Klassentreffen

Jacob-Mayer-Schüler erleben nostalgisches Treffen

Ehemalige Schüler der Jacob-Mayer-Schule schauen die Räume ihrer damaligen Schule in Bochum an. Heute ist hier die Musikschule untergebracht: für die Besucher ein Fotomotiv.

Ehemalige Schüler der Jacob-Mayer-Schule schauen die Räume ihrer damaligen Schule in Bochum an. Heute ist hier die Musikschule untergebracht: für die Besucher ein Fotomotiv.

Foto: Gero Helm / FUNKE Foto Services

Bochum-Innenstadt.  Nach 40 Jahren kommen ehemalige Klassenkameraden wieder zusammen. Heute ist in ihrem alten Schulgebäude die Musikschule Bochum untergebracht.

Der Geruch von altem Holz schleicht sich plötzlich in Heike Thomas Nase: „Es riecht genau wie früher“ sagt sie erstaunt, als sie den Ort betritt, an dem sie früher fast jeden Tag ihrer Kindheit verbracht hat. Genau 40 Jahre nach ihrem Schulabschluss schwelgt die heute 56-Jährige in Nostalgie. Zum Jubiläum haben sich insgesamt vierzehn ehemalige Klassenkameraden der Jacob-Mayer-Schule wieder gefunden, um sich wieder an den Ort zu begeben, an dem so viele Erinnerungen hängen.

Vier Jahrzehnte später

Zum 40-Jährigen Jubiläum ihres Realschulabschlusses finden sich die ehemaligen Schüler für ein Klassentreffen zusammen, um gemeinsam eine besondere Zeitreise zu erleben. Statt einem „Guten Morgen, Herr Lehrer“-Chor aus dem Klassenzimmer, tönt jetzt ein Musikchor durch die Flure. Heute befindet sich in dem einstigen Schulgebäude die Musikschule Bochum.

Der Geruch, die Gefühle und die Erinnerungen versetzen die ehemaligen Schüler trotzdem alle in eine Zeit zurück, die keiner missen möchte. Als die ersten ehemaligen Klassenkameraden vor der Musikschule erscheinen, ist die Freude groß. An die Gesichter und Namen erinnern sie sich noch alle. Dafür hat auch unter anderem Heike Thomas gesorgt, die alle paar Jahre ein Treffen zwischen ihren ehemaligen Schulfreunden organisiert.

Von 1973 bis 1979 waren sie gemeinsam in einer Klasse. „Ach der Uwe, wie geht es dir?“, fragt Ariane Schraub (56), als sie Uwe Lindemann und weitere alte Schulfreunde begrüßt. Schraub, die heute im Einkauf arbeitet, empfindet den Zusammenhalt des Klassenverbands als etwas ganz Besonderes: „Wir treffen uns alle paar Jahre, auch dank Heike. Vor zehn Jahren haben sich einige von uns zum Beispiel gemeinsam im Schrebergarten getroffen“, erinnert sie sich.

Zahnpasta an der Türklinke zur Klasse

Heute soll der Besuch der alten Schule ein ganz besonderes Klassentreffen werden. Schon vor dem gemeinsamen Erkunden der heutigen Musikschule erzählt Uwe Lindemann (63) von den unzähligen Streichen als Klasse. „Zahnpasta an die Türklinke oder Kondome ins Klassenheft - wir haben allen Quatsch gemacht“, sagt Lindemann. Als die Schulkameraden ihren alten Klassenraum erreichen, schleicht sich bei Jörg Matern (58) eine Anekdote ins Gedächtnis. „Unsere Klassenfahrten in der siebten und achten Klasse waren der Hammer”, erzählt Matern, woraufhin alle lachend zustimmen. „Da haben wir aber auch viel Mist gemacht“, weiß Matern, der heute Geschäftsführer ist.

„Unser Lehrer Keweritsch war ins Skifahren verliebt und hat dann quasi seine Freizeit mit uns als Klasse verbracht, indem er uns mit nach Oberstdorf genommen hat“. Matern erzählt, wie er mit seinem Schulfreund kurz nach der Ankunft in Bayern Bier aus dem Kiosk mitgehen lassen hat. Statt die beiden jungen Schüler nach Hause zu schicken, hat Lehrer Jörg Keweritsch ihnen eine Lektion der besonderen Art erteilt: „Er hat uns eine leere Box vor die Füße gestellt und gesagt, er gehe mal eben Spazieren“, sagt Matern grinsend und weiß noch, wie sie das geklaute Bier im Pappkarton wieder zurück zur Bude gebracht haben. Die Schulzeit scheint hier bei niemanden einen bitteren Nachgeschmack hinterlassen zu haben.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben