Hattinger Straße

Gute Nachrichten von der Gleisbaustelle in Bochum-Weitmar

Eine heiße Sache: Die neu verlegten Schienen auf dem Bauabschnitt der Hattinger Straße müssen gewässert werden, weil die aufgebrachte Bitumenschicht 270 Grad heiß ist.

Eine heiße Sache: Die neu verlegten Schienen auf dem Bauabschnitt der Hattinger Straße müssen gewässert werden, weil die aufgebrachte Bitumenschicht 270 Grad heiß ist.

Foto: Olaf Ziegler / FUNKE Foto Services

Bochum-Weitmar.  Die Bogestra lässt die Schienen auf der Hattinger Straße in Bochum erneuern. Schon Samstag sollen die Bahnen trotz Baustelle wieder fahren.

Es geht fast geruhsam zu an diesem Vormittag; zwar wird geschweißt, gewässert, gebaggert und geschaufelt, doch alle Arbeiten laufen strukturiert ab. Die Bogestra lässt seit Montag die Straßenbahngleise auf einem Abschnitt der Hattinger Straße erneuern. Und schon am Samstag, so das Versprechen, sollen – trotz einer weiteren Baustellen-Woche – die Bahnen wieder fahren.

Ab dem Bochumer Bergmannsheil fahren Busse

Bis dahin ist an der Haltestelle Bergmannsheil Schluss, die Fahrgäste steigen in Busse um, die statt der 308 und 318 bis Hattingen bzw. Dahlhausen verkehren. Für den Verkehr ist die Hattinger Straße stadtauswärts ab etwa Einmündung Kohlenstraße gesperrt, umgeleitet wird er über Wasser- und Schützenstraße. Dank ausgefeilter Logistik und vor allem, weil während der Herbstferien gebaut wird, gibt es, so versichert Bogestra-Sprecher Christoph Kollmann, keinerlei Beschwerden, weder von Autofahrern, noch von Ladeninhabern entlang der Strecke, noch von Anwohnern, die Lärm und Dreck ertragen müssen.

Es wird rund um die Uhr gearbeitet

Dabei wird auch nachts gearbeitet. „Wir haben die Nachbarn lange im Vorfeld informiert, dadurch ist eine Akzeptanz da“, versichert Kollmann und fügt an, dass sogar in den sozialen Medien positive Stimmen überwögen.

„Wir sind genau im Zeitplan, klappt alles super“, zeigt sich Jonas Portner erfreut, der die Baustelle überwacht und auch für die Ausschreibung verantwortlich war. Heißt: Bis Ende der Ferien am Sonntag (25.) werde alles fertig. Bis Freitagabend werkelt zwischen den Hausnummern 257 und 285 auf einer Länge von 250 Metern die Firma Gleisbau Maas aus Moers.

Die neuen Schienen sind bereits auf der aktuellen Strecke verlegt, nachdem die alten herausgebrannt worden war. Es geht generell heiß zu auf der Baustelle: War es früher ein Split-Untergrund, wird jetzt eine dampfende Bitumenmasse als Tragschicht eingebracht, die von großen Kesseln in kleine fahrbare umgefüllt und dann jeweils verteilt wird; „270 Grad heiß“, ruft uns ein Bauarbeiter zu, der die Gleise mit Wasser kühlt, damit sie sich durch die Hitze nicht ausdehnen.

Stadt und Stadtwerke nutzen die Vollsperrung

Zwischendurch kommt ein Transporter mit „frischen“ Dixi-Klos an die Baustelle heran; beim Austausch nehmen wir ob des Gestanks Reißaus. Ein paar Meter weiter wird ebenfalls gearbeitet: Die Stadt nutzt die Sperrung, um eine Fußgängerampel mit moderner Technik auszustatten. Auch die Stadtwerke hatten sich zu Beginn der Arbeiten mit Leitungsverlegungen eingeklinkt.

Die Bogestra lässt regelmäßig ihre Gleise mit einem Schienenkopf abfahren, um zu kontrollieren, wie der Zustand ist. „Hier sind sie etwa 20 bis 25 Jahr alt und müssen dann – wie ein abgefahrener Reifen – erneuert werden“, erklärt Christoph Kollmann.

Weitere Abschnitte in den nächsten Jahren

Somit ist die aktuelle Baustelle nicht die letzte. „Wir werden in den nächsten Jahren kontinuierlich die Schienen auf der gesamten Bahnstrecke austauschen; wann, wird wegen der nötigen Vollsperrungen stets in Abstimmung mit der Stadt entschieden.“ Inzwischen ist es der dritte Bauabschnitt auf der Hattinger Straße, wo während der Sommerferien vor zwei Jahren im Bereich Weitmar-Mitte begonnen worden war.

Sicherheitsposten mit Tröte

Der Zeitplan ist eng. „Ab Samstag fahren hier wieder die Straßenbahnen“, versichert Jonas Portner. Ab dann wird während der restlichen Ferienwoche die Oberfläche neben den Gleisen betoniert, während des Betriebs. „Dann steht ein Sicherheitsposten am Rand und trötet jedes mal, wenn sich eine Bahn nähert. Dann müssen alle Bauarbeiter von den Schienen springen.“

Weil diese Arbeiten mit kleinem Trupp, ausgeführt von einem Subunternehmen von Maas, also ständig unterbrochen werden müssen, dauern sie noch einmal eine ganze Woche. Dennoch ist der Bahnverkehr aus Sicht des Unternehmens wichtig: „Wir wollen die Beeinträchtigungen für die Fahrgäste so gering wie möglich halten", erklärt Kollmann.

Nur für den Individualverkehr gilt dann weiterhin: Wir müssen draußen bleiben.

Weitere Nachrichten aus Bochum finden Sie hier

https://www.waz.de/staedte/bochum/jetzt-den-newsletter-mit-bochumer-nachrichten-abonnieren-id228022009.html

Leserkommentare (1) Kommentar schreiben