Tour: Gute Nachrichten

In Altenbochum entsteht ein Haus für alle Generationen

Ein Haus für alle Generationen entsteht in Altenbochum: Über drei Etagen verteilen sich 15 Wohnungen und drei weitere im Nebengebäude.

Ein Haus für alle Generationen entsteht in Altenbochum: Über drei Etagen verteilen sich 15 Wohnungen und drei weitere im Nebengebäude.

Foto: Ingo Otto

Bochum.   Auf der Tour der guten Nachrichten haben wir das Mehrgenerationenhaus in Altenbochum besucht. Auch eine neunköpfige Pflege-WG zieht dort ein.

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„Wir werden wie eine große Familie sein“, sagt Verena Peltzer. Mit Baby im Bauch, ihrem zweijährigen Sohn Fritz und ihrem Mann zieht sie im Oktober in den Glockenhof in Altenbochum – ein Mehrgenerationenhaus mit 18 Wohnungen und einer selbstverantworteten Pflegegemeinschaft für neun Menschen.

Bewohner im Alter zwischen wenigen Wochen und 90 Jahren werden hier nah beieinander leben, sich gegenseitig unterstützen, die Freizeit miteinander teilen. Für die WAZ ist das eine spannendes Projekt, das wir auf unserer Tour der guten Nachrichten besucht haben. Unsere Leserin Karin Rienitz, die selbst in den Glockenhof ziehen wird, hat uns eingeladen.

Pflege-WG wohnt auf 360 Quadratmetern

Es ist ein altes Schulgebäude aus dem späten 19. Jahrhundert, das die Genossenschaft umgebaut hat, um das Wohnen mehrerer Generationen nebeneinander und miteinander zu ermöglichen.

Die Ziegelmauern mussten zwar einer glatten, orange-farbenen Fassade weichen, aber „ansonsten haben wir versucht, den Charme des Altbaus so gut wie möglich zu erhalten“, sagt Winfried Boecker. Der frühere Architekt zieht mit seiner Frau Marie in das Haus ein. Die großen Fenster sind ebenso geblieben wie zum Teil vier Meter hohen Decken.

Die Pflege-Wohngemeinschaft wird sich im Erdgeschoss einrichten. Auf 360 Quadratmetern entstehen private Schlafräume für jeden Bewohner, Wintergarten und Wirtschaftsräume, eine Gemeinschaftsküche und ein Wohn- und Essbereich, der von allen Senioren genutzt werden kann. Ein eigener Pflegedienst im Haus wird sich um die WG-Bewohner kümmern.

Noch gibt es freie Plätze in der Pflege-WG

Während alle Wohnungen im Haus bereits vermietet sind, gibt es in der WG noch freie Plätze. „Die Menschen, für die die Wohngemeinschaft in Frage kommen, sind auf Pflege angewiesen und reagieren kurzfristig auf die persönliche Notsituation“, erklärt Winfried Boecker. Als Vorsitzender der Genossenschaft hat er die Initiative des Glockenhofs ins Rollen gebracht.

Wichtig sei vor allem die Mischung des Alters. „Mit Senioren hätten wir das Haus ganz schnell vollbekommen“, erklärt Boeckers Frau Marie. Denn natürlich ist das gesamte Gebäude barrierefrei. „Es gibt viele Leute, die altersgerechten und bezahlbaren Wohnraum suchen.“ Sieben Familien mit Wohnberechtigungsschein werden in den Glockenhof ziehen.

15 Kinder ziehen in das Haus ein

Zu den jüngeren Bewohnern gehören Ingo Zumbeel und Astrid Tan mit ihren Kindern Janosch (9) und Klaas (zwölf Monate). „Für junge Familien ist das sehr attraktiv“, sagt Ingo Zumbeel. 15 Kinder wird es im Haus geben. Sie können im großen Garten spielen, Gemüse anpflanzen und ernten. Die alten, entnagelten Holzdielen des Schulgebäudes warten schon darauf, zu Spielhütten gezimmert zu werden.

Janosch fügt noch hinzu: „Und ich kann alle meine Freunde zum Fußabllspielen einladen.“ So wird die Familie des Mehrgenerationenhauses noch ein Stückchen größer.

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