Rauchen

In Bochums City gilt ab heute ein Rauchverbot

Hinweisschilder für ein Rauchverbot in Bochums Innenstadt.

Hinweisschilder für ein Rauchverbot in Bochums Innenstadt.

Foto: Gerd Bertelmann

Bochum.   Die Stadt Bochum setzt einen Ratsbeschluss kurzfristig um. OB Eiskirch: „Wir gehen landesweit voran.“ Ab 10 Uhr darf nicht mehr gequalmt werden.

In der Fußgängerzone in der Innenstadt gilt ab heute ein absolutes Rauchverbot. Damit setzen das Tiefbau- und Ordnungsamt einen Dringlichkeitsbeschluss um, den der Rat in seiner Sitzung am Donnerstag einstimmig gefasst hatte.

„Nachdem wir schon beim schnellen Internet bundesweit Vorreiter sind, wollen wir auch beim Nichtraucherschutz als Pilotkommune vorangehen. Je schneller, desto besser“, erklärt Oberbürgermeister Thomas Eiskirch (SPD). In der Gastronomie sei das Passivrauchen durch eine strenge Gesetzgebung des Landes unterbunden worden. „Als Standort des Gesundheitscampus setzen wir nun als Kommune ein Zeichen. Wir machen die City rauchfrei!“, proklamiert Eiskirch.

Raucherzone im Glascafé

Am Freitag wurden die ersten Hinweisschilder an den Eingängen zur Fußgängerzone aufgestellt. Die Drehscheiben-Ampel auf dem Boulevard/Kortumstraße wurde eigens umgerüstet und trägt nun gleichfalls das Rauchverbots-Zeichen. Um rund um die Uhr sichtbar zu sein, wird sie bei Dunkelheit beleuchtet.

Die Regelung gilt ab heute mit Öffnung der Geschäfte um 10 Uhr. Die Ordnungsbehörde hat Personal aus anderen Bereichen der Stadtverwaltung abgezogen, um heute und in der nächsten Woche eine Informationsoffensive zu starten. „Werden Passanten mit Zigaretten und anderen Rauchwaren angetroffenen, belassen es die Mitarbeiter zunächst bei einer mündlichen Ermahnung.

Nach Schonfrist wird Bußgeld fällig

Nach Auslaufen der einwöchigen Schonfrist wird ein Bußgeld von 30 Euro fällig“, heißt es im Rathaus. Die Einnahmen, so besagt es der Ratsbeschluss, sollen zweckgebunden für Aufklärungsaktionen in Schulen verwendet werden. Der USB erhofft sich mittelfristig Einsparungen bei den Personalkosten. Täglich müssen die Reinigungstrupps in der Fußgängerzone tausende Zigarettenkippen auflesen und entsorgen. Das entfällt künftig.

„Wir greifen hart durch. Was in der Gastronomie gilt, muss auch für Einkäufer und Spaziergänger in der City gelten“, kündigt die Stadtspitze an. Um den Geschäftsleuten entgegenzukommen, sollen zwei separate Rückzugsorte für Raucher geschaffen werden. Im Gespräch sind eine Freifläche hinterm Bahnhof, die umzäunt wird, und das derzeit leerstehende Glascafé, in dem ein Dunstabzug installiert werden soll.

Weiterführung des Nichtraucherschutzgesetzes

In ersten Reaktionen wird die Bochumer Anti-Raucher-Initiative von Krankenkassen und dem Gesundheitsministerium ausdrücklich begrüßt. Das Innenstadt-Verbot sei „die logische Weiterführung des bestehenden Nichtraucherschutzgesetzes“ und beispielgebend für andere Städte und Gemeinden. Vertreter der Zigarettenindustrie indes geißeln eine „weitere unerträgliche Bevormundung der Bürger“.

>>> Info: Verbot auch für Stadtteile und Stadion im Gespräch

  • Das Rauchverbot umfasst die komplette Fußgängerzone in der Innenstadt. Nach einem halben Jahr, so sehen es die Planungen vor, sollen die ersten Ergebnisse ausgewertet werden. Dann könnte das Verbot auch in den Stadtteilzentren wirksam werden.
  • Noch nicht entschieden ist über die Frage, ob auch das Vonovia-Ruhrstadion rauchfrei werden soll. Das Verbot soll beim nächsten Heimspiel am Mittwoch gegen Kaiserslautern zunächst getestet werden.

Anmerkung der Redaktion: April, April!

Vielerorts wurde über den oben stehenden WAZ-Bericht diskutiert, die Fußgängerzone mit einem Kippen-Bann zu versehen. Die meisten Leser entlarvten die Geschichte als Luft-Nummer. April, April: In der Innenstadt darf weiter geraucht werden.

Es gibt keinen „Dringlichkeitsbeschluss“ des Rates, keine Kontrollen, kein 30-Euro-Bußgeld. Im derzeit leerstehenden Glascafé wird keine Raucherzone eingerichtet. Und auch im Vonovia-Ruhrstadion dürfen die VfL-Fans nach Herzenslust paffen – auch am Mittwoch beim Heimspiel gegen Kaiserslautern (das laut WAZ als Testlauf für ein Stadion-Rauchverbot dienen sollte).

Die Reaktion auf unseren April-Scherz reichen von Lob bis Bedauern. Lob für die Idee, die schon rein gesetzlich nicht umsetzbar wäre, aber dennoch glaubwürdig erscheint. Bedauern, dass es nur ein Scherz war: Nicht wenige Bochumer würden das Verbot begrüßen.

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