Designer-Teppiche

Jan Kath zeigt bei Hausmesse in Bochum ein Teppichparadies

Designer Jan Kath (l.) ist mit

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Foto: Ingo Otto

Bochum.   Schon zum dritten Mal lädt der Designer Händler aus aller Welt zur „Family Affair“ in seinen Showroom. Inspiration bekommt er von überall.

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Einmal im Jahr wird Bochum für Teppichhändler zum Design-Mekka. Dann lädt Jan Kath wieder in seinen hiesigen Ausstellungsraum zur „Jan Kath Family Affair“, der Hausmesse des Teppichdesigners. Auch am Freitag waren wieder Gäste aus aller Welt geladen, um einen Blick auf die gewagten Muster zu werfen.

Dabei ist die Messe nicht auf Endkunden ausgelegt, sondern richtet sind an Händler, Architekten und Designer. Diese können in den ehemaligen Fabrikhallen an der Friederikastraße die Referenzmodelle der Kollektionen anschauen und dann ihren individuellen Jan-Kath-Teppich bestellen.

„Das ist die Möglichkeit, einmal alle Kollektionen live zu sehen“, erzählt Romain Leitz. Er vertreibt die Teppiche des Bochumer Designers rund um Südfrankreich. Die Messe nutzt er unter anderem, um mit den Menschen ins Gespräch zu kommen, welche die Prachtstücke geknüpft haben. „Es ist wichtig, zu allen Modellen eine Geschichte erzählen zu können“, so Leitz.

2000 Ausstellungsstücke werden neu ausgebreitet

Für Kath selber ist bei dem Event Daueranspannung angesagt, und das, obwohl es schon zum dritten Mal stattfindet. „Das ist tierisch aufregend. Ich konnte ein Woche lang fast nicht pennen“, erzählt das Designgenie salopp. Immer wieder ist er mit den internationalen Gästen ins Gespräch vertieft und führt sie durch die beeindruckenden Hallen.

Auch wenn die Räume nicht überfüllt sind, gibt es für die Helfer einiges zu tun. Für jeden Kunden werden die Teppiche neu ausgebreitet und nach der Vorführung wieder zusammengerollt. Das erfordert bei insgesamt rund 2000 Ausstellungsstücken bare Manneskraft.

Wolle und Seide werden mühsam abgebrannt

In diesem Jahr hat Jan Kath viel Neues zu präsentieren. Nach wie vor ein Renner ist die Reihe „Erased Heritage“. Traditionelle Teppiche wie Mamluks, Bidjars oder Konyas werden so designt, dass sie aussehen, als seien sie verunstaltet worden. Der Kaputt-Look ist aber durchaus beabsichtigt.

Um ihn optimal darzustellen, würden beim Knüpfen beispielsweise Wolle und Seide verwendet und anschließend mühsam „abgebrannt“, erklärt Pressesprecherin Gaby Herzog. Der Teppich verliere so an Volumen und erhalte seinen besonderen Charakter. Aber auch fernab davon gibt es in diesem Jahr wieder einiges zu sehen. Metallplatten, europäische Tüchlein, Wolken, nahezu alles benutzt der Bochumer als Inspiration.

Dieses Wochenende kommt die Privatmesse zu ihrem Abschluss. Im Anschluss gibt es für das Team jedoch kein Durchatmen, denn unmittelbar danach steht in Köln die Internationale Möbelmesse an. Für Teppichdesigner ist der Januar ein wichtiger Monat.

>>> INFO: Teure Teppiche für ausgewählte Kunden

Die Hausmesse findet zeitgleich mit der Domotex in Hannover statt. Hier wurden dem Designer jedoch zu viele Plagiate gezeigt, er entschied sich für eine Konkurrenzveranstaltung.

Rund 300 bis 400 Kunden besuchen die „Family Affair“.

Ein Teppich kostet rund 2500 Euro pro Quadratmeter.

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