HipHop auf der Königsallee

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Er steht derzeit vier Plätze vor Depeche Mode und sechs Plätze vor den Ärzten. Und in seinem Video „Blätter im Wind“ mitten auf der Königsallee. Meller, Rapper aus Höntrop, Preins Feld um genau zu sein, hat sich eine feste Fanbasis in den Ruhrcharts auf Radio Bochum und Radio Essen ersungen, derzeit liegt er auf einem guten zwölften Platz, umgeben von internationalen Top-Stars.

Meller, bürgerlich Manuel Meller, ist ein Urgestein der Sprechgesangs-Szene im Ruhrgebiet. Seit mehr als 10 Jahren macht er Musik, ist tief verwurzelt auch in der verwandten Graffiti-Szene, veranstaltet HipHop-Musiker-Stammtische und kleine Indie-Konzerte.

HipHop-Tradition im Ruhrgebiet

HipHop im Ruhrgebiet hat Tradition, schließlich verfügt auch der Pott über jenes urbane, multikulturelle Amalgam, das die musikalische Ausprägung der Streetart-Kultur weltweit groß gemacht hat. Es gab einmal eine Zeit, als das Ruhrgebiet auch für den Mainstream des HipHops als das nächste große Ding galt. Namen wie RAG oder Creutzfeld & Jacob wurden hoch gehandelt. Eigentlich sollten sie da stehen, wo heute Bushido und Sido sind. Doch so ganz klappte es nicht mit dem Durchbruch. Was nichts mit Qualität zu tun haben muss.

Auch Meller wurde vor einigen Jahren schon sehr hoch gehandelt: Sein Debütalbum „To The Bone“, wurde von der wichtigen Hip-Hop-Zeitschrift Juice zum „Indie-Album des Monats“ im Dezember 2009 gekürt. 14 Tracks enthält es, darunter auch „Im Pott gekillt“, ein episches 10-minütiges Werk, auf dem viele Freunde mittun.

Seine Texte schreibt Meller selber, den Sound kann man als vom klassischen Ney-Yorker-Stil beeinflusst beschreiben. Gerne melodiös, fließend, doch stets kopfnicktauglich.

Mellers aktueller Ruhrcharts-Achtungs-Erfolg „Blätter im Wind“ ist eine melancholisch-herbstlich gefärbtes Statement gegen die Hektik und für eine zurückgelehnte Gelassenheit mit einer lässigen spirituellen Note, Refrain: „ Die meisten Menschen sind wie Blätter im Wind / sie treiben einfach durch die Städte dahin / keiner weiß wohin das Ende uns bringt / wenn Stimmen schließlich schweigen und Engel singen“. Darauf konnten sich wohl viele Musik-Fans einigen, zumal in diesem langen Winter.

Jetzt wird es Frühling und auch für Meller bricht eine neue Zeitrechnung an. Im Juni soll sein neues Album erscheinen. „Da hab ich richtig Bock drauf“, sagt er. Vielleicht geht es dann in den Charts richtig ab. Ausdauer und Bodenständigkeit sollten belohnt werden.

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