Stadtmuseum

Hundert und sieben Sachen erzählen Bochumer Stadtgeschichte

Ingrid Wölk inmitten der Exponate in der großen stadtgeschichtlichen Schau „Hundert und sieben Sachen“.

Foto: Gero Helm

Ingrid Wölk inmitten der Exponate in der großen stadtgeschichtlichen Schau „Hundert und sieben Sachen“. Foto: Gero Helm

Bochum.   Stadtarchiv/Institut für Stadtgeschichte feiert das Zehnjährige in den Räumen an der Wittener Straße mit großer Ausstellung und Buchpublikation.

Zwei in einem: Seit zehn Jahren nimmt das Stadtarchiv/Zentrum für Stadtgeschichte (ZfS) auch die Aufgaben des historischen Museums der Stadt Bochum wahr.

„Auch der zweite Teil unseres Geburtstagjahres steht ganz im Zeichen des aktuellen Projektes ,Hundert und sieben Sachen. Bochumer Geschichte in Objekten und Archivalien’“, bekräftigt die Leiterin des ZfS, Dr. Ingrid Wölk: mit einer Ausstellung, einer im Spätherbst erscheinenden Publikation und einer Vortragsreihe.

Einst im Haus Rechen heimisch

Bereits in den 1990er Jahren wurde der Entschluss gefasst, das Stadtarchiv und die stadthistorische Sammlung zusammenzufassen. Letztere war bis zum Krieg im Heimatmuseum im Haus Rechen ausgestellt; nach dessen Zerstörung blieb der große Fundus heimatlos, „die Objekte waren größtenteils im Magazin des alten Stadtarchivs an der Kronenstraße verstaut“, so Ingrid Wölk.

Bis 2007 hat es schließlich gedauert, dass beide stadtgeschichtlichen Einrichtungen, Archiv und Museum, eine gemeinsame Unterkunft in Räumen des alten Aral-Gebäudes an der Wittener Straße fanden. „Diese Konstruktion ist eine Bochumer Besonderheit“, verrät Ingrid Wölk, „anderswo sind Stadmuseum und Stadtarchiv zwei getrennte Einrichtungen.“

Nicht so hierzulande. Nicht nur, dass beide Institutionen eine gemeinsame Leiterin haben, eben Dr. Wölk, vielmehr ergänzen sie sich gegenseitig. Viele Angebote des Stadtarchivs, etwa das beliebte Archivkino, werden mit den Museumsaktivitäten verschränkt.

Zeugnisse der Stadtgeschichte

Alles findet in einem dicken Veranstaltungskalender Platz, der zweimal im Jahr erscheint. Das Heft für September 2017 bis Januar 2018 ist eben erschienen. Ein Schwerpunkt ist die laufende Ausstellung „Hundert und sieben Sachen“ aus Bochum, die im 2. Obergeschoss an der Wittener Straße 47 „sprechende“ Zeugnisse aus der Stadtgeschichte in übersichtlich-informativer Form versammelt.

Da finden sich ein Elfenbeinhammer der über 250 Jahre alten Bochumer Freimauerloge ebenso wie eine blau-weiße Aral-Zapfsäule, ein Modell des Ackerbürgerstädtchens Bochum im 19. Jahrhundert oder Grabbeigaben aus dem 8. Jahrhundert, die bei Bauarbeiten in Langendreer freigelegt wurden. Auch der ausgestopfte Bär „Max“, einst Liebling aller Tierpark-Besucher, darf nicht fehlen.

Die Publikation, die im November erscheinen soll, wird sich diesen Zeugnissen Bochumer Geschichte widmen – und darüber hinaus viele wertvolle Informationen enthalten. „Wir konnten renommierte Historiker, aber auch Künstler wie Frank Goosen und Herbert Grönemeyer für die Mitarbeit gewinnen“, sagt Ingrid Wölk.

>>> INFO: Öffnungszeiten des historischen Museums

  • Neben der großen Ausstellung „Hundert und sieben Sachen“ läuft im Zentrum für Stadtgeschichte, Wittener Straße 47, die Dauerausstellung „Bochum, das fremde und das eigene“.

  • Öffnungszeiten des historischen Museums sind Dienstag, Mittwoch, Donnerstag und Freitag von 10 bis 18 Uhr sowie Samstag und Sonntag von 11 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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