Suchaktion

Kinder finden süßen Trost im Bochumer Stadtpark

Nach der Enttäuschung am Ostersonntag kamen viele Eltern erneut mit ihren Kindern, um Ostereier zu suchen. Hunderte Kinder konnten ihre Körbe füllen.

Foto: Frank Oppitz

Nach der Enttäuschung am Ostersonntag kamen viele Eltern erneut mit ihren Kindern, um Ostereier zu suchen. Hunderte Kinder konnten ihre Körbe füllen. Foto: Frank Oppitz

Bochum.  Nach der enttäuschenden Osteraktion am Sonntag startete Radio Bochum einen neuen Versuch: Knapp 400 Kilo Süßes wurde gesammelt und versteckt.

Aufgeregt wartete Amelie am Spielplatzrand im Stadtpark darauf, dass sie die ersten Ostereier suchen durfte. Sie war extra früh mit ihrer Mutter hieher gekommen, so wie am Ostersonntag sollte es nicht nochmal laufen. „Da habe ich gar nichts gefunden“, so die 5-Jährige. Bis es losging, musste sie sich noch etwas gedulden – ab 8 Uhr durften die ersten Süßigkeiten gesucht werden. Ein paar Verstecke hatte sie schon vorab entdeckt: „Auf dem Klettergerüst und unter der Schaukel liegt etwas.“

Ein zweiter Versuch wurde gewagt

Die „Osterhasen“ trugen bei der Ostereiersuche am Donnerstag im Stadtpark rot und wurden von Radio Bochum entsandt: Nach der enttäuschenden Osteraktion der Stadt am Sonntag, bei der Sammler die Eier schon früh am Morgen säckeweise weggetragen hatten, wollte der Radiosender einen zweiten Versuch wagen – Moderatorin Anuschka Fritzsche wettete, dass die Bochumer es nicht schaffen würden, am Mittwoch 98,5 Kilogramm Schokolade in die Redaktionsräume zu bringen.

„Wir sind überwältigt von der Resonanz“

Zusammen kamen an die 400 Kilo. Die versteckten acht Reporter früh morgens auf dem Spielplatz im Stadtpark. „Wir sind überwältigt, dass so viele Süßigkeiten vorbei gebracht haben“, sagte Michael Klingemann, bei Radio Bochum Chef vom Dienst. „Wir haben heute um 5 Uhr angefangen die Eier und die Schokolade zu sortieren.“

Unterstützung von der Freiwilligen Feuerwehr

Und weil man 380 Kilo Süßigkeiten nicht mal eben in den Stadtpark tragen kann, bekamen die Mitarbeiter von Radio Bochum Unterstützung der Freiwilligen Feuerwehr Querenburg, Linden und Stiepel. „Wir sind mit knapp 15 Mann hier“, erklärte Bernard Schwarze, Löscheinheitsführer in Querenburg. „Wir wollen ein Zeichen gegen die unfassbare Aktion am Sonntag setzen.“

Während diese in Tränen und Enttäuschung endete, war die neuerliche Eiersuche ein voller Erfolg: Strahlende Kinderaugen und prall gefüllte Körbe so weit das Auge reicht. Das machte auch Eltern glücklich: „Ich bin erleichtert. Mein Sohn wollte erst nicht kommen, weil er Angst hatte, dass er wie am Sonntag keine Eier findet. Jetzt blüht er richtig auf“, sagte Kerstin Gasior, die mit ihrem 7-jährigen Sohn vorbei gekommen war.

Moderation mit quietschend hoher Stimme

Nicht nur Schokoladenhasen, auch bunte Ballons, die ein Bochumer Ballongeschäft vorbei brachte, zierten das Klettergerüst im Stadtpark. Sie dienten tatsächlich nur als Deko und nicht, um Anuschka Fritzsches Wette einzulösen: Sie hatte ihre Wette verloren und musste vor ihrer Moderation Helium einatmen, damit ihre Stimme quietschend und hoch klingt.

Darin bekam sie im Laufe des Vormittags fast schon ein wenig Übung: „Es ist lustig, man darf aber nicht zu viel einatmen. Ein Kollege von mir hat vorhin einen ganzen Ballon genommen – ihm war danach etwas schwindelig.“

>> Kommentar von Thomas Schmitt:

Eine großartige Aktion

Wer nach dem Eierklau im Stadtpark an Ostersonntag schon fürchtete, Bochum gehe als Stadt der Raffkes und Eierdiebe in die Geschichte ein, kann dank Radio Bochum aufatmen. Die Kollegen vom Hörfunk haben mit ihrer Schoko-Spenden-Aktion eindrucksvoll bewiesen, das Bochums Bürger das Herz auf dem rechten Fleck haben. Eine großartige Aktion war das!

Ein kleiner Aufruf reichte, um ein großes Zeichen der Solidarität zu setzen. Viele Kinder, auch am vergangenen Sonntag tief enttäuschte, haben viel gelernt: Gemeinsam sind wir stark. Wir lassen uns von dummen Menschen nicht den Spaß verderben.

Verstehen kann ich die Eierdiebe bis heute nicht. Ein derartiger Egotrip bei einer Kinderaktion ist beispiellos. Und völlig sinnlos: Kaum jemand dürfte hartgekochte Eier tagelang im Dutzend zu sich nehmen. Schämt Euch, Ihr Raffkes!

Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik