Städtebau

Hamme braucht Fördergelder

Mitglieder der Hammer Runde und Vertreter der vier Hammer Kirchen überreichten Oberbürgermeister Thomas Eiskirch 5.v.l.) jetzt ihre Resolution.

Mitglieder der Hammer Runde und Vertreter der vier Hammer Kirchen überreichten Oberbürgermeister Thomas Eiskirch 5.v.l.) jetzt ihre Resolution.

Foto: Stadt Bochum

Hamme.   Vier Kirchen und die Stadtteilkonferenz drängen in einer Resolution auf Teilnahme am Programm „Soziale Stadt NRW“. Bürgerhaus wird saniert.

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Die vier Kirchen in Hamme – Herz-Jesu-, Gethsemane-, Epiphanias-Gemeinde und Kreuzkirche – haben gemeinsam mit der Stadtteilkonferenz „Hammer Runde“ eine Resolution verfasst, in der sie Rat und Verwaltung auffordern, den Prozess eines integrierten Stadtentwicklungskonzeptes voranzutreiben.

Denn Hamme gehört zu den Stadtteilen mit den schlechtesten Sozialdaten. Ziel ist die Aufnahme in das Landesprogramm „Soziale Stadt NRW“. Diese Förderung brachte bereits das Westend und die Innere Hustadt städtebaulich und sozial nach vorn, aktuell erhofft sich Wattenscheid Strukturverbesserungen. Langendreer/Alter Bahnhof folgt.

Hamme als drittes Großprojekt

Sieben Jahre werde es deshalb wohl noch dauern, bis auch Hamme in den Genuss kommen könne. „Ich warte keine sieben Jahre“, sagt Martin Oldengott (SPD), Sprecher der Hammer Runde. „Wir brauchen keine zwölf Millionen wie ehedem das Westend. Eine Aufwertung hat lediglich der Hammer Kernbereich nötig. Drei bis fünf Millionen Euro als Fördersumme würden ausreichen, was den städtischen Eigenanteil finanzierbar machte und Hamme als drittes Großprojekt ermöglichte.“

Wesentliche Punkte für die Hammer: der Erhalt der Von-der-Recke-Schule, die als Kultur- und Begegnungszentrum samt Wohnen genutzt werden könnte. Hammer Park, Friedhof und Kleingärten als Grünstrukturen sollten besser miteinander verknüpft und gepflegt werden. Es fehlt ein Nachbarschaftscafé als Begegnungsstätte, ergänzt um kulturelle Angebote.

Der Amtsplatz als geografisches Zentrum im Stadtteil soll attraktiviert und zu einem Treffpunkt umgestaltet werden. Das Bürgerhaus braucht dringend eine Renovierung. Dafür gibt es bereits Landesmittel: 738.000 Euro kommen aus dem Sonderprogramm „Hilfen im Städtebau zur Integration von Flüchtlingen“, zehn Prozent gibt die Stadt. Das Haus wird barrierefrei, das Dachgeschoss erneuert. Für ein Quartiersmanagement in Hamme und Hofstede, das HaRiHo übernehmen, gibt es weitere 135.000 Euro.

Lücken in der Nahversorgung

In Hamme fehlt ein Lebensmittel-Vollversorger. Rudi Malzahn (SPD, Hammer Runde) bemüht sich seit langem um eine Supermarkt-Neuansiedlung, versucht, mögliche Vermieter und Anbieter an einen Tisch zu bringen. Der Discounter Netto bestätigt derweil, dass die Filiale an der Dorstener Straße 221 .vom 6.8. bis 8.9. saniert wird (Parkplatz und Fassade).

Hamme nimmt seit Mai am Projekt der Deutschen Bundesstiftung Umwelt „Nachhaltigkeit nimmt Quartier“ teil, durch das Wohnquartiere aufgewertet werden soll mit Beteiligung der Bürger. Betreut wird es durch Dr. Judith Kuhn (Institut für Kirche und Gesellschaft der evangelischen Kirche von Westfalen). Das Projekt wiederum soll als Türöffner dienen für ein integriertes Stadtentwicklungskonzept (ISEK), Voraussetzung für eine Stadtumbauförderung.

Zukunftswerkstatt im Herbst

Für September ist eine Zukunftswerkstatt im Projekt „Nachhaltigkeit nimmt Quartier“ geplant, in der gemeinsam mit Bewohnern Visionen entwickelt werden.
Die Steuerungsgruppe will im Frühjahr 2018 dem Rat ein Handlungskonzept übergeben, anschließend kann die Umsetzung folgen.

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