Pflanzaktion

Hammer Bürger machen die Beete im Stadtteil winterfest

Sabine Wassermann, Ulf Haack und Manfred Duck bepflanzen ein Beet am Surweg. Sie gehören der „Expedition Hamme“ an, die den Stadtteil verschönern und das Miteinander durch Aktionen wie diese fördern will.

Sabine Wassermann, Ulf Haack und Manfred Duck bepflanzen ein Beet am Surweg. Sie gehören der „Expedition Hamme“ an, die den Stadtteil verschönern und das Miteinander durch Aktionen wie diese fördern will.

Foto: Gero Helm / FUNKE Foto Services

Bochum-Hamme.  Bürgerinitiative „Expedition Hamme“ bepflanzt Beete mit Beetrosen, Thymian, Phlox und Lavendel. Hammer Park bekommt ein Eingangsportal.

Mehrere Monate lang haben die Hornveilchen in ihrer orange, lila, blau und gelben Farbenpracht die Bewohner von Hamme seit der ersten Pflanzaktion im April begeistert. Den Hagel zum Herbstbeginn hat die bunte Blütenpracht allerdings nicht überlebt, ein Hornveilchen nach dem nächsten verblühte. Ungebrochen aber ist die Pflanzlust der Hammer Bürger.

„Heute pflanzen wir nachhaltige Gewächse, die langlebiger sind“, sagt Ulrike Kliszat und zeigt rosarote Beetrosen, Bauerngartenpflanzen wie den Phlox, Thymian und Lavendel, die am Surweg zur Ecke Amtsweg blühen. „Sie können den Winter gut überstehen und sind außerdem wildbienentauglich“ erklärt Kliszat, die mit Handschuhen und Schaufel bewaffnet vor dem Beet am Eingang des Hammer Parks steht. Ihr Pflanzenwissen hat sie sich im heimischen Garten angeeignet. „Der Hammer Park hat nun ein kleines Eingangsportal“, freut sie sich.

Ulf Haack zog zwar erst vor wenigen Jahren nach Hamme, fühlt sich dem Stadtteil aber schon verbunden. Während er mit der Gießkanne das Beet bewässert, sagt er: „Es ist etwas Kleines, aber es setzt ein Zeichen. Aus Bedenken, es könnte zerstört werden, nichts zu pflanzen, halte ich für falsch.“

800 Euro vom Stadtumbau

Patrick Ritter klopft derweil mit einem Spaten die frische Erde fest. „Man nimmt seinen Stadtteil ganz anders wahr, wenn man sich für ihn einsetzt“, meint er. Schöne Ecken fielen viel schneller ins Auge. „Außerdem wirkt sich eine schöne Ästhetik auf das Miteinander der Menschen aus“, ist sich Sabine Wassermann sicher, die zwischen Blumenerde, Mulch und Pflanzenkübeln hin- und herläuft.

Etwa 200 Pflanzen, finanziert über den Verfügungsfonds des Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts, kurz ISEK, zieren fortan den Eingang des Hammer Parks und außerdem ein Beet an der Dorstener Straße Höhe der Hausnummer 179. Diesmal sind von kommunaler Seite ungefähr 800 Euro zur Verfügung gestellt worden, im Frühjahr waren es etwa 350 Euro. Zusätzlich haben Privatleute an manchen Abschnitten der öffentliche Gehwegen Beete angelegt.

Kortländer als Vorbild

Joachim Wiesner wünscht sich: „Es wäre toll, wenn die Aktion noch mehr Nachahmer findet und Eltern ihren Kindern bei Spaziergängen die Pflanzenarten beibringen.“ Er freue sich darauf, im nächsten Jahr Bienen zu beobachten.

Auch über die Pflanzaktion hinaus sehen die Hammer für ihren Stadtteil noch Luft nach oben. „Es läuft beispielsweise ein Antrag für Weihnachtsschmuck, der im Winter alle Schaufenster schmücken soll“, berichtet Gabi Keil-Haack. „Pflanzkästen neben den Läden wären auch hübsch“, sagt Melanie Hundt und Ritter meint: „Ich würde mir wünschen, dass sich Hamme zu einem coolen Kiez entwickelt, so ähnlich wie am Kortländer.“

Weitere Ideen für Hamme gewünscht

Für dieses Gelingen sind weitere Ideen im Umlauf: Mehr Bänke oder eine Boule-Bahn im Hammer Park, ein Mini-Café am Amtsplatz oder autofreie Zonen. „Wie Hamme weiter aufgehübscht werden kann, besprechen wir immer donnerstags im offenen Nachbarschaftstreffen. Jeder kann einfach vorbeikommen“, lädt Keil-Haack ein.

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