Alsengarten

Im Alsengarten wird wieder gemeinschaftlich gebuddelt

Bezirksbürgermeisterin Gabi Spork (SPD) greift bei der Wiedereröffnung des Alsengartens nach getaner Arbeit zur Gießkanne.

Bezirksbürgermeisterin Gabi Spork (SPD) greift bei der Wiedereröffnung des Alsengartens nach getaner Arbeit zur Gießkanne.

Foto: Socrates Tassos

Innenstadt.   Hobbygärtner aus der Nachbarschaft buddeln wieder im Alsengarten. Erste Anzeichen von Mietsteigerungen im Umfeld mindern allerdings die Freude.

Der bewölkte Himmel tut der Wiedereröffnung des Alsengartens keinen Abbruch. Ganz im Gegenteil: Die Stimmung ist feierlich, denn nach den kalten Wintertemperaturen der letzten Monate treffen sich begeisterte Gärtnerfreunde nun wieder regelmäßig, um gemeinsam zu schaufeln, zu graben und zu pflanzen.

Der Gemeinschaftsgarten existiert bald seit fünf Jahren – und es hat sich viel auf dem ehemaligen Brachgelände getan. Wo einst ein Kindergarten stand, hat sich eine grüne Oase für die Nachbarschaft entwickelt. Seitdem wurden Hochbeete gebaut, Kräuterschnecken kreiert und Obstbäume gepflanzt.

Kommunikation über Aushänge

Im letzten Jahr ist sogar ein Lehmofen entstanden. „15 Menschen haben daran wochenlang engagiert mitgearbeitet“, sagt Britta Meier vom Gemeinschaftsgarten, die von der ersten Stunde an mit dabei ist. Per Aushang – ein typisches Kommunikationsmittel an der Alsen­straße – werden die Nachbarn demnächst informiert, wenn der Ofen angefeuert wird. Wer will, kann dann sein eigenes Brot darin backen.

Verlegung von Wegen

„Vieles wurde uns gespendet“, sagt Martin Krämer vom Gemeinschaftsgarten. Sandsteine für die Kräuterschnecke, Gartengeräte und altes Holz: alles wird verwertet. Doch größere Umbaumaßnahmen wie der Bau des Lehmofens oder die Verlegung von Wegen wurden von der Stadt mitfinanziert. Insbesondere der Ortsverband der SPD hat sich als Vermittler zwischen Verwaltung, Stadt und Nachbarschaft für die Finanzierung des Projektes eingesetzt. Rund 30.000 Euro sind dabei in den Abriss eines belasteten alten Pavillons geflossen, weitere 10.000 in weitere Bauprojekte auf dem Gelände. „Dabei war die Verwaltung sehr kooperativ“, loben Hendrik Schöpper und Kay Germerodt von der SPD die Zusammenarbeit mit der Stadt.

Vor rund fünf Jahren machte der Ortsverband die Hobbygärtner auf die Brachfläche aufmerksam und initiierte zwei Quartiersgespräche, bei denen Nutzungskonzepte und Möglichkeiten mit bis zu 50 Nachbarn diskutiert worden sind. „Es ist großartig, wie sich dieser Platz entwickelt hat“, freut sich Martin Krämer.

Angst vor Verdrängungsprozess

Doch bei all der Freude schwingt auch ein leichtes Unbehagen mit. „Wir produzieren Bilder, die junge Leute anziehen“, sagt Krämer. Stichwort Gentrifizierung: Langsam steigen in der Straße die Mieten. „In einem Fall wurde der Preis pro Quadratmeter auf elf Euro angehoben, nachdem die Wohnung renoviert wurde“, sagt Britta Meier. „Es ist eine tolle Nachbarschaft hier“, findet Martin Krämer. „Aber wir haben Angst, dass ein langsamer Verdrängungsprozess einsetzt.“

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