Wohnwoche

Junge Menschen verbringen eine Woche im Gemeindehaus

Vor das gemeinsame Essen hat der Plan das „Schnibbeln“ gestellt. Aber Jonathan-Patrick, Svea, Melanie, Lara, Ronja und Laura (v.l.), haben in der großzügigen Küche des Gemeindehauses Spaß daran.

Vor das gemeinsame Essen hat der Plan das „Schnibbeln“ gestellt. Aber Jonathan-Patrick, Svea, Melanie, Lara, Ronja und Laura (v.l.), haben in der großzügigen Küche des Gemeindehauses Spaß daran.

Foto: Gero Helm

Bochum-Kirchharpen.   Im Projekt „Wohnwoche“ verbringen junge Menschen sieben Tage gemeinsam im evangelischen Gemeindehaus Harpen. Für alle eine spannende Erfahrung.

Ein bisschen Kirchentag, ein bisschen Jugendherberge, ein bisschen Camping, und dazu eine selbst gewählte Gemeinschaft für eine runde Woche – das könnten die „Schlaglichter“ der „Wohnwoche“ an der Kattenstraße sein. Das gerade zwei Jahre junge evangelische Gemeindehaus hat seine Feuertaufe als Herberge und Zwischendurch-Zuhause bestanden.

Diakonie übernahm „coole Idee“ von einem Kollegen

Diakonin Melanie Hülsmann hat die „coole Idee“ von einem Kollegen übernommen und schnell ein reichliches Dutzend Jugendlicher und junger Erwachsener zwischen 13 und 18 Jahren gefunden, die sieben Tage gemeinsam im Gemeindehaus verbringen wollten. Dazu helfen zwei „Teamer“ bei der Organisation und Durchführung.

Die zu erwartenden Reibungspunkte, wenn man sich so nah auf der Pelle hockt, scheinen keine zu sein, macht das breite Schmunzeln der Gruppe klar. „Ungefähr 50 Wecker“ machen der Nachtruhe ein Ende, drei Frühaufsteher pellen sich aus den Schlafsäcken, einige machen sich für die Schule fertig, einige für den Wechseldienst im Beruf. Und wer sowieso schon wach ist, „darf Frühstück machen“. Machen sie auch, und ganz gern.

Auch andere Gemeindegruppen kennengelernt

Sie können alle Räume des Gemeindezentrums nutzen, nur die Feldbetten und Matratzen im Mehrzweckraum müssen weggeräumt werden, bevor die anderen Gruppen der Gemeinde sich hier treffen. Schlagzeug, Klavier und Kicker neben der Sitzecke zeigen sowieso, hier ist Multifunktionalität angesagt.

Ganz nebenbei lernen sich in der Wohnwoche auch die Mitglieder der einzelnen Gemeindegruppen auf diese Art kennen. Und schätzen, wie Melanie Hülsmann erzählt: „Die Frauenhilfe war gleich begeistert: Was riecht das hier denn so lecker? Kartoffelsalat?“

„Möglichst“ um 17 Uhr soll das „Schnibbeln“ in der Küche beginnen, beschreibt sie, damit um 19 Uhr gegessen werden kann, gegen 20.15 Uhr schließt dann eine gemeinsame Andacht den Tag in der Wohnwoche. Bis dahin herrscht ein reges Kommen und Gehen, die Verpflichtungen außerhalb gehen vor, ob Sport oder Musikschule, „dadurch lernen wir auch den Alltag der anderen kennen.“

Gruppe macht Lust auf eine richtige WG

„Trotzdem machen wir hier viel mehr als zu Hause,“ schildern Milena und Laura, „und wenn’s zuviel wird, kann man sich immer noch in einen anderen Raum zurückziehen.“ Die Diakonin ergänzt: „Wo sie sonst nur kurz miteinander reden, sind sie hier immer wieder im Gespräch, ganz intensiv und vertraut.“ Das freiwillige Programm am Morgen mit Sport oder Meditation „wird vielleicht etwas wenig genutzt“, räumt sie ein, aber alle starten eben schon früh und ganz unterschiedlich.

Nach den Erfahrungen der ersten Tage bringt es einer aus der Gruppe wohl für alle auf den Punkt: „Wann sind wir wohl eine richtige WG?“

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