Heimatmuseum

Heimatmuseum in Bochum-Langendreer steht vor dem Aus

Etwas versteckt liegt der Eingang des Heimatmuseums, auf der Rückseite des Amtshauses Langendreer. Hinter der Tür verbirgt sich eine riesige Sammlung zur Historie Langendreers, Wernes und Laers. Leider ist die Tür verschlossen.

Etwas versteckt liegt der Eingang des Heimatmuseums, auf der Rückseite des Amtshauses Langendreer. Hinter der Tür verbirgt sich eine riesige Sammlung zur Historie Langendreers, Wernes und Laers. Leider ist die Tür verschlossen.

Foto: Bastian Haumann / FUNKE Foto Services

Bochum-Langendreer.  Seit gut einem Jahr ist das Heimatmuseum Langendreer geschlossen – Brandschutz-Mängel. Die Sanierung wäre teuer. Doch die Macher geben nicht auf.

Seit April 2017 ist das Heimatmuseum Langendreer geschlossen. Und es wird auch auf absehbare Zeit nicht öffnen. Zunächst müssten die Brandschutz-Mängel behoben werden. Das kostet aber viel Geld. Geld, dass die drei Macher – allesamt Privatleute – nicht haben. Und so droht der Heimat unzähliger zeitgeschichtlicher Dokumente und Exponate das Aus.

Denn die Kosten für eine Sanierung des Heimatmuseums liegen laut Stadt bei 500.000 Euro. Das ist für Reinhold und Gordon Willma, die das Heimatmuseum gemeinsam mit Rudi Weismantel betreuen, nicht zu stemmen. Im Kellergeschoss des Amtshauses Langendreer haben sie und ihre Vorgänger über fast 25 Jahre in vielen Räumen die Geschichte Langendreers, Wernes und Laers erlebbar gemacht.

Noch immer viele Anfragen

Das Interesse an der Historie des Bochumer Ostens war immer groß. Schulklassen machten Ausflüge ins Heimatmuseum, Studenten recherchierten hier für ihre Arbeiten und viele Heimatverbundene tauchten im Kellergewölbe in vergangene Zeiten ein. „Auch jetzt erhalten wir noch immer Anrufe und Anfragen“, sagt Gordon Willma. Leider muss er allen Interessierten absagen.

Viel Mühe, zeit und Geld reingesteckt

Doch die Willmas und Weismantel hoffen noch immer, dass es mit dem Heimatmuseum weitergehen wird. „Wir wollen auf jeden Fall wieder öffnen“, steht für Gordon Willma außer Frage. „Eine Aufgabe wäre das Schlimmste, da denken wir noch nicht dran. Wir haben hier so viel Mühe, Zeit und privates Geld reingesteckt . . .“

Zuschuss vom Kulturbüro

Bis vor eineinhalb Jahren hatte sich diese Mühe noch gelohnt. Alles lief prima. Bis die Themen Versicherungsschutz und Brandschutz aufkamen. Der Versicherungsschutz wäre über einen in Aussicht gestellten finanziellen Betriebskostenzuschuss des städtischen Kulturbüros abgesichert. Bleiben die Brandschutz-Mängel. Solange diese nicht behoben sind, können „diese Räume nicht mehr für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, da zum Beispiel Fluchtwege gänzlich fehlen“, stellt die Stadt über Sprecherin Katrin Müller klar.

Die Stadt selbst sieht „im Moment keine Möglichkeiten, die Sanierungsarbeiten für das Heimatmuseum finanziell zu tragen“. Und auch von der Politik ist diesbezüglich nicht viel zu erwarten. „Aus bezirklichen Mitteln ist das nicht zu stemmen“, sagt Dirk Meyer. Sprecher der SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung Ost. „Im Haushalt stehen für Maßnahmen in der Hochbausanierung 665.000 Euro zur Verfügung – für den gesamten Stadtbezirk.“

Weiteres Gespräch geplant

Meyer hat auch noch keine Lösung parat, wie das Heimatmuseum am jetzigen Standort zu retten ist. „Und das wird auch schwierig. Aber wir von der SPD und unser grünen Koalitionspartner wollen nach der Sommerpause nochmal dazu einladen, über die Situation zu reden.“

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