Ungewisse Zukunft

Hundesportler stehen nach Vereinsheim-Brand vor dem Nichts

Wolfgang Mietzner, Vorsitzender des Schäferhundevereins Donnerbecke-Rauendahl, vor den Überresten des abgebrannten Vereinsheims.

Foto: Gero Helm

Wolfgang Mietzner, Vorsitzender des Schäferhundevereins Donnerbecke-Rauendahl, vor den Überresten des abgebrannten Vereinsheims. Foto: Gero Helm

Bochum-Linden.   Nachdem das Heim der Hundesportler in Bochum-Linden abgefackelt wurde, wissen die Mitglieder noch nicht, wie es weitergeht. Erst wird aufgeräumt.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Die Stimmung im Schäferhundeverein Ortsgruppe Donnerbecke-Rauendahl ist ganz unten. „Wir sind immer noch geschockt“, sagt der Vorsitzende Wolfgang Mietzner, als er den Schaden im und am Vereinsheim an der Donnerbecke genauer in Augenschein nimmt. Dieses wurde in der Nacht zu Mittwoch abgefackelt. „Wir gehen von gezielter Brandstiftung aus“, erzählt Mietzner, „weil wohl Brandbeschleuniger im Spiel war.“

Seit gestern hat die Kripo den Tatort wieder freigegeben. „Wir waren schon drin, haben die unbeschädigten Tische und Bänke rausgetragen“, sagt Wolfgang Mietzner.

Wie es weitergeht? Er zuckt mit den Schultern. „Ich selbst möchte nicht, dass der Brand das Aus für unseren Verein bedeutet. Ich lasse so schnell den Kopf nicht hängen. Doch das weitere Vorgehen kann ich nicht allein entscheiden, darüber werden wir im Vorstand beraten.“

Dach muss abgedichtet werden

Als Nächstes werde ohnehin erst einmal aufgeräumt. Brandreste wegschaffen und das kaputte Dach mit Plane abdichten. „Zuerst hat das Feuer gewütet, dann haben Wasser und Löschschaum dem Gebäude den Rest gegeben“, seufzt Wolfgang Mietzner, ohne der Feuerwehr natürlich irgendeinen Vorwurf machen zu wollen.

Ob das Vereinsheim zu retten ist? Wer sich die Ruine anschaut, wird dies kaum glauben können. „Gelegt wurde das Feuer am Unterstand“, erklärt Wolfgang Mietzner bei einer Tatort-Besichtigung. „Der war komplett mit Holz verkleidet. Kein Wunder, dass die Flammen auf den Anbau übergriffen.“

Die Küche darin ist völlig hinüber. „Wollen Sie Kaffee?“, fragt Mietzner. „Hier, zwei Pakete haben den Brand überstanden . . .“ Dazu einige Pokale, Geschirr. Aber sonst? Alles in Schutt und Asche. Auch Vereinsmitglied Klaus Albermann kann es nicht fassen: „Vor sechs Jahren haben wir das Vereinsheim komplett renoviert, alles in Eigenarbeit.“

Schützenheim brannte letztes Jahr

Vom benachbarten Linden-Dahlhauser Schützenbund schaut Klaus Hipler vorbei. „Da werden schlimme Erinnerung wacht“, sagt er und schüttelt den Kopf.

Im letzten Jahr war das Vereinsheim der Schützen abgebrannt. Ebenfalls Brandstiftung. Schaden: 150 000 Euro. Inzwischen haben sie das Gebäude wieder aufgebaut. Hipler weiß also, was auf die Hundesportler zukommt.

Die haben es ohnehin schwer. „Die Mitglieder (28, Anm. d. Red.) werden immer älter, der Nachwuchs hat andere Interessen als Hundesport – und jetzt auch noch das“, klagt Wolfgang Mietzner mit Blick auf die verkohlten Überreste des Unterstandes. Immerhin, die große Hundewiese kann weiterhin genutzt werden. Training ist ja auch ohne Vereinsheim möglich. „Wir versuchen alles, um den Hundesport zu erhalten“, sagt Mietzner. Leichter wird dies durch die Folgen des Brandanschlags nicht.

>>> INFO: Kripo sucht nach wie vor Zeugen für die Tat

  • Um 3.50 Uhr Mittwochmorgen wurde die Feuerwehr über den Brand alarmiert. 58 Einsatzkräften waren vor Ort. Die Kripo sucht nach wie vor Zeugen für die Tat: Tel. 0234/ 909 -4115.
  • Der Schäferhundeverein Donnerbecke-Rauendahl feierte im Juni 50. Jubiläum. Das Vereinsheim wurde Anfang der 70er Jahre gebaut. In Eigenregie.
Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Auch interessant
Leserkommentare (1) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik