Karneval

Im Bochumer Norden ist der Karneval Superheldinnen-Sache

Vollgas geben die „Hiltroper Sahnehäubchen“ und die „Unbrauchbaren“ auf der Bühne der Kolpingsfamilie Gerthe/Hiltrop-Bergen beim Gemeindekarneval, angeführt von „Bat-Woman“ Barbara Brenneken-Bickert (Mitte).

Vollgas geben die „Hiltroper Sahnehäubchen“ und die „Unbrauchbaren“ auf der Bühne der Kolpingsfamilie Gerthe/Hiltrop-Bergen beim Gemeindekarneval, angeführt von „Bat-Woman“ Barbara Brenneken-Bickert (Mitte).

Foto: Vladimir Wegener

Bochum-Gerthe.  Der bunte Abend der Kolpingsfamilie Gerthe/Hiltrop-Bergen bringt ausgelassene Stimmung. Sogar das Herner Stadtprinzenpaar kommt zur Stippvisite.

Was bei Profi-Fußballmannschaften als Entschuldigung dient, gereicht der Kolpingsfamilie Gerthe/Hiltrop-Bergen beim Gemeindekarneval geradezu zur Ehre: Der bunte Abend im „Kalinka“, dem Katholischen Vereinshaus am Castroper Hellweg, wurde bei allem unerwarteten „Verletzungspech“ ein voller Erfolg. Geradezu routiniert, elegant und sehr unterhaltsam wurde das Programm über die Runden gebracht, die mehr als 100 Fans in Kostümen und vor allem bester Karnevalslaune konnten mehr als zufrieden sein.

Gute 15 Jahre stellen die einst eigenständigen Kolpinggruppen den Gemeindekarneval auf die Beine. Die Hiltroper und Bergener mussten ausweichen, als der „Nordpol“ an der Bergener Straße nicht mehr zur Verfügung stand und schließlich abgerissen wurde. Gemeinsam mit den Gerthern wurde der „Vatikan“, das Katholische Vereinshaus in Gerthe-Mitte, der Veranstaltungsort. Verzichten mussten alle diesmal auf die Moderation von Jupp Kowalski, dem Vorsitzenden, der krankheitsbedingt ausfiel.

Kolpingsfamilie Bochum-Gerthe steckt auch „Verletzungspech“ locker weg

„Aufstellungsprobleme“ ergaben sich dann auch noch im bühnen-erfahrenen „Sturmduo“. Herbert Brenneke, nach einer Reha noch im Schongang, ließ sich einen Besuch nicht nehmen, überließ das Mikro aber allein seiner Gattin Barbara. Und die erntete schon bei der Bemerkung: „Wenn ich zuviel quassele, sagt’s mir nur!“, ein spontaner Applaus gab ihr Rückenwind für das Programm.

Herner Doppelorden für Verdienste

Die schwere Bürde ihrer Verantwortung hing dann schon bald sichtbar an ihrem Hals, denn beim Besuch des Prinzenpaares der 1. Herner Karnevalsgesellschaft samt Kinderprinzessin und Showtanz-Garde wurde ihr Einsatz gleich mit zwei Orden ausgezeichnet. Auch der gehandicapte Gatte bekam die Auszeichnung. Die Showtanzgarde gab dann gleich den Takt vor und brachte die Karnevalisten in Schwung.

Aber auch aus den eigenen Reihen kommen Bühnentalente. Unter dem diesjährigen Motto „Wir sind Superhelden – Narren retten die Welt“ hatten die Aktiven den roten Faden durch die Darbietungen gesponnen und nahmen dabei den ewigen Geschlechterkampf humorig und wohlwollend auf die Rolle.

Denn zunächst ließen sie die „Hiltroper Sahnehäubchen“ klagen, dass das „Bisschen Haushalt“ den Heldinnen des Alltags, also Frauen generell und Müttern ganz bestimmt, nichts ausmacht. Die Herren legten nach und zogen unter den Nachthemden der „Unbrauchbaren“ den Superman-Dress blank.

Flotter Musikhintergrund für die Helden

Dazu gab es flotte Hintergrundmusik, bei den Damen Tina Turners „Simply the best“, bei den Herren augenzwinkernd den „Star Wars“-Titel und Bonnie Tylers „I’ll be a hero“. Beide Darbietungen waren den begeisterten Gästen selbstredend eine „Rakete“ aus Klatschen, Trommeln und Jubeln wert.

Mit dem „Langen“ und dem „Kurzen“ hatten die Kolping-Karnevalisten sich dann noch zwei altgediente Schlachtrösser der fünften Jahreszeit von den Bühnen der Kolpingsfamilie Linden und der Ruhrlandbühne eingeladen, und Detlef Thiemann und Reinhold Sommer brillierten wieder einmal mit Kalauern und Liedern aus ihrem reichen Repertoire. Nach dem Showprogramm wurde die variable Bühne abgeräumt, um den Freunden des Sitzungskarnevals Platz zum Tanzen zu schaffen.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben