Bochumer Geheimnisse

Halbe Stahltür führt in die Unterwelt des Bochumer Vereins

Alexander Schwegl kennt das Geheimnis dieser kleinen Tür, die er auf dem weitläufigen Gelände des Westpark entdeckt hat.

Alexander Schwegl kennt das Geheimnis dieser kleinen Tür, die er auf dem weitläufigen Gelände des Westpark entdeckt hat.

Foto: Bast Medien GmbH

Wer offenen Auges durch den Westpark geht, findet Relikte aus der Zeit, als hier der Bochumer Verein Stahl kochte. Zum Beispiel eine halbe Tür.

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Bochum. „Hier kann man es gut sehen“, sagt Alexander Schwegl und zeigt auf die halb im Boden versunkene Eisentür. „Hier kann man sehen, wie sich das Gelände im Lauf der Zeit angehoben hat.“ Er steht mit dem Rücken zur Jahrhunderthalle und blickt dorthin, wo Stufen zum Westpark hinaufführen. „Das ganze Gelände hier war mal eine riesige Gussstahlfabrik“, sagt er und macht eine weit ausholende Bewegung. „Das geht ja schon mit dem Gründer des Bochumer Vereins, Jacob Mayer, im Jahr 1842 los, in den 1980er-Jahren wurde die Fabrik geschlossen.“

Werk dehnte sich immer weiter aus

Mit dem Bau der Fabrik habe sich das Firmengelände im Laufe der Jahrzehnte immer weiter gehoben. „Das Werk dehnte sich immer weiter aus. Aber irgendwann konnte es nicht mehr nach außen wachsen, weil sich mittlerweile eine Stadt um die Fabrik herum entwickelt hatte. Mit Straßen und Wohnsiedlungen. Deshalb musste dieses Fabrikgelände im Grunde nach oben wachsen“, erklärt Schwegl. Material gab es genug – und obendrein war es Material, das man gewissermaßen loswerden musste: Nicht mehr benötigte Gebäude ließen die Bauherren bis auf die Erdgeschosse abreißen, die fortan als Fundamente und Keller für die neuen Gebäude dienten.

Unter dem 38 Hektar großen Naherholungspark, zu dem Teile des Geländes des Bochumer Vereins umgewandelt wurden, befindet sich ein weitläufiges Geflecht aus Gängen, Tunneln und Hohlräumen. „Wenn man da unten reingeht, kommt man ganz schön dreckig wieder raus“, sagt Schwegl. Er weiß, wovon er spricht: Als er einst eine der Türen zur labyrinthischen Unterwelt des B.V. aufgebrochen vorfand, nutzte er die Gelegenheit, um mit einer Taschenlampe auf Entdeckungstour zu gehen. Allzu weit kam er jedoch nicht: Im Zuge der Gestaltung des Westparks wurden viele Hohlräume zugeschüttet und die Zugänge verschlossen.

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