ein. Der Kanal muss komplett erneuert werden. Das verzögert benachbarte Kanalbaustellen.

Plötzlich ging alles ganz schnell: In der Heinrichstraße tat sich der Boden auf. Es begann vor der Hausnummer 78. „Wir dachten noch, das können wir rasch reparieren“, berichtete Michael Kammler, beim Tiefbauamt zuständig für die Entwässerung, in der jüngsten Sitzung des Bezirks Nord. „Doch dann stellten wir fest, es ist nicht nur die Oberfläche beschädigt, sondern auch der Unterboden unterspült.“ Diese unerwartete langwierige Baustelle hat nun Folgen für weitere geplante Kanalbaumaßnahmen.

Kanal muss komplett erneuert werden

Bald darauf klaffte ein paar Meter weiter ebenfalls ein Loch in der Fahrbahn. Das Tiefbauamt stellte fest: Der Kanal ist an mehreren Stellen marode, und sperrte die Schadensstellen ab. Weil es schnell gehen musste, verzichtete das Tiefbauamt auf eine Ausschreibung. Kammler: „So haben wir uns direkt Firmen gesucht und eine ausgewählt. Der Kanalneubau hat bereits begonnen.“

Die Maßnahme war ohnehin vorgesehen, indes erst im nächsten Jahr. „Aus Geldgründen wollten wir sie bis 2020 schieben, doch dann hat uns die Realität eingeholt“, räumt der Entwässerungsexperte ein. Der erste Bauabschnitt betrifft aktuell die Heinrichstraße von der Einmündung Gerther Straße bis zur Brücke der Bahntrasse – eine Länge von rund 280 Metern. Der neue Kanal bekommt Rohre mit einem größeren Durchmesser, um ihn hydraulisch tüchtiger zu machen.

Restmittel zusammenkratzen

Die Kosten liegen bei 610 000 Euro, dazu müssen nun Restmittel aus dem laufenden Haushaltsjahr verbraucht und weitere Gelder umgeschichtet werden, um die Finanzierung zu sichern. Der erste Bauabschnitt wird bis Ende März dauern. Abschnittsweise wird die Heinrichstraße gesperrt.

„Doch das ist nur der Anfang“, warnte Michael Kammler. Das Problem: Die Heinrichstraße sollte eine Umleitung für die Gerther Straße werden, weil dort eigentlich im nächsten Jahr ein neuer Kanal geplant war. Im April, Mai sollte der Bau starten. Das steht nun auf der Kippe, denn eine parallele Sperrung von Gerther- und Heinrichstraße wäre nicht zumutbar. Da die Heinrichstraße auf ganzer Länge, also auch in Gegenrichtung bis zum Castroper Hellweg, einen neuen Kanal bekommt, wird es weitere fünf Monate dauern. Erst zum Ende des nächsten Jahres rechnet das Tiefbauamt mit der Fertigstellung, so dass die Gerther Straße nicht von 2021 begonnen werden kann.

Auch in den Stichstraßen wird gebuddelt

Die Stadt will auch die Kanäle in den Seitenstraßen untersuchen, weil auch diese ihr Alter haben. In den nächsten zwei bis drei Jahren müssen die Gerther also mit zahlreichen Baustellen im Ortszentrum rechnen. Der Bochumer Norden bleibt also verkehrstechnisch gebeutelt. Auf Nachfrage der CDU erklärte Michael Kammler, dass sich wohl auch die Kanalbaustelle in der Tenthoffstraße verzögern wird. Somit bleibt die wichtige Verbindung zwischen Innenstadt und Hiltrop länger gekappt als nur bis Ende November. „Es gab Probleme beim Bau, ich bezweifle, dass die Firma wie geplant fertig wird“, erklärte Kammler.

Bezirksbürgermeister Henry Donner (SPD) erinnerte daran, dass die Bergener Straße, die nach alten Plänen spätestens seit Sommer wieder offen sein sollte, noch immer nicht fertig ist. Doch hier ist ein Ende absehbar: Die Baustelle (ebenfalls Kanal und Straßenbau) hat die Einmündung Hiltroper Straße erreicht. „Die sind hoffentlich in 14 Tagen fertig.“

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