Im Wettstreit um die beste Party

Für viele Kinder ist der Geburtstag der Höhepunkt des Jahres – schon Wochen vorher fiebern sie auf den Termin hin. Auch einige Eltern fiebern – allerdings weniger aus Vorfreude als aus Sorge: Gerade finanziell schwächere Familien und Alleinerziehende fühlten sich unter Druck gesetzt, eine besonders große oder originelle Geburtstagsparty auszurichten, berichtet Michaela Wiedemhöver, Geschäftsführerin beim Sozialdienst katholischer Frauen (SKF) in Bochum.

Für viele Kinder ist der Geburtstag der Höhepunkt des Jahres – schon Wochen vorher fiebern sie auf den Termin hin. Auch einige Eltern fiebern – allerdings weniger aus Vorfreude als aus Sorge: Gerade finanziell schwächere Familien und Alleinerziehende fühlten sich unter Druck gesetzt, eine besonders große oder originelle Geburtstagsparty auszurichten, berichtet Michaela Wiedemhöver, Geschäftsführerin beim Sozialdienst katholischer Frauen (SKF) in Bochum.

„Viele Eltern sparen dafür, andere überlegen sogar, Darlehen aufzunehmen.“ Um den Geburtstag zu Hause zu feiern, fehlen manchen die Räumlichkeiten, anderen ist es unangenehm, die Wohnung vorzuzeigen. „Deshalb weichen sie nach außen aus.“ Doch Kino, Freizeitpark und Indoorspielplätze sind nicht billig. Und jedes Jahr das gleiche Ausflugsziel, oder gar das Ziel, das beim Kindergeburtstag einer anderen Familie kürzlich erst dran war – für viele undenkbar.

„Ich finde es schade, dass es diesen Druck überhaupt gibt“, sagt Michaela Wiedemhöver. Doch weil manche sich dem eben nicht entziehen könnten, hat sie ein paar konstruktive Vorschläge parat: So empfiehlt sie etwa Alleinerziehenden, die Kinder in ähnlichem Alter haben, sich doch für eine Party zusammenzuschließen und die Kosten zu teilen.

Mit älteren Geburtstagskindern dürfe man die finanzielle Situation durchaus offen besprechen und gemeinsam überlegen, was machbar ist und was nicht.

Auch sollten Eltern nicht davor zurückschrecken, bei den Jüngeren auf Klassiker wie „Topfschlagen“ oder „Reise nach Jerusalem“ zurückzugreifen. Dass man Kinder mit solchen Spielen so gut wie immer mitreißen kann, weiß Manuela Wiedemhöver aus der Zeit, als sie im Kinderheim arbeitete. Auch dort war das Geld für Geburtstagsfeiern knapp – und trotzdem habe man es geschafft, schöne Feste auf die Beine zu stellen. Denn letztlich, da ist sich Michaela Wiedemhöver sicher, „geht es nicht so sehr darum, was man macht, sondern dass man es mit Freude und Engagement macht.“

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