Klassik

John Lidfors: Ein neues Gesicht im Bochumer Musikforum

John Lidfors ist Leiter des Philharmonischen Chores und Musikalischer Assistent von GMD Steven Sloane bei den BoSy.

John Lidfors ist Leiter des Philharmonischen Chores und Musikalischer Assistent von GMD Steven Sloane bei den BoSy.

Foto: Dietmar Wäsche

Bochum.   John Lidfors übernimmt als Nachfolger von Susanne Blumenthal den Philharmonischen Chor. Wie er noch Bochum kam, hat viel mit Berlin zu tun.

Ein neues Gesicht im Musikforum ist John Lidfors. Der in Wien, Aspen und Berlin ausgebildete US-Dirigent ist neuer Leiter des Philharmonischen Chores und wird mit Beginn der neuen Spielzeit auch musikalischer Assistent von GMD Steven Sloane. Eine Doppel-Aufgabe, die dem 30-Jährigen reizvoll genug erschien, um sein angestammtes künstlerisches Arbeitsumfeld in Nürnberg zu verlassen. Lidfors folgt Susanne Blumenthal nach, die die Leitung des Philharmonischen Chores aufgegeben hat.

Lidfors arbeitet sich gerade ein und hat schon einen Eindruck vom Musikforum bekommen. „Beeindruckt hat mich die architektonische Gestaltung, das Miteinander von Alt und Neu“, sagt Lidfors, der als Sohn amerikanischer Eltern in Deutschland aufwuchs und schon in jungen Jahren Klavier und Violine lernte.

Studien mit Bestnote abgeschlossen

Seine Dirigierstudien in Wien schloss er 2010 mit Bestnote und seinem Debüt im Wiener Musikverein ab. Lidfors arbeitete anschließend als Dirigent, Künstlerischer Leiter und Gründer des Orchesters Ventuno, ein professionelles Kammerorchester in der Nürnberger Region, das sich durch interaktive Musikvermittlung an Schulen auszeichnet.

Und wie kam der Kontakt nach Bochum zu Stande? „Durch Steven Sloane“, sagt Lidfors, und erzählt, dass er den Bochumer „General“ im Rahmen der International Conducting Academy (Dirigenten-Akademie) in Berlin kennenlernt habe. „Außerdem war bei diesem Zusatz-Studium Harry Curtis mein Lehrer“, sagt Lidfors. Eben jener Curtis also, der bis vor vier Jahren das Amt bei den BoSy bekleidete, das Lidfors nun übernimmt.

Sänger dringend gesucht

Einer intensiven Beschäftigung mit der Kunst des A-cappella-Chorgesangs ging John Lidfors als Leiter von Kammerchören in Berlin, Nürnberg und Fürth nach, für Bochum hat er sich verschiedene Aufgaben gestellt. „Ich möchte den Chor klanglich weiterbringen und auch neue Sänger werben“, sagt Lidfors. Wie viele Chöre leidet auch der „Philharmonische“ an einem krassen Missverhältnis: 80 Sängerinnen stehen gerade mal 40 Sänger gegenüber. „Vor allem Bässe und Tenöre werden dringend gebraucht“, so John Lidfors.

Denn große Aufgaben warten. Zunächst wird der Philharmonische Chor eine Mitsing-Konzert (am 1. Oktober) gestalten, im Herbst beginnen dann die Proben für Lidfors erste große Aufführung: Am 18. Februar 2018 soll Joseph Haydns bekanntes Oratorium „Die Schöpfung“ erklingen.

>>>>>>Der Philharmonische Chor

Mit seiner über 150-jährigen Geschichte gehört der Philharmonische Chor Bochum zu den traditionsreichsten Konzertchören des Ruhrgebiets und ist direkt an die Bochumer Symphoniker angegliedert.

Aktuell besteht der Laienchor aus rund 120 Mitgliedern verschiedener Altersgruppen. Pro Konzertsaison absolviert der Chor vier bis fünf Auftritte mit den BoSy, aber auch mit eigenen A-capella-Programmen.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben