Europawahl

Junge Menschen stellen Fragen über die Europäische Union

Simon Gutleben (JEF) bei der Diskussionsrunde "Think and Drink" in der Volkshochschule Bochum.

Simon Gutleben (JEF) bei der Diskussionsrunde "Think and Drink" in der Volkshochschule Bochum.

Foto: Vladimir Wegener / FUNKE Foto Services

Bochum.  Denkfabrik „young perspectives“ lädt zum Themenabend mit frischen Formaten. Neben Sachfragen geht es auch um politische Programme.

„Treffen sich eine Italienerin, eine Französin und ein Deutscher“, sagt Tobias Lechtenfeld an einen Stehtisch gelehnt und blickt in die Runde junger Menschen mit Getränken in den Händen. Auch wenn es so klingt: Einen Kneipenwitz erzählt der 38-Jährige nicht, sondern die Gründungsgeschichte der Kleinpartei „Volt“. „Wir führen mit einem europäischen Wahlprogramm einen grenzübergreifenden Wahlkampf, es gibt nicht 28 nationale Programme“, sagt Lechtenfeld, der am 26. Mai zur Europawahl auf Listenplatz 3 kandidiert. Am Stehtisch nebenan unterhält sich Fridays-for-Future Aktivist Paul Rösler mit einem Besucher über Strom- und Lebensmittelpreise und die Frage, von welchen Gewohnheiten wir uns für eine nachhaltige Zukunft verabschieden müssen.

Wieder einige Meter weiter quatscht Simon Gutleben mit Christian Stehr. „Kennst du die?“ fragt Gutleben und hält ein Foto von Margrethe Vestager, Spitzenkandidatin der ALDE Fraktion, hoch. Steht schüttelt den Kopf. „Ich wünsche mir mehr Berichterstattung, damit ich die Spitzenkandidaten kennenlerne“, sagt er. Junge Menschen, interessierte Fragen, viele Informationen: So sieht es aus, wenn die Denkfabrik „young perspectives“ zum Themenabend einlädt.

Alte Formate aufbrechen

Initiator Fabian Schäfer sagt: „Mit frischen Formaten wollen wir Bewusstsein dafür schaffen, was die EU alles leistet. Das ist Vielen nämlich gar nicht bewusst.“ Welchen Weg geht meine Stimme? Was ist der Unterschied zwischen Europäischem Rat und Ministerrat? Wie unterscheiden sich die Programme der Parteien hinsichtlich ihrer Klimaziele? Neben klassischen Powerpoint-Präsentationen gibt es beim Themenabend auch einen Marktplatz der Visionen und eine Podiumsdiskussion mit Zuschauerplatz.

Julian Hoppe hat noch nicht entschieden, welche Partei er bei der Europawahl wählt. „Die Altparteien sind zu starr, ich wünsche mir mehr Beachtung für Kleinparteien. Sie spiegeln den Geist der Zeit wieder“, findet er. Netz- und Umweltpolitik seien ihm besonders wichtig. Christian Marx interessiert sich für die Haltung der Kandidaten in Bezug auf Lobbyismus. Lechtenfeld steht im direkt Rede und Antwort: „Ich bin für die Veröffentlichung von Treffen und überreichten Dokumenten.“ Nora Kreienborg sagt: „Ich weiß im Politikbereich nicht alles, möchte aber dazulernen. Wenn es unser Europa werden soll, ist es unsere Pflicht, sich zu informieren.“

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