Leichte Sprache

Jugendamt überträgt Anschreiben in Leichte Sprache

Verwaltungsdeutsch ist nicht immer leicht zu verstehen.

Foto: Jörg Schimmel

Verwaltungsdeutsch ist nicht immer leicht zu verstehen. Foto: Jörg Schimmel

Bochum.   Beamtendeutsch ist schwierig zu verstehen. Gerade für Menschen mit Behinderung. Verwaltung bemüht sich das Verwaltungsdeutsch zu entschlacken.

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Beamtendeutsch ist oftmals schwierig zu verstehen. Insbesondere für Menschen mit Behinderung, Verständigungsproblemen oder Leseschwäche. Die mussten sich oft von Bekannten oder Betreuern helfen lassen, wenn ein Brief vom Amt ins Haus kam. Zumindest beim Antragsverfahren für Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket, ändert sich das jetzt.

Das Jugendamt hat im Projekt „Verwaltungsakte in Leichte Sprache übersetzen“ zusammen mit dem Büro für Leichte Sprache der Lebenshilfe und dem Forschungsinstitut Technologie und Behinderung Anträge und Anschreiben in Leichte Sprache übertragen. „Ich bin allerdings so sehr an die Sprache gewohnt, dass es für mich ein Problem darstellte, andere Formulierungen für Sätze zu finden“, sagt Heike Dahlhaus vom Jugendamt.

Kurze Sätze, einfacher Satzbau, anschauliche Bilder

Deshalb wurde ein Expertenkomitee gebildet, das aus Menschen besteht, die jetzt von der Leichten Sprache profitieren können. Unter anderem dabei war Claudia Spannel. Sie ist das herkömmliche Antragsschreiben durchgegangen und hat Verbesserungs- und Änderungsvorschläge gemacht. „Früher war es immer ärgerlich, wenn man einen Brief bekam und schon im Vorfeld wusste, dass man den wahrscheinlich nicht versteht. Das ist jetzt anders“, erklärt Claudia Spannel.

Das neue Antragsschreiben machen kurze Sätze, einfacher Satzbau und anschauliche Bilder aus. Durch das Projekt sollen die Menschen mutiger, die Möglichkeiten der Teilhabe gesteigert werden. Denn nicht nur der Antrag kann in Leichter Sprache gestellt werden, auch Antwortschreiben und Bescheid werden in dieser verfasst. Das ist ein Novum.

Rechtsbelehrung lässt sich nicht übersetzen

Allerdings: „Die Rechtsbelehrung ließ sich leider nicht übersetzen, das hat das Rechtsamt geprüft“, erklärt Heike Dahlhaus. Ganz schön hartnäckig, dieses Beamtendeutsch.

Weitere Infos gibt es auf der Homepage des Jugendamts, bochum.de/jugendamt, oder unter 0234/ 910-19 18 / 910-18 84 und bald in allen Schulen und Kindertageseinrichtungen der Stadt.

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