Dino-City

In Bochum müssen die ersten Dinosaurier verarztet werden

Benjamin Zdeb beseitigt Lackschäden an den Dinosauriern mit Farbspray und Pinsel, hier auf dem Dr.-Ruer-Platz.

Benjamin Zdeb beseitigt Lackschäden an den Dinosauriern mit Farbspray und Pinsel, hier auf dem Dr.-Ruer-Platz.

Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Services

Bochum.  Zwei Wochen nach dem Start der Dinosaurier-Ausstellung in der Bochumer City müssen die ersten Figuren repariert werden. Es gilt Kletterverbot.

Die Krallen sind noch in der Post. „Wir warten täglich auf die Lieferung“, sagt Christian Gerlig, Sprecher der Bochum Marketing GmbH. Mit der Dinosaurier-Schau in der City haben die Stadtwerber einen Volltreffer gelandet. Doch nach den ersten zwei Wochen ist bei einigen der Urzeitechsen schon der Lack ab. Auch manche Kralle fehlt. Gut, dass der Hersteller aus Niedersachsen ausreichend Ersatzteile auf Lager hat, zugestellt per Paketdienst. Dino-OPs in freier Wildbahn – das gibt’s aktuell nur in Bochum.

Seit 14 Tagen ist Bochum „Dino City“. 25 Kunstharz-Nachbildungen stehen im Stadtzentrum, acht weitere in „Schley’s Blumenparadies“ in Wattenscheid. Der Zuspruch sei – passend zu den bis zu 20 Meter langen Exponaten – riesig, freut sich Christian Gerlig. Vor allem Familien, aber auch komplette Kindergartengruppen steuern zum Dino-Gucken die Innenstadt an. Mit der blauen BO-Marketing-Broschüre in den Händen laufen sie die Stationen zwischen Planetarium und Konrad-Adenauer-Platz ab: ungezählte Fotos inklusive.

Hinweisschilder verbieten das Klettern

Genau damit gibt’s Probleme. Zwar bleiben die Dinos von den anfangs befürchteten Graffiti-Schmierereien zum Glück verschont. Doch etliche Kinder (und womöglich auch manche Erwachsene) klettern auf die Figuren oder hängen sich an die Extremitäten der Urviecher. Deshalb wurden jetzt Hinweisschilder angebracht: „Bitte nicht klettern.“ Doch die ersten Schäden sind bereits da.

Das bedeutet: Dino-Doc, bitte kommen! Benjamin Zdeb ist bei BO-Marketing der Mann für alle Fälle. Der 43-Jährige führt eine Manufaktur, mit der er im Veranstaltungsservice tätig ist. Aktuelles Einsatzgebiet: der „Jurassic Park“ rund um die Kortumstraße. Mehrere abgebrochene und bedenklich wackelnde Krallen und Klauen musste der Handwerker bereits verarzten. Zunächst notdürftig. Der Nachschub – siehe oben – ist unterwegs.

Lieferwagen rammt Riesenechse im Bermudadreieck

Die aufwendigste Arbeit erwartete Benjamin Zdeb im Bermudadreieck. Ein Lieferwagen hat kürzlich die Riesenechse vor dem Union-Kino gerammt. Die Streifspuren an der Seite waren hässlich sichtbar. Der Dino-Doc versorgte die „Wunde“ mit Spray und Originalfarbe des Produzenten. Ein Lob für den Unfallfahrer hat er zudem parat: „Er hat den Schaden gemeldet und keine Fahrerflucht begangen.“

Noch bis zum Ferienende am 26. August herrscht Saurier-Alarm in Bochum. Zur Freude auch des Einzelhandels und der Gastronomie. „Die Geschäfte und Betriebe melden uns eine deutliche Frequenzsteigerung“, berichtet City-Managerin Bettina Zobel. Von einem Umsatzplus bis zu 30 Prozent ist die Rede. Für Bettina Zobel sind die Zahlen „eindeutig“ auf den Dino-Effekt zurückzuführen. Die Ausstellung locke offenbar Tausende Besucher in die Innenstadt, die sonst fern geblieben wären. Und die schauen sich nicht nur die Dinos an, sondern shoppen, essen und trinken.

Vortrag in der „KulturUhle“

In Bochum geht’s zurück in die Zukunft. Fast sinnbildlich klingt da ein Vortrag, der im Dino-Begleitprogramm am 31. Juli (18 Uhr) in der „KulturUhle“ an der Huestraße 24 zu hören ist. Der Berliner Naturwissenschaftler und Autor Bernhard Kegel erklärt, warum die seit Millionen Jahren ausgestorbenen Tiere bis heute populär sind. Titel: „Ausgestorben, um zu bleiben.“

Alle Infos auf https://www.bochum-tourismus.de.

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