Verschiebung

Hitzige Diskussion bei Kemnade in Flammen um Feuerwerk

„You Sexy Thing": Der Auftritt der 70er-Jahre-Stars von „Hot Chocolate“ am Sonntagabend war Höhepunkt des Volksfestes am Kemnader See.

„You Sexy Thing": Der Auftritt der 70er-Jahre-Stars von „Hot Chocolate“ am Sonntagabend war Höhepunkt des Volksfestes am Kemnader See.

Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Services

Bochum.  Kemnade steht in Flammen: Bis Montagabend läuft das Volksfest am Hafen Oveney in Bochum. Kritik wird an der Verschiebung des Feuerwerks laut.

Hitzige Diskussionen bei „Kemnade in Flammen“: Die Verlegung des Feuerwerks von Pfingstsonntag auf -montag stößt sowohl bei Besuchern als auch Händlern auf Kritik. „Dabei haben wir nur auf einen vielfachen Wunsch der Schausteller reagiert“, entgegnet Frank Gerwers von der Veranstaltungsagentur „Ruhr Event“.

Seit Freitag läuft das Volksfest am Kemnader See. „Das Wetter spielt diesmal leider nicht so ganz mit“, sagt Frank Gerwers. Der Auftakt war mäßig besucht. Am Samstag füllten sich die Festwiesen am Hafen Oveney nach manchen Regengüssen erst am Abend, bevor gegen 23 Uhr das traditionelle Feuerwerk gezündet wurde.

Bei „Hot Chocolate“ läuft Fest zur Hochform auf

Am Sonntag lief die Flammen-Party schon früh zu gewohnter Form auf. Bei sommerlichen Temperaturen vergnügten sich Tausende Besucher auf der Kirmes (ohne Riesenrad, dafür aber mit dem XXL-Kettenflieger „Aviator“), umlagerten die Dutzenden Imbiss- und Streetfood-Stände und schlenderten über den Trödelmarkt. Höhepunkt des Bühnenprogramms: „Hot Chocolate“. Nicht, wie vor einem Jahr, mit Greg Bannis, der erst in den 90er Jahren zur Band gestoßen war. Sondern mit den drei Originalmitgliedern Harvey Hinsley, Patrick Olive und Tony Connor, die den unverwechselbaren Sound von „Hot Chocolate“ in den 70er und 80er Jahren gemeinsam mit dem 2015 verstorbenen Frontmann Errol Brown geprägt haben und bis heute famos intonieren. „Brother Louie“, „Man To Man“, „So You Win Again“, „Every 1’s a Winner“ und – na klar – „You Sexy Thing“: Gerade die älteren Besucher schwelgten in seligen Erinnerungen.

Manche Misstöne gab es abseits der Bühne. Allzu rockig und weitgehend auf ein junges Szene-Publikum zugeschnitten sei die Live-Musik, bemängelt Kerstin Fischer (47). „Früher gab’s hier auch Schlager“, sagt sie. „Es sollte doch für alle etwas dabei sein.“ „In Bochum gibt’s nur eine Putze!“, staunte Bernd van den Hoff (58) über die Radio-Putzfrau „Achnes Kasulke“, die beim WDR-4-Tag am Sonntag zu Gast war. Bei aller Toleranz ob der rheinischen Quasselstrippe: „Unserer“ Waltraud Ehlert kann Achnes nicht den Putzeimer reichen.

Feuerwerk soll den letzten Tag aufwerten

Die heftigsten Diskussion jedoch löst das Feuerwerk aus. Dabei war die Änderung wohl bedacht. Der Sonntag, gerade in diesem Jahr mit „Hot Chocolate“, gilt am See als Selbstläufer. Anders als der Pfingstmontag, der zuletzt besonders zum Abend hin schwächelte. Naheliegend, mit dem zweiten Fest-Feuerwerk als Publikumsmagnet vom Sonntag- auf den Montagabend zu wechseln. Der Wunsch sei von zahlreichen der 82 Händler und Schausteller an den Veranstalter herangetragen worden, berichtet Frank Gerwers. „Wir haben reagiert und haben jetzt ein Abschlussfeuerwerk, so wie bei anderen Festen auch. Doch offenbar kann man es nicht jedem recht machen“, staunt Gerwers über die Proteste, die am Sonntag laut wurden: bei Händlern ebenso wie bei Besuchern, die auf denen regulären Arbeitstag am Dienstag hinweisen. Am neuen Konzept wird gleichwohl festgehalten: Kemnade steht erstmals am Pfingstmontag in Flammen. Ob es 2020 dabei bleibt, „muss noch besprochen werden“, so Gerwers.

Sicherheitsgebühr wird inzwischen vielfach akzeptiert

Kein großes Thema mehr ist derweil die Sicherheitsgebühr. Zwei Euro werden seit 2017 an den Einlasskontrollen kassiert (Kinder bis zwölf Jahre kostenlos). „Das ist okay. Früher machten hier Hunderte betrunkene Jugendliche Zoff. Jetzt ist alles friedlich“, sagt Kevin Meinhardt (34), der mit seiner Familie das Volksfest besuchte. Frank Gerwers bestätigt: „Es gibt kaum noch Ärger oder größere Polizeieinsätze.“

Schwierigkeiten bereiten diesmal nur andere, ungebetene „Festbesucher“. Mehrere Bäume in einem Biergarten sind von Eichenprozessionsspinnern befallen. Um die Gäste zu schützen, wurde der Bereich abgesperrt und der Biergarten halbiert.

Leserkommentare (9) Kommentar schreiben