Museum

Instrumentensammlung ist ein wahrer „Schatz“

Laute, Mandoline und Waldzither: Blick in die Vitrine mit verschiedenen Zupfstrumenten.  Durch gezieltes Sammeln kamen außergewöhnliche Schätze zusammen.

Laute, Mandoline und Waldzither: Blick in die Vitrine mit verschiedenen Zupfstrumenten. Durch gezieltes Sammeln kamen außergewöhnliche Schätze zusammen.

Foto: FUNKE Foto Services

Bochum.  Das Herrenhaus im Haus Kemnade beherbergt mit der Musikinstrumentensammlung Hans und Hede Grumbt eine der größten Kollektionen in NRW.

Das Herrenhaus im Haus Kemnade beherbergt mit der Musikinstrumentensammlung Hans und Hede Grumbt eine der größten Kollektionen in NRW. Beim Gang durch die Ausstellungsräume zeigt sich: Hier sind Schätze zusammengetragen, die es so kaum noch gibt. Beispielsweise das Giraffen-Klavier.

Das gute Stück sieht auf den ersten Blick gar nicht aus wie ein Klavier. Erst, wenn man den Deckel abnimmt, und die Tastatur freilegt, wird der Eindruck deutlicher. Was auch daran liegt, dass der Resonanzkörper mit den Saiten nicht, wie beim Flügel, horizontal, sondern vertikal aufgebaut ist. Das Klavier „hebt seinen Kopf“, wie ein Giraffenhals reckt sich der vorn abgerundete Klangraum in die Höhe. „Der Giraffen-Flügel stammt aus der Zeit um 1800. Er war platzsparend und wurde deshalb in großbürgerlichen Wohnungen angeschafft“, erläutert Christoph Schliekamp, Mitarbeiter im Kulturbüro und Kustos der Sammlung.

Bestand muss gepflegt werden

Das Kulturbüro verwaltet die im städtischen Besitz befindliche Wasserburg Kemnade. Im letzten Jahr war die Zuständigkeit für die kulturellen Abteilungen der Burg vom Kunstmuseum aufs Kulturbüro übergegangen (die WAZ berichtete). Neben der Pflege der Instrumentensammlung organisiert das Kulturbüro in Zusammenarbeit mit dem Kunstverein und dem Künstlerbund Ausstellungen, arbeitet mit dem Förderverein Haus Kemnade u.a. bei dessen Kammerkonzerten zusammen und ist auch für den Erhalt des baulichen Zustands der Burg Ansprechpartner.

Und eben für die großen Ostasiatika- und die Musikinstrumentensammlungen. Mit dem Ausstellen der guten Stücke ist es aber nicht getan; zumal die Instrumente müssen sachgerecht gelagert, gepflegt und in sehr vielen Fällen auch aufgemöbelt werden. Die Restaurierung der alten Klangerzeuger ist anspruchsvoll und teuer. „Für vieles ist einfach kein Geld da“, bedauert der Kustos.

Zeugen ihrer Zeit

Der Giraffen-Flügel etwa ist noch nicht restauriert, im Gegensatz zu einer bereits in Stand gesetzten Cellone – ein um 1910 gebautes Streichinstrument, das an ein Cello erinnert, aber tiefer gestimmt ist. „Die Instrumente erzählen viele Geschichten, sie sind Zeugen ihrer Zeit, aber sie haben auch ihre ganz eigene Historie“, sagt Schlierkamp.

Im Herrenhaus werden die Exponate anhand von Info-Tafeln erläutert. Das ist nicht nur für Musiker interessant – zu ungewöhnlich, zum Teil auch skurril sind all die Instrumente anzusehen. Die stammen übrigens nicht nur aus Europa, sondern von überall her.

Sammelgebiet: die ganze Welt

Nachdem die Grumbts ihre Sammlung mit alten Instrumenten 1970 der Stadt vermacht hatten, konnten sie ihre Sammelleidenschaft nämlich nicht stoppen. „Fortan konzentrierten sie sich auf die ganze Welt“, weiß Christoph Schlierkamp. Und das mit Eifer: Ausgestellt sind vielleicht 300 Stücke, die komplette Grumbt-Kollektion umfasst 1800 Exponate.

Die Instrumentensammlung ist ein besonderer Schatz der an Schätzen nicht armen Kulturstadt Bochum. Ihn zu bewahren, wird das Kulturhistorische Museum durch den „Förderverein Haus Kemnade und Musikinstrumentensammlung Grumbt“ tatkräftig unterstützt.

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