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Industriebrachen im Revier müssen schnell entwickelt werden

Erstaunte Blicke warfen die Mitglieder des RVR-Wirtschaftsausschusses aus dem Gebäude der früheren Opel-Verwaltung hinaus auf das zum größten Teil bereits abgerissene ehemalige Autowerk.

Foto: Dietmar Wäsche

Erstaunte Blicke warfen die Mitglieder des RVR-Wirtschaftsausschusses aus dem Gebäude der früheren Opel-Verwaltung hinaus auf das zum größten Teil bereits abgerissene ehemalige Autowerk. Foto: Dietmar Wäsche

Bochum.  Der RVR-Wirtschaftsausschuss ist beeindruckt von der Entwicklung auf dem Opel-Areal. Nicht überall werden Industriebrachen so schnell entwickelt.

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Mächtig beeindruckt zeigten sich die Mitglieder des Wirtschaftsausschusses im Ruhrparlament von den rasanten Fortschritten auf dem Gelände des früheren Opel-Werks, der künftigen Industrie- und Gewerbefläche Mark 51/7. Der Ausschuss tagte am Montag in der Rotunde der früheren Opel-Verwaltung und beschäftigte sich dabei u.a mit den Möglichkeiten der Brachflächenentwicklung im Revier.

Wiederbelebung von Industrieflächen lässt auf sich warten

Die läuft längst nicht überall so gut und schnell wie in Laer, wo gut zwei Jahre nach dem Ende der Autoproduktion buchstäblich der Boden für eine neue Verwendung bereitet wird. Andernorts lässt die Wiederbelebung früherer Industrieflächen mitunter sehr lange auf sich warten. 370 Hektar ehemalige Industrieflächen gibt es insgesamt im Revier, die auf eine neue Nutzung warten.

„Und es gibt ein großes Einvernehmen über alle Fraktionen hinweg, dass das Brachflächenrecycling oberste Priorität haben soll, bevor Flächen im Freiraum genutzt werden“, sagt Ausschussvorsitzender Roland Mitschke (CDU), der beim gestrigen Treffen als Bochumer sozusagen ein Heimspiel hatte. Aber die Aufbereitung dringend benötigter Gewerbeareale hakt, u.a. wegen zum Teil erheblicher Umweltbelastungen, deren Beseitigung teuer ist, aber auch weil es an der Zusammenarbeit mit Eignern oder ehemaligen Eignern mangelt.

Vorbildliche Kooperation von Land, Kommunen und RAG

„Dabei haben wir eine Blaupause“, sagt Karola Geiß-Netthöfel. Die Zusammenarbeit von Land, Kommunen und der RAG über die Verwendung früherer Bergbauflächen sei vorbildlich. Ähnliche Kooperationen auf den Weg zu bringen, müsse das Ziel sein. Ein Partner dabei könnte die Deutsche Bahn sein, die zum Beispiel in Langendreer eine 28,4 ha große Fläche abzugeben hätte. Bedauerlich sei, dass Thyssen-Krupp einen großen Teil seiner früheren Industrieflächen an die Essener Thelen-Gruppe verkauft und keine Vereinbarung mit Land und Kommunen getroffen hat. „Das ist nicht im Sinne der Wirtschaftsförderung“, so Mitschke.

Notwendig ist es seiner Sicht und auch nach Einschätzung der RVR-Direktorin, dass strenge Auflagen für die Entwicklung von neuen Flächen zum Teil gelockert werden. Zumal, so Mitschke, es nicht nur um die Entwicklung von Gewerbeflächen geht, sondern auch um Stadtentwicklung. „Es hilft ja nicht, einen Zaun um eine Fläche zu ziehen und abzuwarten, was dann passiert.“ Gerade die Opel-Fläche sei auch in dieser Beziehung vorbildlich. 27 der insgesamt 70 Hektar werden künftig Grünflächen sein.

Derweil arbeitet der RVR an einer Prioritätenliste, die die Reihenfolge von zu entwickelnden Flächen festlegen soll. „Oberste Priorität sollen große, zusammenhängende Flächen haben“, so Regionaldirektorin Geiß-Netthövel.

>>> RVR sieht Bedarf von 82 ha Fläche für Gewerbe/Industrie

Auf 82 ha für Gewerbe/Industrie taxiert der Regionalverband den Bedarf in Bochum bis 2032.

Der Ausschuss für Strukturentwicklung im Bochumer Rat hat für eine erste Tranche möglicher Gewerbeflächen gestimmt. Dazu gehören der Güterbahnhof Langendreer (28,4 ha), die Osterweiterung Mark 51/7 (3,9) und der Güterbahnhof Nord (2,9).

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