Improvisierte Musik

Jazz-Klänge im alten Malakowturm der Zeche Hannover

 John-Dennis Renken bei seiner Performance im Malakowturm.

 John-Dennis Renken bei seiner Performance im Malakowturm.

Foto: Sven Thielmann

Bochum.  Im Malakowturm der Bochumer Zeche Hannover startete die Reihe „Musik im Turm“. Zum Auftakt gab es Trompeten-Experimente mit John-Dennis Renken.

Im Malakowturm der Zeche Hannover hat Kurator Eckard Koltermann eine neue Reihe konzipiert: Musik im Turm. „Die historische Industriearchitektur des Ortes und die Musik gehen zusammen einen Dialog ein“, so die Idee von Koltermann, selbst improvisierender Musiker, und Dietmar Osses vom LWL-Museum Zeche Hannover.

Besondere Akustik

Nun ist auf der ersten Ebene des Turmes nicht wirklich Platz für eine Bühne, der verkleidete Schacht in der Mitte des Förderturms aus dem Jahre 1857 verhindert teilweise die Sicht auf den Künstler. Kein Problem fürs Publikum, das sich auf der Stahltreppe positioniert und sich forschend den besten Platz in dem hohen Turm mit der besonderen Akustik sucht.

Jazztrompeter John-Dennis Renken erfüllte diesen besonderen Ort mit einer Solo-Performance. Mit zusätzlicher Live-Elektronik erweitert der in Essen lebende Musiker sein Spiel, fügt Stimmen hinzu, und brachte einen gewissen Geräuschanteil durch seiner erweiterten Technik in die Performance.

Prägende Jahre in New York

Der Trompeter ist Jazzfans im Ruhrgebiet durch sein „Zodiak-Trio“ seit langem ein Begriff; sein Stil reicht von Modern Jazz über sphärischen Spielarten des Fusion bis hin zu Acid-Jazz. Zwischen den Stücken erzählte der Trompeter von seinen prägenden Studienjahren. Nach New York gegangen zu sein, sei für ihn die wichtigste Entscheidung seines Lebens. Dort habe er bedeutende Impulse erhalten. Renkens Performance im Turm der Zeche Hannover knüpfte an „alte Zeiten“ an, er spielte sphärische Kompositionen wie „Fjord“ und widmete weitere Stücke den bedeutenden Trompetern Nils Petter Molvaer und Cuong Vu.

Besondere Eindringlichkeit

Das Konzept des „Dialoges“ zwischen zeitgenössischer Musik im Grenzbereich von Komposition und Improvisation und der historischen Örtlichkeit ist gut gewählt: der Trompetenklang entfaltete im Turm gelegentlich besondere Eindringlichkeit, schnelle Trompetenläufe verschwommen auch mal zu einer undeutlichen Klangmasse - und dennoch schärfte Renkens hoch elaboriertes Spiel die Sinne der Zuhörer. Ein gelungenes Konzept!

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