Herbstmarkt

Herbstmarkt in Bochum-Langendreer kann mehr als nur Deko

Das schöne Wetter lockte viele Besucher auf den Herbstmarkt auf den Platz am Stern am Alten Bahnhof. Es hatte fast schon was von „Bänke raus“.

Das schöne Wetter lockte viele Besucher auf den Herbstmarkt auf den Platz am Stern am Alten Bahnhof. Es hatte fast schon was von „Bänke raus“.

Foto: Bastian Haumann / FUNKE Foto Services

Bochum-Langendreer.  Kaufen, tauschen, mitgestalten: Der Herbstmarkt in Langendreer zeigt eine bunte Vielfalt. Auch im elften Jahr gibt es mehr als nur Kunsthandwerk.

Der Herbstmarkt an sich ist nichts Neues in Langendreer – bereits zum elften Mal findet er rund um den Stern statt. Das heißt jedoch lange nicht, dass sich das Altbewährte jedes Jahr wiederholt: Für Organisator Karsten Höser von der Werbegemeinschaft Alter Bahnhof (WAB) ist die Mischung aus Bekanntem und Neuem wichtig.

Ebenfalls essentiell für den Charakter des Markts: Der Gewinn soll nicht im Vordergrund stehen. Davon kann am Stand der Naturfreunde Langendreer nicht die Rede sein. Eine kleine, aber feine Unbekanntheit ist an diesem Herbstwochenende die Pflanzen-Tauschbörse. Hier gilt: Wer Pflanzen loswerden möchte, kann sie gegen vorhandene Ableger eintauschen oder aber eine Pflanze mitnehmen und gegebenenfalls eine Spende hinterlassen.

„Die Idee ist in unserem Urban-Gardening-Projekt entstanden“, sagt Ulrike Hiltawsky. Sie betreut den Stand und informiert über die Pflanzen auf und unter dem Tisch. „Manche Pflanzen vermehren sich ziemlich schnell. Wir möchten sie allerdings nicht einfach wegschmeißen. Fast jeder hat doch Pflanzen im Garten, auf dem Balkon oder der Fensterbank, deswegen möchten wir andere Menschen daran teilhaben lassen.“ Der Fokus liegt beim Herbstmarkt auf bienenfreundlichen Pflanzen, was gut ankommt – es soll bei Gelegenheit einen weiteren Tauschtermin geben.

Die Tauschbörse ist eine Premiere, die gut angenommen wird. Ebenfalls zum ersten Mal vertreten ist ein Stand mit Olivenholz-Produkten. Seit langem werden hingegen diverse Dekostände gerne von Besuchern angenommen. „Wir haben immer ein paar Garanten dabei“, sagt Karsten Höser.

Doch nicht nur für den Verkauf, auch für die Repräsentation von Gruppen und Initiativen ist der Markt gedacht. Zwei Mitarbeiterinnen von Plan B stellen mit den jüngeren Gästen Murmelbilder her. Die interkulturelle Kinder- und Jugendhilfe bietet eine Betreuungsalternative für Kinder, die keinen Platz in einem Kindergarten erhalten haben.

Die freie evangelische Gemeinde Bochum-Ost sammelt Spenden, um Pakete an bedürftige Menschen in Südost-Europa zu verschicken – am Ende kommt Geld für ca. 230 Pakete zusammen. Und wer Hunger hat, hat die Wahl zwischen veganen Aufstrichen von „den Aufstreichern“ vom Verein „LutherLAB“, Gegrilltem (u.a. Wildschwein) und Waffeln – oder aber den umliegenden Cafés, darunter das Papillon, das seit vergangenem Wochenende wieder geöffnet ist.

Der Markt bietet also erstaunlich unterschiedliche Anlaufstellen, die auch in den kommenden Jahren weiter Besucher anziehen sollen. Damit nicht nur der Markt, sondern auch die Alte Bahnhofstraße attraktiv bleibt, steht das Stadtteilmanagement„W-LAB“ mit Info- und Wunschtafeln auf dem Platz. Am Stand geht es um die Umbaupläne für die Straße, die in den nächsten Jahren angegangen werden sollen. „Hier können die Besucher mitteilen, was sie sich wünschen würden, zum Beispiel, ob sie eher eine Einbahn- oder doch eine Fahrradstraße unterstützen würden.“ Sicher ist jedenfalls: Der Herbstmarkt soll trotz der Arbeiten weiterhin stattfinden.

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