Passionsspiel

Italienische Gemeinde Bochum spielt das Leiden Christi nach

Ein tolles Schauspiel: Mehr als 30 Mitglieder der italienischen Gemeinde schlüpfen in originalgetreue Kostüme, um die Prozessionsgeschichte nachzuspielen.

Ein tolles Schauspiel: Mehr als 30 Mitglieder der italienischen Gemeinde schlüpfen in originalgetreue Kostüme, um die Prozessionsgeschichte nachzuspielen.

Foto: Kerstin Buchwieser

Bochum-Hiltrop.   Italienische Gemeinde Bochum spielt die Passionsgeschichte nach. Liebevolle Kostüme und viel Herzblut sorgen für authentische Stimmung.

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„Osanna al Figlio di David“, tönt es durch die Straßen. Und „Osanna al Redentor”, singt die italienische Gemeinde aus voller Brust. Palmzweige werden geschwenkt, goldgesäumte Umhänge von römischen Soldaten wehen im Wind. Pino Todaro führt im Gewand von Jesus von Nazareth die Prozession an.

„Ich liebe dieses Fest“, sagt die kleine Chiara (11), die im Kostüm einer „Angelle“ dabei ist, und schaut sich im Tumult um: Römische Soldaten, Pilatus, Jesus, Barabas, Kaifa und Maria – alle sind sie dabei. „Wir Italiener sind sehr gläubig, Tradition ist uns wichtig“, ergänzt Giada (11).

Zum dritten Mal spielt die italienische Gemeinde aus der Pfarrei Liebfrauen am Standort der Kirche St. Joseph in Hiltrop am Palmsonntag die Prozessionsgeschichte nach: Vom Einzug nach Jerusalem bis zur Kreuzigung. „Wenn man es selbst spielt, lernt man die Geschichte viel besser kennen und entdeckt auch neue Details“, erklärt Giada. Silvonia (9) meint: „Viel schöner, als nur zu lesen.“

Dazu trägt besonders das Herzblut der Italiener bei: „Die Proben waren sehr lustig, wir versetzen uns wirklich in die Rollen hinein“, erzählt Vito Tudaro, ausgestattet mit Pickelhaube und Speer. An dem dargebotenen Schauspiel, welches die Gefangennahme Jesu ebenso nacherzählt wie die Verurteilung und Kreuzigung, sind mehr als 30 Gemeindemitglieder beteiligt.

Auch Nicht-Italiener sind fasziniert

Alles soll besonders authentisch sein: „In den letzten Jahren stammten unsere Olivenzweige wirklich aus Italien, in diesem Jahr haben wir keine bekommen“, bedauert Organisatorin Marinella Tudaro. Der Begeisterung tut das keinen Abbruch, auch Nicht-Italiener sind fasziniert: „Ich verstehe höchstens ein paar Worte aus der Schulzeit“, lacht Karin Filip. Um die Sprache gehe es aber gar nicht, sie wolle vor allem die Atmosphäre erleben. „Man erkennt ja auch so alles wieder. Es ist viel plastischer als eine reine Lesung“, findet sie.

Giuseppe Faldetta, im Stück der Pilatus, betont: „Das Schönste ist der Zusammenhalt bei uns in der Gemeinde.“ Unter einem gelben Gewand versteckt sich Francesco Livadotti. „Ich spiele Caifa, er verurteilt Jesus.“ Seine eigene Rolle gefalle ihm nicht wirklich, in der Nachbarstadt Essen habe er 20 Jahre den Jesus gespielt. „Ich finde die Szene der Kreuzigung am spannendsten, sie ist so emotional“, sagt Livadotti.

Einen Satz, den lieben jedoch alle Gemeindemitglieder: „La passione vivente!“

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