Schauspielhaus

Intendant Simons blickt auf ereignisreiches Jahr zurück

Die Performance „New Joy“ hatte es in den Kammerspielen schwer. Bei einem Festival in Brüssel wurde das Stück unlängst aber schwer bejubelt.

Die Performance „New Joy“ hatte es in den Kammerspielen schwer. Bei einem Festival in Brüssel wurde das Stück unlängst aber schwer bejubelt.

Foto: Birgit Hupfeld / Schauspielhaus Bochum

Vor dem Kulturausschuss lässt der Intendant die vergangene Spielzeit im Schauspielhaus Revue passieren. Und er findet auch selbstkritische Worte.

Auf ein ereignisreiches Jahr blickt Intendant Johan Simons zurück: Obwohl drei Tage vor der großen Hamlet-Premiere merklich unter Zeitdruck, stellte Simons den Mitgliedern des Kulturausschusses am Mittwoch im Rathaus die Pläne für die kommende Spielzeit vor – und hielt auch eine durchaus selbstkritische Rückschau. „Nicht alle Experimente sind gelungen“, sagte er. „Aber wir arbeiten weiter jeden Tag, bis der Vorhang hochgeht.“

Zum neuen Führungsstil des Schauspielhauses meldeten sich in den letzten Wochen viele begeisterte, aber auch zahlreiche kritische Stimmen, die Simons’ Programm eher skeptisch gegenüber stehen. Die Kritik dieser Theatergänger ist dem Intendanten nicht entgangen: „Gerade im Kreis der Abonnenten gibt es einige, die unseren Spielplan als zu schwierig kritisieren und sagen: Früher war alles besser“, so der Intendant. „Dabei sehe ich es aber als meine Aufgabe, das Schauspielhaus neu zu positionieren, neue künstlerische Formen und Sprachen zu finden und nicht nur das Altbekannte weiterzuführen.“

Als Beispiel nannte Simons die Performance „New Joy“, die bei den Aufführungen in den Kammerspielen nur wenig Anklang gefunden habe, dafür unlängst bei einem Gastspiel in Brüssel aber schwer gefeiert worden sei. „Manches ist den Zuschauern in Bochum noch ungewohnt“, meinte er. „Aber auch daran sieht man: Wir trauen uns etwas.“ Dass mit einer neuen Herangehensweise ans Theater auch ein anderer Geschmack verbunden sei, hält der Intendant für normal. Eine der kommenden Aufgaben sei es nun, die Schauspieler verstärkt als Botschafter und Sympathieträger einzusetzen, „denn sie gehören mit zu dieser Stadt und dem Schauspielhaus.“

Auf große Begeisterung über alle Parteigrenzen hinweg stieß Simons’ erstes Jahr bei den Mitgliedern des Kulturausschusses. „Was ich bislang gesehen habe, war großartig“, so Hans Hanke (SPD). „Den Abonnenten rate ich zu etwas mehr Geduld. Das wird schon werden.“ Auch Lothar Gräfingholt (CDU) lobte das anspruchsvolle Programm: „Das war keine einfache Kost, aber etwas, dass wir gut verdauen können.“ Im Hinblick auf das Familienstück zur Weihnachtszeit, das im letzten Jahr auf viele kritische Stimmen stieß, wünschte er sich für die kommende Spielzeit aber auch eine etwas intensivere Betreuung des Kinder- und Jugendtheaters. Ein Hinweis, den Simons gern aufnimmt: „In diesem Jahr wird das Weihnachtsstück ein Erfolg werden. Dafür lege ich meine Hand ins Feuer.“

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